„Ich sage immer, was ich denke“

Der kommissarische Sportringvorsitzende Wilfried Busche feierte gestern seinen 70. Geburtstag – ein Leben im Zeichen des Sports. Foto: A. Wiese

Der kommissarische Sportringvorsitzende Wilfried Busche wurde 70 Jahre alt

Mellendorf (awi). Solange ist er noch gar nicht Wedemärker – gerade erst zehn Jahre – aber sein Engagement im Sport und in der Politik hat ihn schon im Bewusstsein der Wedemärker verankert. Gestern feierte Wilfried Busche seinen 70. Geburtstag und machte klar: An Ruhestand denkt er noch lange nicht, was ehrenamtliches Engagement angeht. Und wenn es auch so aussieht, als wären die Tage des Sportrings Wedemark, den Busche seit zehn Monaten kommissarisch leitet, gezählt, so will der Vorsitzende des Tennis Clubs Wedemark für dieses Amt auf jeden Fall noch einmal antreten und auch mit einer Kandidatur für die SPD bei der Kommunalwahl 2016 liebäugelt er.
Schon im Alter von neun Jahren flitzte Wilfried Busche mit seinen Freunden in Hannover um die Häuserblöcke – und gewann meistens. Als Zehnjähriger trat er in die Fußballsparte des Postsportvereins Hannover ein, ein Jahr lang versuchte er sich auch im Judo – bis zum gelben Gürtel, blieb dann aber dem Fußball treu und wechselte 1960 zu Hannover 74. Dort spielte er bis zur A-Jugend, übernahm 1965 die B-Jugend und trainierte und betreute sie drei Jahre. Von 1967 bis 1970 spielte Busche bei den Amateuren von Hannover 96. 1970 bis 1982 wechselte der Großhandelskaufmann beruflich nach Stadthagen. Hier war er zehn Jahre Abteilungsleiter und spielte in dieser Zeit bei Nienstädt 09. Nach einem Wechsel zum FC Hevesen übernahm er zeitweise das Training der gesamten Jugend. „Ich fing um 16 Uhr mit der D-Jugend an und hörte um 22 Uhr mit der A-Jugend auf“, erinnert er sich. Zehn Jahre lang war er auch Geschäftsführer und Pressewart des Verein und im NFV Schaumburg auch vier Jahre beim Sportgericht tätig. 1982 zog er wieder nach Hannover und kehrte zu seinem alten Verein Hannover 74 zurück.Zwei Jahre lang betreute und trainierte er die 1. Mannschaft. Dann wechselte er von den alten Herrenfußballern in die Tennissparte und wurde dort bereits ein Jahr später Abteilungsleiter.
Vor zehn Jahren landeten Wilfried Busche und seine Frau Petra auf der Suche nach einem Häuschen in Mellendorf in der Wedemark. Karl-Heinz Gottschalk stellte den Kontakt zum TC Sommerbostel her, wechselte aber 2012 auf den Fersen seiner Frau zum TC Wedemark. Bereits ein Jahr später wählten ihn die Vereinsmitglieder zum Vorsitzenden und einer Wiederwahl steht nichts im Wege. Zum stellvertretenden Vorssitzenden des Sportrings Wedemark wurde Wilfried Busche 2011 gewählt. An der Seite von Joachim Brandt gab Busche der Sportlerehrung ein neues Image und machte sich für die Belange des Sports stark. Als Joachim Brandt im Frühjahr letzten Jahres nicht wieder als Vorsitzender antrat, übernahm Busche dessen Part mit.
Doch die mangelnde Unterstützung aus den Vereinen und das
Signal, dass dessen Vertreter den Sportring ganz offenbar nicht in der Funktion sehen, für die er einmal gegründet wurde, nämlich als Mittler zwischen Vereinen und Gemeinde, ließen mittlerweile auch Wilfried Busche resignieren. „Nur auf die Sportlerehrung möchte der Sportringvorstand auch nicht reduziert werden“, sagte er und sagte die geplante Sportlerehrung seitens des Sportrings ab. Zu tun hat er genug. Neben seiner Vorstandstätigkeit beim TC Wedemark ist er politisch seit 2011 aktiv im Vorstand der SPD tätig. Bereits mit 16 Jahren habe er eine SPD-Jugendorganisation und später einen Ortsverband geleitet, berichtet Busche. Als er in der Wedemark im Rahmen einer Silvesterfeier Caren Marks traf, überredete die ihn, wieder politisch aktiv zu werden. Dass er es auch sportlich noch mit den Jungen aufnehmen kann, bewies Busche, der auch aktiv bei den Herren 50 plus seines Vereins in der zweiten Mannschaft mitspielt, kürzlich bei einer Veranstaltung in Hannover, als er bei einer Veranstaltung beim Angebot einer Leichtathletikabteilung zum Sprinten über eine Kurzstrecke mit digitaler Zeitmessung mitmachte.
Dass ihn auch seine 15 Jahre jüngere Frau Petra, die beim Regionssportbund arbeitet und Schriftführerin des Sportrings ist, jung hält, will er nicht abstreiten. Für seine Familie, zu der auch die beiden Söhne und Enkelkind Maralena gehören, tut Wilfried Busche alles, vor allem ist es ihm aber ein Anliegen, allen gegenüber gerecht zu sein, betont er. Schwierige Entscheidungen sofort zu erledigen und nicht vor sich herzuschieben, das kennzeichne ihn ebenso wie die Eigenschaft zu sagen, was er denke, sagt Wilfried Busche über sich selbst: „Ich lasse mir kein X für ein U vormachen, vertrete immer meine Meinung und bin alles andere als ein Opportunist“, so der rüstige 70-Jährige. Seine positive, lebensbejahende Grundeinstellung und die für das Sternzeichen Steinbock typische Dickköpfigkeit mögen das Ihre dazu tun, dass man dem Mellendorfer seine 70 Jahre, die er heute im Familien- und Freundeskreis mit einem Tag Verspätung feiern will, wirklich nicht ansieht.