Ingrid Backhaus im Portrait

Ingrid Backhaus: „Die Gedichte sind meine Kinder.“ Foto: B. Stache

Gedichte sind ihre abertausend geliebten Kinder

Bissendorf-Wietze (st). Der Titel ihres Gedichtbandes „Meine abertausend geliebten Kinder“ klingt irritierend: es ist kein Kinderbuch, das Ingrid Backhaus in Anlehnung an den englischen Begriff „fairy tail“ (Märchen) unter dem Pseudonym Ingrid Fairy geschrieben hat. Die 60-jährige Dichterin aus Bissendorf-Wietze brachte vielmehr ihre Gefühle und Gedanken zu Papier: „Die daraus entstandenen Gedichte sind somit meine Kinder“, erklärte sie den besonderen Titel ihres ersten Buches, dessen Cover die gelernte Grafik-Designerin selbst entworfen hat. „Es soll ausdrücken, dass in unserem Leben ganz viel Mut und Kraft stecken. Der Inhalt des Gedichtbandes wiederum spiegelt die Liebe der Menschen untereinander wider“, so die Künstlerin. Ingrid Backhaus wurde am 6. Mai 1952 als Tochter einer norwegischen Mutter und eines deutschen Vaters in Hamburg geboren. Nach ihrem Abitur studierte sie zunächst Grafik-Design. Aufgrund schlechter Berufsaussichten beendete sie das Studium nach dem Zwischendiplom und ließ sich zur Fremdsprachenassistentin in Spanisch ausbilden. Im Jahr 1988 heiratete sie Horst Backhaus, Manager eines deutschen Lebensmittelkonzerns, in der Wedemark. Nach dem Verlust ihres Mannes vor fünf Jahren fiel Ingrid Backhaus in ein tiefes Loch. „Um über diesen Schmerz hinwegzukommen, habe ich mich an eine frühere Leidenschaft erinnert, dem Schreiben von Gedichten“, führte sie aus und ergänzte: „Ich habe mich dann im Mai 2010 auf den Weg gemacht und wieder viele Gedichte geschrieben. Damit habe ich mir einen Traum erfüllt, aus dem mein erstes Buch entstand.“ Der Gedichtband „Meine abertausend geliebten Kinder“ ist keine leichte Kost sondern anspruchsvolle Literatur. 2011 stellte die Dichterin aus der Wedemark ihr Werk auf der Frankfurter Buchmesse vor, ihre erste Lesung hatte sie dort im Oktober 2011. Es folgte eine weitere Lesung im März 2012 in Leipzig. Mit ihrem Gedichtband möchte Ingrid Backhaus anderen Menschen „Mut zur Selbstfindung“ machen. Dies bringt sie in ihrem Gedicht „SO NICHT!“ mit folgender Strophe eindrucksvoll zum Ausdruck: „Reiße aus die so verdorrten Wurzeln, die in Dir – Deine Seele soll frei atmen – ohne Moder, wie ein totes Tier! Nimm’ an Dein Seelenwerden, finde doch die Tür zu Deinem Innersten und sei zufrieden dann: Begegne Dir!“ Erschienen ist der Gedichtband unter dem Namen Ingrid Fairy „Meine abertausend geliebten Kinder“ als Taschenbuch mit 108 Seiten im Frankfurter Literaturverlag und kostet 12,40 Euro. Mittlerweile schreibt Ingrid Backhaus Aphorismen, philosophische Gedankensplitter, auf Facebook: „Mit einem Roman habe ich kürzlich begonnen“, erklärte sie. In ihrer Freizeit kümmert sich die Tierfreundin um ihre beiden Hunde Alfino und Flicka, einen fünfjährigen Landseer Rüden und die zweieinhalbjährige Schäferhündin aus Kroatien. Die beiden Katzen Honey und Caesar leben ebenfalls mit im Haus. Auf die Frage, ob sie ein Lieblingsgedicht aus ihrem Gedichtband nennen möchte, antwortete sie dem Fragesteller weise: „Lieben Sie eines Ihrer Kinder mehr als das andere?“.