Initiative „Leine verbindet“ im Deutschen Erdölmuseum Wietze

Christiane Röker (links) demonstriert den Besuchern mit einem Stock voller klebrigem Ölsand einen sogenannten „Ausbiss“ – dort tritt das Erdöl von selbst an die Erdoberfläche. Foto: B. Stache
Wietze (st). Das Thema Erdölgewinnung einst und heute stand auf der Tagesordnung beim Besuch der Mandelsloher/Helstorfer Initiative „Leine verbindet“ im Deutschen Erdölmuseum Wietze. Christiane Röker, Chemikerin und Pädagogin, erwies sich als profunde Museumsführerin, die der Besuchergruppe beim Rundgang durch die Ausstellungshalle und das Freigelände die Geschichte der Erdölförderung im niedersächsischen Wietze näherbrachte. Das Museum befindet sich auf dem ehemaligen Wietzer Ölfeld. Die Wietzer Bauern gewannen hier schon in der frühen Neuzeit Öl aus Teerkuhlen, das sie als Schmier- und Heilmittel verkauften. Die industrielle Förderung begann 1858/59 mit einer der weltweit ersten erdölfündigen Bohrungen. 1918 erschloss die Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft (DEA) mit einem Schachtbetrieb die bergmännische Förderung von Ölsand und Sickeröl aus einer Teufe (Tiefe) von zirka 300 Metern. Zwischen 1900 und 1920 gab es in Wietze das produktivste deutsche Erdölfeld mit einem Anteil von bis zu 80 Prozent an der Gesamtförderung. 1963 endete die Wietzer Erdölförderung. Auf dem Freigelände demonstrierte Dr. Christiane Röker den Besuchern mit einem Stock voller klebrigem Ölsand einen sogenannten „Ausbiss“ – dort tritt das Erdöl von selbst an die Erdoberfläche. Mit großem Interesse verfolgte die Gruppe auch das Einschalten einer historischen Transportpumpe, deren Aufgabe es war, das Erdöl aus Wietze zur Aller zu pumpen. Dort wurde das Öl von Schiffen aufgenommen und beispielsweise zur Raffinerie nach Hamburg befördert. Bei der informativen Führung wurde auch das Thema Fracking erörtert. „Im Jahr 2020 wird unser Museum 50 Jahre alt“, berichtete Museumsdirektor Dr. Stephan Lütgert. „Wir beabsichtigen, aus diesem Anlass das Museum attraktiver zu gestalten und das Angebot zu erweitern – durch kulturelle Veranstaltungen und neue Vermittlungsformen, wie beispielsweise eine App.“ Das Deutsche Erdölmuseum Wietze ist von März bis November jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, an Feiertagen auch montags. In den Sommermonaten Juli und August sind die Öffnungszeiten Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Einlass bis eine Stunde vor Schließung. Weitere Informationen über Eintrittspreise, Führungen und Vorträge finden sich auf der Webseite unter www.erdoelmuseum.de.

Foto 7570: Dr. Christiane Röker (links) demonstriert den Besuchern mit einem Stock voller klebrigem Ölsand einen sogenannten „Ausbiss“ – dort tritt das Erdöl von selbst an die Erdoberfläche.

Foto 7566: Dr. Christiane Röker (rechts) erklärt den Besuchern im Außenbereich des Museums, wie früher das Erdöl in Fässern und Tanks transportiert wurde.

Foto/s: Bernd Stache