Jens Kahlmeyer im Rat verabschiedet

Einen Blumenstrauß und sehr viel Anerkennung gab es am Montagabend im Rat für den scheidenden stellvertretenden Gemeindebrandmeister Jens Kahlmeyer (Zweiter von links) vom Verwaltungsvorstand: Bürgermeister Helge Zychlinski (Zweiter von rechts), Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier und Gemeindekämmerer Joachim Rose. Foto: A. Wiese

Feuerwehr wählt im Januar neuen stellvertretenden Gemeindebrandmeister

Bissendorf (awi). Seit Montagabend hat die Wedemark nur noch einen stellvertretenden Gemeindebrandmeister: Der zweite Inhaber dieses Postens, Jens Kahlmeyer, ist nach mehr als zehn Jahren in dieser Position auf eigenes Verlangen von Bürgermeister Helge Zychlins-ki aus der Verantwortung entlassen worden. Damit steht Gemeindebrandmeister Maik Plischke mit Christoph Boss zurzeit nur noch ein Gemeindebrandmeister zur Verfügung. Die Feuerwehrführung plant, den Nachfolger Kahlmeyers im ersten Quartal 2019 zu wählen.
Bürgermeister Helge Zychlins-ki fand am Montagabend ebenso warme wie respektvolle Worte für Jens Kahlmeyer, der „Freiwillige Feuerwehr Wedemark mit jeder Faser seines Körpers“ sei. Am 13. April 1977 sei Jens Kahlmeyer in die Feuerwehr eingetreten und habe sich von diesem Zeitpunkt an ganz dem Thema verschrieben. „Jens Kahlmeyer hat Feuerwehr mit unglaublicher Leidenschaft gelebt“, so Zychlinski in seiner Laudatio. Und so sei es nur konsequent gewesen, dass er sich 1996 zur Verfügung gestellt habe, als die Feuerwehr Berkhof einen stellvertretenden Ortsbrandmeister suchte. 1999 wurde er dann zum Ortsbrandmeister gewählt und stellte dieses Amt erst 2008 zur Verfügung, als er zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister, damals noch als Vertreter Michael Hahns und Nachfolger Udo Heppners, gewählt wurde. Bereits im Juli 2007 war Kahlmeyer kommissarisch ernannt worden, im April 2008 wurde er endgültig berufen und später für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt. Eine berufliche Veränderung bereits vor einiger Zeit ist jetzt der Auslöser dafür, dass Jens Kahlmeyer vom Stellvertreterposten zurückgetreten ist. „Sie haben die Freiwillige Feuerwehr Wedemark maßgeblich geprägt, sich gerade zu für sie aufgeopfert, Verantwortung übernommen und ihre Freizeit in sehr großem Maße zum Einsatz gebracht, um den Menschen in der Wedemark Sicherheit zu geben“, betonte der Bürgermeis-ter. Er habe Kahlmeyer als sehr ehrlich und geradlinig erlebt, der es meist geschafft habe, andere von seiner Position zu überzeugen. Definitiv habe sich Kahlmeyer weit über das im Ehrenamt übliche engagiert und auch die Verwaltung außerordentlich unterstützt, nicht zuletzt in Zusammenhang mit der Beschaffung der neuen Schutzausrüstung. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister habe auch diesen Prozess unter Maik Plischke mit großer Offenheit begleitet, lobte Zychlinski. Außer der offiziellen Entlassungsurkunde bekam Kahlmeyer einen Blumenstrauß und einen Gutschein für einen netten Abend. Die Ratsmitglieder verabschiedeten ihn mit langanhaltendem Applaus.
„Wir haben aussichtsreiche Kandidaten für die Nachfolge von Jens Kahlmeyer, mit denen Chris-toph Boss und ich jetzt ins Gespräch gehen, um dann den Ortsbrandmeistern eine Wahlliste vorlegen zu können“, so Gemeindebrandmeister Maik Plischke. Er selbst ist bereits im September von den Ortsbrandmeistern und ihren Stellvertreter für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen worden. Diesem Vorschlag kann im Sommer 2019 der Rat der Gemeinde Wedemark folgen und Plischke damit in seinem Amt bestätigen. Für die zweite Amtszeit Plischkes liegen die Schwerpunkte in der Fortschreibung und Umsetzung des Bedarfsplans. Mit Verwaltung und Politik besprochen sind Neubauten von Feuerwehrhäusern für die Feuerwehren Berkhof und Meitze sowie die Planung eines neuen Feuerwehrhauses für die Feuerwehr Mellendorf. 2013 wurde Plischke das erste Mal zum Gemeindebrandmeister gewählt. In seiner Zeit als Gemeindebrandmeister hat er den Bedarfsplan der Freiwilligen Feuerwehr Wedemark erstellt. Dieser beinhaltet die zukünftige Ausrichtung der Feuerwehr unter anderem, in Sachen Personal, Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser. Das von Plischke und seinen Stellvertretern vorgelegte Fahrzeugkonzept wird von der Verwaltung und der Politik mit getragen und umgesetzt. Dazu gehört das beschaffte Löschgruppenfahrzeug-Logistik der Feuerwehr Wennebostel, die bestellten Hilfeleistungslöschfahrzeuge für die Wehren Mellendorf, Bissendorf und Elze, sowie das TSF-W für Negenborn. Geplant für die nächs-ten Monate sind darüber hinaus das Löschgruppenfahrzeug Katas-trophenschutz, für das der Verwaltungsausschuss am Montag die Ausschreibung in Auftrag gegeben hat, sowie eine neue Drehleiter für die Feuerwehr Mellendorf. Darüber hinaus hat Plischke die Umsetzung der Imagekampagne „Danke Florian“ mit Unterstützung durch Politik, Verwaltung und das Wedemark ECHO gestartet.
Im Nachgang zum Verwaltungsausschuss erklärte am Dienstag die für Feuerwehr zuständige Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier, dass das neue Katastrophenschutzfahrzeug ebenso wie das bereits 25 Jahre alte Fahrzeug in Mellendorf stationiert werde. Die Kosten sind mit 411.000 Euro veranschlagt, wovon das Land Niedersachsen allerdings 190.000 Euro übernimmt. Bedindgung ist allerdings, dass die Gemeinde Wedemark das Fahrzeug dem ersten Zug der Bereitschaft V der Region Hannover zur Verfügung stellt. Wenn jetzt die Ausschreibung startet, wird das Fahrzeug voraussichtlich in einem Jahr geliefert, so die Einschätzung Schönemeiers.