IGS-Theaterklasse begeistert mit „Paul 4 und die Schröders“

Dass sich Spaß und Ernsthaftigkeit schon von Jungschauspielern ideal vereinbaren lassen, bewies die Theaterklasse 7.4 der IGS mit ihrem Stück „Paul 4 und die Schröders“. Foto: S. Birkner

Siebtklässler freuen sich über große Resonanz bei öffentlicher Aufführung

Mellendorf (sb). Dass sich ein Siebtklässler mit den täglichen Herausforderungen des Erwachsenwerdens konfrontiert sieht, ist wohl jedem nachvollziehbar. 30 Schüler der IGS Wedemark haben dabei eine ganz besondere Möglichkeit, sich mit ihren Erlebnissen auseinanderzusetzen: Das Theaterspielen.
Bei der Uraufführung ihres selbstgeschriebenen Stücks „Paul 4 und die Schröders“ stellten die Mädchen und Jungen der Klasse 7.4 unter Beweis, wie erwachsen sie schon mit Themen wie Mut, Vorurteilen, Freundschaft und Familie umgehen können. Denn das Stück, das frei nach Andreas Steinhöfels gleichnamigem Roman aus eigener Feder entstanden war, zeigt die gesellschaftlichen Verwirrungen, nachdem merkwürdige neue Nachbarn in die Ulmenstraße ziehen. Dass das Verhalten der meisten Erwachsenen dabei nicht automatisch moralisch richtig sein muss, beleuchteten die Siebtklässler mit einer bemerkenswerten Prise Sozial- und Gesellschaftskritik. Wer am vergangenen Mittwoch zu den Besuchern in der Grundschulaula zählte, dem fiel schnell die Abgeklärtheit der Heranwachsenden ins Auge. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, dass Siebtklässler vor fast 200 Zuschauern auftreten, unterhielten die Nachwuchsschauspieler die gut besetzte Aula dennoch mit einer Leichtigkeit, die Spaß machte.
Klassenlehrerin Carmen Weiß freute sich dabei natürlich in erster Linie über die schauspielerische Leistung ihrer Schützlinge. Doch auch die Unterstützung von Gemeindeseite wusste die Theaterpädagogin zu würdigen, schließlich war „Paul 4 und die Schröders“ bereits das zweite Stück der ältesten IGS-Theaterklasse, das im Rahmen des Wedemärker Kulturprogramms dargeboten wurde. „Es ist wichtig für die Schüler, dass ihrer Arbeit ein öffentlicher Rahmen gegeben wird“, sagte Weiß, deren Klasse die Implementierung einer Aufführung ins Kulturprogramm auch in der kommenden Spielzeit bereits sicher hat. Trotz der erfolgreichen Aufführung sieht Weiß nach wie vor Handlungsbedarf in Sachen Theaterförderung. Dabei liegt ihr das bestehende Raumproblem besonders am Herzen. „Leider verfügt keine der Wedemärker Theaterklassen über einen angemessenen Proberaum“, bemängelte sie. Weiß merkte an, dass die Caféteria im Schulzentrum einen idealen atmosphärischen Probenort darstellen würde. Ob es allerdings soweit kommt, dass dort tatsächlich ungestörte Theaterproben durchgeführt werden können, bleibt vorerst abzuwarten.