Imker Wolff lässt seine Bienen arbeiten

Imker Niels Wolff hat seinen kleinen Verkaufsstand auf dem Bissendorfer Landmarkt stets hübsch mit Blumen und Laub dekoriert. Foto: A. Wiese

Der Landmarkt-Imker hat 4,8 Millionen Bienen für die Honigproduktion im Einsatz

Bissendorf (awi). „Ich lasse arbeiten“, schmunzelt Imker Niels Wolff, als er am Donnerstagnachmittag auf dem Landmarkt in Bissendorf seinen kleinen Stand mit Honiggläsern aufbaut. 80 Völker mit je 60.000 Bienen der sanftmütigen Rasse Karnika fliegen aktuell für den Wettmarer Imker über die Felder und sammeln Blütenpollen. „Meine Bienen sind überwiegend im Raps unterwegs“, erklärt Wolff, doch auch sein Lindenhonig ist sehr beliebt: In Wettmar gibt es noch einen größeren Lindenbestand. Dass der Sommer später begonnen hat, hat Wolff bei der Honig-ernte bereits gemerkt: Normalerweise produziert eins seiner Völker im Schnitt 30 Kilo in einem Jahr. Ob er das dies Jahr erreichen wird, kann er jetzt noch nicht sagen, doch bei der ersten Ernte Ende Mai sei weniger Tracht da gewesen. Mitte Juni hat er diesen Honig geschleudert und bietet ihn auf dem Landmarkt als Frühtracht an. Der Sommerblütenhonig wird erst Ende Juli geerntet und braucht längere Zeit – ein bis zwei Monate – bis er stetig gerührt die richtige Kon-
sistenz hat. Doch wer jetzt glaubt, der Imker habe nur zweimal im Jahr zu tun, der irrt. Jeden Tag geht Wolff zu seinen Völkern. Jedes Volk muss mindestens alle sieben Tage kontrolliert werden: auf Schwarmzellen, damit das Volk nicht schwärmt. Neun Tage dauert es, bis eine Zelle verdeckelt ist, erklärt Wolff. Es müssen Königinnen gezüchtet und Völker vermehrt werden, indem Ableger gebildet werden. Er reinigt und drahtet Riemchen, lötet Mittelwände ein, füllt Honig ab und etikettiert und wäscht Gläser. Zwischendurch werden Kerzen gezogen und Honigbonbons und -cremes zugekauft, um das Angebot möglichst vielfältig präsentieren zu können. Und zwei Mal in der Woche fährt er auf den Markt: dienstags nach Langenhagen, donnerstags nach Bissendorf. Auf beiden Märkten hat er feste Stammkunden, die seinen Honig zu schätzen wissen. Und es macht ihm Spaß auf dem Landmarkt in Bissendorf: die Gespräche mit den Kunden, der Austausch mit den Marktbeschickerkollegen, von denen die meisten mittlerweile ihren Honig für den Privatgebrauch von Niels Wolff beziehen.