Jagau dienstältester aktiver Brandmeister

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr: Gemeindebrandmeister Michael Hahn (l.) und der gerade frisch in die vierte Amtsperiode gewählte Ortsbrandmeister Hartmut Jagau (r.) gratulierten Wilfried Buuck (2. v. l.) zu 50 Jahren und Rainer Precht zu 25 Jahren Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Foto: A. Wiese

Anbau auch Thema bei Jahresdienstversammlung bei der Feuerwehr Abbensen

Abbensen (awi). Hartmut Jagau ist am Samstagabend bei der Jahresdienstversammlung von seinen aktiven Kameraden mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung in seine vierte Dienstperiode als Ortsbrandmeister von Abbensen gewählt worden. Damit ist der 52jährige Jagau der dienstälteste noch aktive Ortsbrandmeister in den Wedemärker Wehren, bestätigte Gemeindebrandmeister Michael Hahn. Da er zuvor auch noch stellvertretender Ortsbrandmeister war, kommt er mittlerweile insgesamt auf 27 Dienstjahre im Kommando. „Hartmut Jagau ist der Feuerwehr genauso verbunden wie sein Vorgänger und die Art, wie er es macht ist dafür verantwortlich, dass diese Wehr einen guten Altersdurchschnitt, eine hohe Motivation und eine gute Jugendarbeit hat“, lobte im Vorfeld der geheimen schriftlichen Wahl Michael Hahn.
In seinem Bericht für 2011 listete Jagau 2732 Dienststunden auf, davon 212 für Ausbildung und Lehrgänge, 382 für die Altersgruppe, 153 Einsatzstunden, 1755 in der ersten Gruppe und 230 Stunden im Kommando. Die Abbenser Wehr verfügt über 47 aktive und 157 passive Mitglieder. Die Kameraden brachten sich wieder aktiv in die Dorfgemeinschaft ein, indem sie Müll sammelten, den Maibaum mit aufstellten, Schützenfest und Weihnachtsmarkt unterstützen und das Osterfeuer ausrichteten. Sie leistete im Rahmen einer Übung Aufbauhilfe in der Medizinischen Hochschule, rückte mehrmals zu kleineren Brandeinsätzen aus, auch wenn diese sich nicht immer als real entpuppten, öffnete Türen für den Rettungsdienst beseitigte einen Wasserschaden im Altenheim und verhinderte, dass wegen 100 Mililitern verschütteten Salmiakgeists gleich der ganze Gefahrgutzug ausrücken musste. Auch Abbensens Feuerwehr sei ein Beleg für das Motto des Landesfeuerwehrverbandes 2012 „Feuerwehr unverzichtbar“, sagte Gemeindebrandmeister Hahn und betonte: „Feuerwehr ist kein Selbstzweck, sie steht für Lebensqualität und Sicherheit, insbesondere der Gewerbebetriebe. Unser Dank gilt den Arbeitgebern für die Freistellung im Notfall, den Familienangehörigen und den Förderern“.
Jugendwart Heinrich Warmbild berichtete, dass seine 24 Mitglieder 2220 Stunden geleistet hätten, davon 1777 feuerwehrtechnischen Dienst und 938 Stunden Sport und Freizeit. Einzelne Mitglieder hätten sich an der Leistungsspangenabnahme und der Jugendflamme beteiligt. Das Amt des zurückgetretenen Jugendwarts Christopher Kappus hätte Sebastian Ring übernommen. Ausdrücklich bedankte sich Warmbold bei den Sponsoren, die den Sprinter mit finanziert hätten, ohne den die zahlreichen Aktivitäten der Jugendwehr trotz MTW nicht möglich wären. Befördert wurden Heinrich Wiese zum 1. Hauptfeuerwehrmann, Rene Wienhöfer zum Hauptfeuerwehrmann und in Abwesenheit PascalHagedorn zum Oberfeuerwehrmann. Für 50-jährige Mitgliedschaft überreichte Gemeindebrandmeister Hahn an Wilfried Buuck das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes und an Hauptfeuerwehrmann Rainer Precht das niedersächische Ehrenzeichen der Feuerwehr für 25-jährige aktive Mitgliedschaft.
Ein Thema liegt der Feuerwehr Abbensen in diesem Jahr ganz besonders am Herzen: der Anbau ans Feuerwehrgerätehaus, den sie in Eigenleistung mit den finanziellen Mitteln umsetzen will, die auch andere Wehren für ein Carport zur Unterbringung des MTW bekommen haben. Nur will Abbensen gerne ein gemauertes an Stelle eines Holzcarports haben und diesen Raum auch für die Jugendwehr nutzen. Wie berichtet hatte der Feuerschutzausschuss auf Wunsch des Bürgermeisters dafür votiert, diesen Antrag in der Verwaltung auf Machbarkeit überprüfen zu lassen. Die Verwaltung hatte im Fachausschuss ihre Bedenken deutlich gemacht, was passieren solle, wenn zum einen der veranschlagte Betrag nicht ausreiche, zum anderen andere Wehren auf Gleichbehandlung pochten. Hartmut Jagau hatte zu Beginn der Versammlung am Samstag dieses Thema zunächst nur angeschnitten und als Reaktion auf das Lob des Bürgermeisters in seinem Grußwort für das Engagement der Wehr nur gesagt: „Der eine Wunsch ist ein großer, hoffe, wir kommen auf einen Nenner!“ Doch unter dem Punkt Verschiedenes griff Gemeindebrandmeister Michael Hahn das Thema auf, indem er appellierte: „Wenn eine intakte Dorfgemeinschaft anbietet, Eigenleistungen zu erbringen, auch zur Steigerung des Dorfbildes, sollte man diesem Wunsch stattgeben.“ Er hoffe, dass die Gemeinde nach ihrer Prüfung zu dem selben Ergebnis komme. Das sei ihnen aus der Seele gesprochen, bestätigten Ortsbrandmeister Jagau und auch Schützenvereinsvorsitzenden Wolfgang Kasten, der ebenso wie Ortsbürgermeister Peter Reuter zuvor Grußworte gesprochen hatte. Für Bürgermeister Tjark Bartels war dieser Appell Hahns allerdings „unnötige Polemik“. Selbstverständlich zähle die Gemeinde darauf, dass die Feuerwehr mit Hand anlege, doch das Anliegen werde „in aller Ruhe und mit der gebotenen Sorgfalt geprüft, ob es machbar und fair im Gesamtgefüge sei angesichts anderer Maßnahmen, die beschlossen seien. Diese Wehr sei ausgesprochen gut ausgestattet, betonte Bartels. Er kritisierte den Vorstoß Hahns, es sei heikel, das Thema in dieser Form auf den Tisch zu bringen und der Sache auf keinen Fall dienlich.