„Ich habe den schönsten Job der Welt!“ Luka Hoffmann aus Hellendorf erstes Babys des Jahres

Glücklich über ihr Neujahrsbaby: Tina Dommach und Mark Hoffmann mit Luka.
Großburgwedel (svs). „Auf einmal konnte sie beim Raclette nicht mehr sitzen“, sagt Mark Hoffmann. Eigentlich sollte Luka erst am 7. Januar auf die Welt kommen. Aber er bescherte Papa und Mama Tina Dommach einen turbulenten Jahresauftakt: Um 13.39 Uhr konnte Mark Hoffmann seinen Sohn nach einiger Aufregung endlich im Arm halten. Ali-Deniz Sözen aus Burgdorf hielt seine Eltern hingegen Silvester auf Trab: Um 23.39 Uhr erblickte er das Licht der Welt.
„Auf der einen Seite hält man seinen Sohn im Arm und ist der glücklichste Mensch der Welt“, erzählt Mark Hoffmann, „auf der anderen Seite wird an Mama noch schwer gearbeitet – dass waren echt krasse Minuten!“ Klein Luka ist gerade einmal 51 Zentimeter groß und wiegt 3230 Gramm, umso größer waren die aufregenden Stunden seiner Geburt als erstes Baby im Jahr 2012. Für Mark Hoffmann und Tina Dommach aus Hellendorf ist es das erste Kind und ein Neujahrstag, den sie so schnell nicht vergessen werden.
„An der Kreuzung hat uns glücklicherweise ein Krankenwagen überholt, an den habe ich mich einfach dran gehängt. Und dann ging es mitten durch die Böller!“ Es folgten bange Stunden. „Es wirkt gar nicht real in dem Moment – man tut einfach“, erinnert sich Hoffmann. „Irgendwann ging es nicht mehr voran“, erzählt Tina Dommach und dann musste es schnell gehen. Luka sollte per Kaiserschnitt auf die Welt kommen. Bei der Operation verlor die 35-jährige viel Blut. „Auf einmal wuselten 15 Leute um uns herum“, erinnert sich der 38-jährige Vater. Eine ernste Situation, dennoch fühlten sich die Eltern sicher. „Alle hier haben einen Riesenjob gemacht“, lobt Hoffmann.
Diesen Spagat zwischen Geburtshilfe und Geburtsmedizin muss das Team schaffen. „Für die Akut-Phase haben wir alles da“, sagt Chefarzt Dr. Karl-Heinz Noeding, „aber Risikofälle wie Geburten vor der 32. Woche oder Herzfehler müssen wir in Kinderkliniken verlegen – Frühchen vor der 32. Woche sind nicht meine Kragenweite.“ Insgesamt 488 Babys kamen im Jahr 2011 in Großburgwedel zur Welt – 3,7 Prozent mussten in Kinderkliniken überwiesen werden. Denn eines ist Noeding und seinem Team wichtig: Eine gute medizinische Überwachung und Versorgung in einer geborgenen familiären Atmosphäre.
„Die so genannte EE-Zeit, Entscheidungs- und Entwicklungszeit, beträgt maximal zehn Minuten. Bei uns liegen Kreißsaal und OP direkt nebeneinander“, betont der Gynäkologe, „das kann entscheidend sein!“ Wie bei Tina Dommach. „Sein Kind im Arm halten und gleichzeitig um die Mutter bangen – das muss ein Horrorszenario für die Väter sein“, vermutet Karin Heine. „Ein krasser Widerspruch“, erzählt Mark Hoffmann, „so robotermäßig – man ist übernächtigt, hält seinen Sohn im Arm während die Ärzte um einen herum flitzen.“ Jetzt sind er und Tina Dommach nur noch erleichtert und heilfroh. „Ob Junge oder Mädchen, das war uns ganz egal“, sagt die 35-Jährige, „Hauptsache Luka geht es gut!“ Und eines kann Mark Hoffmann gar nicht genug loben: „Die ganze Zeit über haben wir uns sicher gefühlt. Ganz toll.“ Für Karin Heine und Dr. Karl-Heinz Noeding ist die gute Zusammenarbeit und die „fast“ eins-zu-eins-Betreuung ein wichtiger Faktor. „Obwohl viele Frauen mittlerweile in Kinderkliniken gehen“, weiß die leitende Hebamme. Für Tina Dommach und Mark Hoffmann war Großburgwedel die goldrichtige Entscheidung.
Jetzt wollen sich die Wedemärker erst einmal erholen und ziehen ins Familienzimmer um. „Wir bleiben erst mal hier und stehen das zusammen durch“, betont Hoffmann und strahlt. Trotz Hektik weiß Karin Heine eines, genau deshalb, nämlich ganz genau: „Ich habe den schönsten Beruf der Welt!“