In Negenborn wird wieder Brot gebacken

Bäckermeister und Neu-Wedemärker Frank Ekkenga erklärt der CDU-Landtagspolitikerin Editha Lorberg die Funktionsweise des traditionellen Handwerksofens. Foto: S. Birkner

Bäckermeister Ekkenga bereitet sich auf Filialöffnung vor

Negenborn (sb). Dass hier schon bald frische Backwaren hergestellt und verkauft werden sollen, ist zu diesen Zeitpunkt erst zu erahnen. Statt Teig und Wärme duftet im Raum Zement, und wo bald schon Brötchen liegen sollen, stehen jetzt staubige Farbeimer und die Brotdosen der Handwerker.
Deutlich feststellbar ist: Ins Bäckereigebäude an der Werner-von-Negenborn-Straße kehrt wieder Leben ein. Wo schon lange kein Teig mehr angerührt worden ist, baut ein junger Unternehmer seine erste Wedemärker Bäckereifiliale auf. Frank Ekkenga betreibt bereits sieben Verkaufsstellen in Hannover und plant, seine Produktionsstätten langfristig von Isernhagen nach Negenborn zu verlegen. Er selbst ist schon zum Wahl-Wedemärker geworden.
„Back- und Naschwerk“ soll die Bäckerei heißen, die in vier bis sechs Wochen eröffnen wird. Neben Teigwaren, die stets frisch und nicht aus Backmischungen hergestellt werden, sollen den Negenbornern dort auch Grundnahrungsmittel wie Butter, Zucker und Milch angeboten werden. Zwei Bäckereifachverkäuferinnen, die beide selbst in Negenborn leben, hat Ekkenga schon gefunden. Auch Lehrlinge sind dem Bäckermeister und Konditor willkommen.
Jetzt bekam er Besuch von Orts- und Gemeinderatspolitikern der CDU, zu denen auch die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg zählt. Sie begrüßten Ekkenga in der Wedemark und freuten sich besonders über die Rückkehr eines Lebensmittelgeschäfts in das Dorf.
Der gebürtige Ostfriese Ekkenga verspricht, täglich frisch in Negenborn zu backen und für Nahrungsmittel von hoher Qualität zu sorgen. „Das empfinde ich als meine Verantwortung“, meinte Ekkenga, der beim Referieren über ungesunde Transfettsäuren und den schädlichen Süßstoff Aspartam einen authentischen Eindruck hinterließ.
Für besondere Beachtung des Backhandwerks wird ein Ofen sorgen, der direkt in die Verkaufsfläche integriert ist. Mit Fichtenholz beheizt, sorgen Luftschächte für die Separierung der Backfläche vom Feuerraum. „Das gibt dem Ofen eine Grundfläche von vier bis fünf Quadratmetern und Platz für etwa 20 Brote“, meinte Ekkenga. Dieser Tage arbeitet Ofenbauer Norbert Langkeit aus Langenhagen in Negenborn, wo er den Ofen mit Schamottsteinen mauert und das Belüftungssystem installiert. Die Heiz- und Warmwasserarchitektur des anliegenden Wohnhauses sollen vom Ofenfeuer profitieren. „Dieser Typ Handwerksofen ist so selten geworden, dass ich ihn zuletzt vor acht Jahren gebaut habe“, berichtete Langkeit. Beim Gedanken an erste Testläufe mit dem ihm fremden Arbeitsgerät musste selbst Bäckermeister Ekkenga schmunzeln: „Es werden wohl einige Brote verbrennen, ehe wir die richtige Feinabstimmung finden.“