Jäger wünscht sich mehr Blühstreifen

Blühstreifen des Betriebs Mohlfeld in der Gailhofer Feldmark.

Harry Leide hofft, noch mehr Landwirte für das Förderprojekt gewinnen zu können

Gailhof (awi). „Davon wünsche ich mir nicht nur in meinem Revier noch wesentlich mehr", sagt Jagdpächter Harry Leide aus Gailhof und zeigt auf den bunten Blühstreifen in der Gemarkung. Und mit diesem Wunsch steht der ambitionierte Jäger und Naturschützer nicht alleine da, sondern spricht im Namen vieler weiterer Jäger und natürlich auch Imker. Doch nicht alle Landwirte stünden dem Förderprojekt Blühstreifen so aufgeschlossen gegenüber wie Sabine und Heinz Mohlfeld aus Gailhof, dem das Ackerland gehört, auf dem dieser Blühstreifen entstanden ist, etwa zehn Meter breit und 400 Meter lang, insgesamt rund ein Hektar Fläche. Dort wachsen Phazelia, Margeriten, wilde Kamille, Kornblumen, wilder Roggen und vieles mehr. Region Hannover, Stiftung Kulturlandschaft und Landvolk stehen hinter diesem Blühstreifen-Projekt, ist einem Schild im Feld zu entnehmen. Das Wild findet hier Nahrung, ebenso wie die Bienen und schön aussehen tut es auch noch. Ein Blühstreifen ist Rückzugsraum und Nahrungsquelle zugleich, betont Harry Leide, und zwar für alle Niederwildarbeten von der Lerche über Rebhuhn und Fasan bis zu Reh und Hase und vielen Insektenarten. Insbesondere das Rehwild ist ein Nascher, zupft mal hier, mal da. Das Niederwild ist hier vor allem vor Greifvögeln geschützt. Die mehrjährigen Blühstreifen sind meist auf vier Jahre angelegt. Die Förderung von Blühstreifen auf Ackerland ist auf maximal zehn Hektar je Betrieb begrenzt. Die Grundförderung beträgt 700 Euro pro Hektar, bei Imkerbeteiligung zuzüglich 100 Euro pro Hektar. Gefördert wird die Anlage und Pflege von einjährigen Blühstreifen beziehungsweise Blühflächen auf Ackerland. Die streifen müssen mindestens sechs Meter und dürfen maximal 30 Meter breit sein oder die Gesamtfläche kann maximal zwei Hektar betragen. Die Aussaat auf Ackerflächen beziehungsweise an Ackerrändernmuss bis zum 15. April jeden Jahres erfolgen.Der Standort kann jedes Jahr variieren.Die Blühmischung muss aus bestimmten Blühpflanzen bestehen. Der Einsatz von Pflanzenschutz und Düngemitteln ist untersagt. Der Aufwuchs der Blühstreifen eziehungsweise Blühflächen darf nicht genutzt werden. Auf mindestens 30 Prozent der Gesamtfläche in der Verpflichtung ist bis zum 15. Februar des Folgejahres eine Winterruhe einzuhalten. Danach kann die Verpflichtungsfläche umgebrochen werden.
Früheste Beseitigung von maximal 70 Prozent der Gesamtfläche ist ab dem 15. Oktober jeden Jahres möglich.
Spaziergänger an den Feldwegen mit den Blühstreifen sind gerne gesehen – wenn sie keine Blumen abpflücken, das ist verboten, und ihre Hunde zumindest in der Brut- und Setzzeit noch bis 15. Juli an der Leine führen, betont Harry Leide, der diesbezüglich immer wieder leidige Diskussionen mit den Hundebesitzern führen muss.