In Corona-Zeiten ein Zeichen setzen

Wer wollte, konnte mit Hilfe einer Schablone mit Kreide eine Friedenstaube auf das Pflaster vor der Brelinger Mitte malen und seinen Namen dazuschreiben. Lisa Sacht (links) und Bettina Arasin zeigen, wie es geht.

75 Jahre Befreiung, Frieden und Freiheit – Aktionstag in der Brelinger Mitte

Brelingen (awi). 75 Jahre Befreiung, Frieden und Freiheit – Grund genug für die Kulturschaffenden der Brelinger Mittel neue Wege zu gehen, um weiterhin Gemeinschaftssinn, Kreativität und Soziokultur zu leben – auch und gerade in Zeiten von Corona, wo Menschen schnell bereit sind, sich an Vorgaben anzupassen, auf Freiheiten zu verzichten und Gebote zu verinnerlichen, gibt Bettina Arasin vom Kulturvereiin zu bedenken.
Deshalb lieferte die Brelinger Mitte in Kooperation mit der Kirchengemeinde St.Martini am 8. Mai den ganzen Tag lang vor und an dem Haus in der Marktstraße1 Denkanstöße zum Thema Frieden und Freiheit in früherer und in heutiger Zeit. Zu jeder vollen Stunde wurden Texte gelesen oder angehört, es konnten Bilder und Ausstellungsobjekte angeschaut, aber auch eigene Gedanken formuliert und aufgeschrieben werden. Von 12.45 bis 13.05 läuteten die Kirchenglocken ohne Unterbrechung, die Anwesenden hörten den letzten Wehrmachtsbericht und die Kapitulation, eingelesen von Pastoron Debora Becker. Wegen Corona wurde auf die zunächst angedachte Friedenskette verzichtet. Aber es gab kreative Angebote. Unter dem Motto „Gestalte Dein Friedensbild“ konnte man sich im Glashaus der Brelinger Mitte von Sabine Glandorf zusammengestellte Basteltüten abholen.
Wer wollte, konnte eine Friedenstaube auf das Pflaster vor der Brelinger Mitte sprühen, später, als die Farbe verbraucht war, mit Kreide malen und seinen Vornamen dazuschreiben. Viele Besucher machten davon Gebrauch, wie am Nachmittag zu sehen war. Und es gab auch in Corona-Zeiten ein gemeinsames Lied: Die Kinder des Mittelchores hatten jeweils einzeln ihre Stimmen abgegeben, Hans-Jürgen Weiß hatte sie technisch zusammengebracht und einen Chorklang daraus gemacht.
In der Brelinger Mitte gab und gibt es noch eine Kulturpassage mit Bildern von Kindern und mehr. Sie soll über die Kultur im Dorf hinwegtrösten, die in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Als kleiner Ersatz ist jedoch am 3. Oktober ein „Bankfest“ geplant. „Wir wollen in Corona-Zeiten ein Signal setzen, dass Gemenschaft wichtig ist, nicht nur familiäre, sondern auch gesellschaftliche“, betont Bettina Arasin und verweist zum Beispiel auf die kleinen Mini-Maibäume, die aus Bastelsätzen entstanden sind und deren Bänder jetzt an vielen Stellen im Dorf flattern.