Jugendarbeit bei der Kirche neu belebt

Zwei, die besser miteinander harmonieren, als ihre Namen zunächst vermuten lassen, wie sie selbst schmunzelnd einräumten: Kirchenvorsteherin Ute Weiß und der neue Pastor Maik Schwarz. Foto: A. Wiese

Pastor und Kirchenvorstand wollen in Richtung Neubürger aktiv werden

Elze (awi). Der Kirchenvorstand hat sich neu konstituiert, der neue Pastor hat sich eingelebt – beide zusammen sind eine „tolle“ Mischung, sind sich Ute Weiß vom Kirchenvorstand und Pastor Maik Schwarz einig. Alle seien sehr offen und „die Alten“ motiviert, neue Wege zu gehen. In der Diakonie sei die Kirchengemeinde schon immer sehr stark gewesen, die Kinder und Jugendlichen habe sie dabei zeitweise ein wenig aus den Augen verloren. Jetzt habe sich der Kinderbereich „berappelt“ und auch die Jugend habe neuen Schwung bekommen. Kirchenvorstand und Pastor haben sich vorgenommen, aktiver in Richtung Neubürger zu sein, auch auf die zuzugehen, die keine Gemeindemitglieder seien. „Wir wollen neue Menschen für uns gewinnen und näher an die Kirche herankriegen“, erklärt Ute Weiß. Etwa ein Drittel der Einwohner im Gemeindegebiet sei in der Kirche, viele davon aber auch katholisch, eine Nachwirkung der Flüchtlingsströme im Zweiten Weltkrieg. Es gibt eine Gruppe für Kinder bis zur Konfirmation, eine Jugendgruppe soll neu aufgebaut werden. Ganz klar sei zu spüren: „Es tut sich was!“ Vom 24. bis 25. August wird es in Elze ein Jugendfestival vom Kirchenkreis geben. Ein Jugendkonvent wird dies demnächst an einem Wochenende vorbereiten. Kirchenkreisjugendwartin Anne Basedau wird die Veranstaltung mit Workshops und Zelten auf dem Kirchengelände leiten. Die Elzer Gemeinde will das Konvent als Anschub für ein neues Kapitel der Jugendarbeit nutzen. Die Gruppe soll sich danach weiter treffen und an den Vorbereitungen arbeiten. „Zwei Jugendliche machen gerade ihren JuLeiCa-Schein“, erzählt Ute Weiß. Maik Schwarz freut sich über die vielen Ehrenamtlichen, die sich einbringen: „Gut, dass ich nicht alles machen muss. Bei uns dürfen alle mitmachen, auch aus anderen Kirchengemeinden, gerne auch Muslime und Jugendliche, die nicht in der Kirche sind: Wir schicken keinen weg!“ Und er ergänzt: Selbst wenn wir uns intensiv mit dem Thema Taufe beschäftigen und hinterher keiner getauft wird, haben wir nicht verloren. Wir freuen uns über jeden, der dazukommt, aber davon hängt der Erfolg unserer Arbeit nicht ab.“ Doch nicht nur die Jugend steht im Fokus: Es soll wieder regelmäßig Gottesdienste im Altenheim in Hohenheide geben, intern im Rahmen der Mittwochstreffen, aber auch öffentliche Andachten mit Pastor Schwarz, seit dessen Ankunft in der Gemeinde sich die Besucherzahlen in den Gottesdiensten positiv entwickelt haben. Einmal im Monat gibt es eine Andacht in der Kapelle in Meitze und alle zwei Jahre möchte Maik Schwarz auch in den anderen Dörfern seiner Gemeinde wie Berkhof, Plumhof oder Sprockhof einen Gottesdienst halten. „Mir sind auch die Älteren wichtig. Sie haben so viel für die Kirche getan.“ Schwarz hofft, mit seiner Frau noch im Sommer in das grundrenovierte alte Pfarrhaus einziehen zu können. Von der Hilfsbereitschaft der Gemeindemitglieder, die ihnen in Elze zunächst eine kleine und jetzt übergangsweise eine andere Wohnung zur Verfügung stellten, ist das Pastorenehepaar beeindruckt. „Wir haben uns Elze nicht ausgesucht, sondern kamen aus Südafrika zurück und waren für diese vakante Stelle kurzfristig verfügbar“, erklärt Schwarz, doch beide fühlten sich hier von der Gemeinde und den Menschen sehr herzlich aufgenommen.