„Ihr kriegt das immer wieder gewuppt“

Ortsbrandmeister Jens Senger (stehend) trägt seinen Jahresbericht vor, Stellvertreter Jürgen Biester (rechts), Jens Kahlmeyer und Susanne Schönemeier hören zu. Foto: B. Stache
 
Brandabschnittsleiter Horst Holderith (stehend) spricht auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oegenbostel ein Grußwort. Foto: B. Stache

Zur Jahreshauptversammlung der FF Oegenbostel gibt es viel Lob und Anerkennung

Oegenbostel (st). Ortsbrandmeister Jens Senger konnte am Sonnabend zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Oegenbostel im Feuerwehrgerätehaus zahlreiche Gäste begrüßen. Dies waren Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier, Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler, Knuth Uhland als Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Wedemark, Brandabschnittsleiter Horst Holderith und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer. Gründungsmitglied Herbert Goerland war aus dem Raum Uelzen angereist. Pastorin Debora Becker, die nur kurz an der Versammlung teilnehmen konnte, hatte ihr Grußwort gleich zu Beginn gesprochen. Anschließend unterbrach Jens Senger die Versammlung für das schon traditionelle gemeinsame Abendessen. Nach einer Schweigeminute für die im vergangenen Jahr verstorbenen Feuerwehrkameraden trug der Ortsbrandmeister seinen Jahresbericht vor. Aktuell leisten 22 Aktive ihren ehrenamtlichen Dienst bei der FF Oegenbostel, darunter vier Frauen. Darüber hinaus gehören 17 Altersmitglieder, 48 fördernde Mitglieder und fünf Jugendliche (3 Jungen, zwei Mädchen) der Ortsfeuerwehr an. Bei 74 Diensten wurden 1672 Stunden geleistet. Die Dienststunden der Alterskameraden, Jugendfeuerwehr und des Gerätewarts seien darin nicht enthalten, erklärte Jens Senger. Die Jugendfeuerwehr brachte es auf 163,5 Stunden, Gerätewart Karsten Helms auf 181 sowie 65 Stunden als Zeugwart der Gemeinde Wedemark. Ortsbrandmeister Jens Senger zählte insgesamt sieben Einsätze auf: vier Schornsteinbrände, zwei Flächenbrände am 2. und 5. Juli jeweils in Schadehop und einen Heckenbrand in Bennemühlen. Neben der Teilnahme an Wettbewerben wie dem Gemeindewettbewerb im Juni in Bennemühlen wurde großer Wert auf die Aus- und Weiterbildung gelegt. So standen Truppmann 1 und 2 auf dem Jahresprogramm, aber auch Digitalfunk-, Maschinisten-, Truppführer-, Technische Hilfe- und Atemschutzausbildung auf dem Jahresprogramm. Fahrsicherheitstraining gehörte ebenfalls dazu. Die FF Oegenbostel nahm 2018 auch am gesellschaftlichen Leben teil, unter anderem durch den Besuch ihres Gründungsmitglieds Herbert Goerland zu dessen neunzigstem Geburtstag, der Teilnahme an Osterfeuer, Dorffest, Wedemark-Rallye und Laternenumzügen in Bennemühlen sowie Oegenbostel. Die Feuerwehrkameraden waren auch an der Reinigung des Ehrenmals und der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag – gemeinsam mit der Reservistenkameradschaft Wedemark – beteiligt. Sicherheitsbeauftragter Henning Schmidtmann berichtete, dass es im Berichtszeitraum keine nennenswerten Unfälle oder Verletzungen gegeben habe. Den Ausführungen des Atemschutzbeauftragten Rouven Kalac war zu entnehmen, dass die FF Oegenbostel über sechs ausgebildete Atemschutzgeräteträger verfügt. Horst Helms teilte als Sprecher der Altersabteilung mit, dass er aus persönlichen Gründen keine Personenbeförderung mehr mit dem gemeindeeigenen Bus durchführen werde. Der Bus steht unter anderem als Transportmittel für die Jugendfeuerwehr zur Verfügung. Bei den folgenden Wahlen stellte sich Kassenwart Heiko Schmidtmann zur Wiederwahl. Das Votum der Mitglieder fiel einstimmig aus. Ebenso einstimmig wurden Christian Bohm zum neuen Kassenprüfer und Rouven Kalac zum Beitragskassierer gewählt. Kalac durfte sich auch über die Wahl zum Feuerwehrmann des Jahres freuen. In ihrem Grußwort dankte die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier – auch im Namen des Bürgermeisters, der Verwaltung und Politik – den Feuerwehrkameraden für ihre Bereitschaft, sich an Fortbildungen zu beteiligen und immer wieder in Einsätze zu gehen. „Danke, dass Sie alles dafür tun, dass wir uns hier in der Gemeinde sicher fühlen können. Es ist gut, dass wir Sie haben.“ In ihren Dank schloss Susanne Schönemeier auch die Angehörigen der Feuerwehrmitglieder ein. „Ohne die Familien, die dahinterstehen, geht es nicht.“ Sie kündigte an, dass es ab Januar 2019 eine Tagesalarmgruppe (TAG) in der Wedemark geben wird. Die TAG soll im Rathaus in Mellendorf eingerichtet werden – personell und materiell, sodass bei Einsätzen sofort vom Rathaus aus gestartet werden kann. Diese neue Form trage dem Umstand Rechnung, dass die Tagesverfügbarkeit in den einzelnen Ortsfeuerwehren gesunken ist, führte die Erste Gemeinderätin aus. Sie nutzte die Gelegenheit, sich bei Jens Kahlmeyer für dessen Einsatz als stellvertretender Gemeindebrandmeister und die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren zu bedanken. Kahlmeyer ist zum 3. Dezember dieses Jahres aus dem Amt ausgeschieden. Nach den vielen Einsätzen in 2018, darunter auch beim Moorbrand in Meppen und Waldbränden in Schweden wünschte Susanne Schönemeier den Oegenbosteler Feuerwehrkameraden ein „ruhigeres“ Jahr 2019 mit weniger Einsätzen. Nach weiteren Grußworten von Brandabschnittsleiter Horst Holderith, Knuth Uhland und Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler, die das häufige Auftreten der FF bei unterschiedlichen Gelegenheiten in der Öffentlichkeit lobte, trug der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer unter anderem zu Einsatzzahlen aus Sicht der Gemeindefeuerwehr vor. Er lobte das ständige Ringen der kleinen Feuerwehren –
wie in Oegenbostel – um die Einsatzbereitschaft. „Trotz ständig neuer Herausforderungen kriegt ihr das immer wieder gewuppt“, lobte er. In einer Pause hatte Gerätewart Karsten Helms der Presse die neue Tragkraftspritze TS 8/8 Rosenbauer Fox 4 mit seitlich angebrachtem Bedienpanel vorgestellt. Das Gerät liefert 1300 Liter Wasser pro Minute bei acht Bar. Damit könnten drei C- und ein B-Strahlrohr für den Löscheinsatz mit Wasser versorgt werden – oder nur der Wasserwerfer auf der Drehleiter. Ein solcher Einsatz wäre beispielsweise mit der FF Mellendorf möglich, die als einzige Feuerwehr in der Wedemark über eine Drehleiter verfügt. Zwei Vorschläge aus den Reihen der Feuerwehrkameraden konnte Ortsbrandmeister Jens Senger am Abend notieren: Es sollte mehr Werbung für die Jugendfeuerwehr gemacht werden, und die Schornsteinausbildung sollte intensiviert werden.