Illegale Müllentsorgung in Waldstück

Wilhelm Giesemann ist fassunglos über den Müll, den ihm ein Unbekannter tonnenweise in sein Waldstück bei Berkhof geschüttet. Mit der Beseitigung steht er nach aktuellem Stand alleine da. Foto: A. Wiese

Polizei verweist an Gemeinde – Gemeinde an die Region – Region an aha – aha an vhs

Elze/Berkhof (awi). Tonnenweise Bauschutt, Reste eines Stalles, einen Unimogsitz und weitere Treckerteile sowie Siloplanen hat ein bislang Unbekannter in einem Waldstück nahe der Autobahn bei Berkhof entsorgt. Passiert ist das Ganze bereits im November letzten Jahres. Doch immer noch kämpft Waldbesitzer Wilhelm Giesemann um die Entsorgung des Mülls und die offizielle Ermittlung des Verursachers. Das ECHO hakte nach und am Ende vieler Telefonate und eines erneuten Ortstermins des Sachbearbeiters der Region, stand die Versicherung von Regionspressesprecher Klaus Abelmann: „Am Montag geht ein neuer Auftrag an aha raus, den Müll zu entsorgen.“
„Wir haben sofort, als wir die Schweinerei entdeckt haben, Anzeige bei der Polizei erstattet, die ist auch rausgefahren und hat sich den Müll vor Ort angesehen. Doch weil keine umweltgefährden Stoffe dabei waren und es sich damit wohl nicht um einen Straftatbestand handelt, hat uns die Polizei an die Gemeinde verwiesen. Hinweise auf einen möglichen Verursacher haben die Beamten gar nicht interessiert“, wundert sich der 73-jährige frühere Landwirt Giesemann. Er habe sich dann die Umweltbeauftragte der Gemeinde gewandt, die den Fall zwar aufgenommen habe, passiert sei jedoch nicht, so Giesemann. Das Ganze sei jetzt fast vier Monate her, die riesigen Müllhaufen lägen immer noch in seinem Waldm mittlerweile sei sogar noch mehr hinzugekommen. Fritz Schnehage von der Gemeinde bestätigte auf Nachfrage des ECHO, dass die Polizei den Vorgang Ende November an die Gemeinde weitergeleitet habe. „Ein Kollege ist mit einem Mitarbeiter der Region vor Ort gewesen, eine Dieselpumpe, die möglicherweise noch Diesel enthalten könnte, haben sie in Plastik verpackt, mitgenommen und entsorgt. Der Rest ist Holz und Bauschutt. Das ist nicht unsere Sache. Die Region ist Ahndungs-, Verfolgungs- und Beseitigungsbehörde“, so Schnehage. Elzes Ortsbürgermeister Jürgen Benk, der sich mittlerweile auch eingeschaltet hat, erhielt von der Umweltbeauftragten Ursula Schwertmann die Aussage, die mobile Eingreiftruppe der Region, die bis vor kurzem noch für die Beseitigung solch illegalen Mülls zuständig gewesen sei, gebe es nicht mehr. Die Nachfrage bei der Region ergab allerdings: Bereits im Januar hat die Region aha mit der Entsorgung beauftragt, die gab den Auftrag an die Volkshochschule weiter und die meldete Erledigung. Das diese Meldung eine Ente war, davon überzeugte sich der Regionssachbearbeiter Peter Longerich gestern vor Ort und wies erneut die Entsorgung durch aha an. Waldbesitzer Giesemann hat mittlerweile unabhängig voneinander aus der Bevölkerung eindeutige Hinweise auf einen möglichen Verursacher erhalten. Und in dem Müll befinden sich John-Deere-Trecker-Teile und Abrissreste eines Stalles, die eine Zuordnung durchaus ermöglichen würden.