Innungsobermeister bricht Lanze

Innungsobermeister Carsten Dettmers (rechts) und sein Fleischerkollege Lars Grimsehl gehören zu den Fleischern, die schnell auf die Corona-Krise und den geänderten Bedarf reagiert haben. Archivfoto: A. Wiese

„Fleischerhandwerk sichert regionale Versorgung in Zeiten der Corona-Krise“

Wedemark (awi). Die direkte Ansprache an die Kunden ist in diesen schwierigen Zeiten der beste Weg“, ist der Obermeister der Fleischerinnung im Altkreis Burgdorf, Carsten Dettmers aus Elze, mit seinen Kollegen auf einer Linie. Es sind gerade die Betriebe des Lebensmittelhandwerks, die Fleischer und Bäcker, die in den aktuellen Krisenzeiten rund um das Corona-Virus eine Versorgung der Bevölkerung mit frischen und regionalen Lebensmitteln garantieren, betont Dettmers und verweist auf die aktuelle Einlassung des Präsidenten des Deutschen Fleischer-Verbandes, Herbert Dohrmann: „Unsere 12.000 Betriebe des Fleischerhandwerks mit über 7.000 Filialen sorgen dafür, dass die Menschen auch in dieser Situation alles haben, was sie zum Leben brauchen. In den Handwerksbetrieben arbeiten die Unternehmer und viele Mitarbeiter hart dafür, dass die Menschen jeden Tag gute Lebensmittel bekommen.“ Viele Fleischereien hätten sich in der Krise schnell umgestellt und böten zusätzlich Lieferdienste für frische Produkte und fertige Essen für Menschen an, die nicht einkaufen gehen könnten oder dürften. Von großem Wert seien vor allem auch kurze und nachvollziehbare Transportwege. Weder Rohstoffe noch Produkte würden im Handwerk über weite Strecken trans-portiert, sondern würden aus der Region für die Region produziert und vermarktet. Das sei schon zu normalen Zeiten ein großer Vorteil, aber gerade jetzt leiste das einen zusätzlichen Beitrag zur Eindämmung der Verbreitung des Virus und helfe letztlich auch dabei, wichtige regionale Wertschöpfungsketten aufrecht zu erhalten.
Schwierigkeiten bekommen derzeit Fleischereien, die sich besonders stark auf den Partyservice oder auf das Catering von Veranstaltungen spezialisiert haben. Der fast völlige Stillstand des öffentlichen Lebens führt bei diesen Unternehmen zu massiven Umsatzeinbrüchen. Sollte die Krise länger anhalten, sei sogar mit Exis-tenzbedrohungen zu rechnen, befürchten sowohl Dohrmann als auch Dettmers. Verkauf und Produktion, beides unter deutlich erschwerten Bedingungen, verlangten einen überdurchschnittlichen Einsatz vom Personal in den Fleischereien, in der Produktion, im Verkauf in den Geschäften und auf den Märkten, gibt Innungsobermeister Carsten Dettmers zu bedenken und spricht dabei auch für seine Kollegen Lars Grimsehl und Ralf Backhaus, die ähnlich aufgestellt sind wie sein eigener Betrieb.