Jugendfeuerwehr Negenborn siegt

Stolz präsentieren die drei erstplatzierten Teams aus Negenborn, Bissendorf-Scherenbostel und Meitze ihre Urkunden.
 
Der stellvertretende Regionsjugendwart Bernd Klepsch (links) zeichnete Elzes Jugendwart Dominik Jansen mit der bronzenen Ehrennadel aus.
 
Herbert (links) und Hans-Heinrich Bütehorn gehören zu den Gründungsmitglieder der Jugendfeuerwehr Elze. Sie verfolgten den Kommers bei der Siegerehrung nach dem Orientierungsmarsch mit großem Interesse. Foto: A. Wiese

21 Teams traten beim Geburtstagsorientierungsmarsch gegeneinander an

Elze (awi). 21 Mannschaften traten beim Orientierungsmarsch am Sonnabend gegeneinander an, zu dem die Jugendfeuerwehr Elze anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens Jugendfeuerwehren aus der Wedemark und den Nachbarkommunen Schwarmstedt, Neustadst und Burgwedel sowie von der Partnerfeuerwehr in Mehringen eingeladen hatte.
Nach 5,5 schweißtreibenden Kilometern, zehn Stationen und gut drei Stunden wurde mit etwas Verspätung ein strahlendes Team der Jugendfeuerwehr Negenborn als Sieger gekürt. Sie bekamen ebenso einen Pokal wie das Team Bissendorf-Scherenbostel 2 für den zweiten und Meitze 2 für den dritten Platz. Alle anderen mussten sich mit Urkunden und Weingummi-Boxen begnügen, was der guten Laune jedoch keinen Abbruch tat. Auf Platz vier bis 18 rangierten die Teams Fuhrberg, Neustadt-Dudensen, Schwarmstedt, Elze 2, Hellendorf, Berkhof, Meitze 1, Elze , Mellendorf, Brelingen, Bissendorf 1, Mehringen, Engensen, Gailhof und die jüngste Gruppe des Wettkampfs, die Kinderfeuerwehr Löschmeister aus Burgwedel, die als Jüngste noch eine Weingummi-Box extra bekamen. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Carsten Dettmers hatte Teilnehmer und Gäste zunächst begrüßt.Namentlich dankte er dem stellvertretenden Regionsjugendwart Bernd Klepsch, Ortsbürgermeister Jürgen Benk, Gemeindejugendwart Christoph Meyer, und dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister Christoph Boss für ihr Kommen. Er ging auf die 60-jährige Historie der Jugendfeuerwehr Elze ein, aus der 91 Prozent der aktuell 69 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Elze hervorgangen seien. „Ihr seid der Nachwuchs für uns, die nächsten Jugendfeuerwehrwarte und Ortsbrandmeister. Bleibt auf jeden Fall dabei“, rief Dettmers den Kindern und Jugendlichen zu.
Bevor Elze Jugendfeuerwehrwart Dominik Jansen mit seinem Stellvertreter Mirko Weißmann zur Tat schreiten und die Sieger des Orientierungsmarsches auszeichnen konnte, stand er selbst unverhofft im Mittelpunkt. Der stellvertretende Regionsjugendwart Bernd Klepsch hatte für ihn das Ehrenzeichen der niedersächsischen Jugendfeuerwehren in Bronze im Gepäck, um sich für Jansens jahrelanges Engagement zu bedanken. Ortsbürgermeister Jürgen Benk überbrachte die Grüße des Ortsrates und dankte allen, die ihre Freizeit der Feuerwehr zur Verfügung stellten und alle, die die heutige Veranstaltung möglich gemacht hätten.

Der Gemeindejugendfeuerwehrwart Christoph Meyer überbrachte Grußworte der Gemeindejugendfeuerwehr als auch für den Förderverein Jugendfeuerwehren Gemeinde Wedemark. Für den Orientierungsmarsch waren zwischen 9 und 12.30 Uhr 15 verschiedene Jugendfeuerwehren mit insgesamt 120 Jugendlichen, aus dem nördlichen Teil der Region Hannover, im Zehn-Minuten-Takt vom Feuerwehrgerätehaus Elze aus durch den Ort in die Feldmark gestartet. Die zehn Stationen forderten von den Kindern und Jugendlichen die Zusammenarbeit im Team, handwerkliches Geschick, Denkvermögen und Allgemeinwissen, natürlich aber auch den Umgang mit verschiedenen Materialien der Feuerwehr.
So mussten an einer Station KFZ-Kennzeichen den entsprechenden Orten zugeordnet werden oder Wappen den Bundesländern. Mit einem C-Schlauch wurde das zielgenaue Ausrollen geübt, indem neun Kegel getroffen werden sollten. Wer die weiteste Strecke mit einem selbstgebastelten Papierflieger schaffte oder aber verschiedene Gewürze am Geruch erkennen konnte, hatte gute Chancen, sich in der Auswertung vorne zu platzieren. 25 Gegenstände waren in Bäumen aufgehängt und mussten mit einem Fernglas erkannt werden.
Circa vier Stunden nach dem Start kamen die Kinder und Jugendlichen zurück zum Feuerwehrgerätehaus in Elze und konnten dann noch etwas Freizeit auf einer Hüpfburg oder mit verschiedenen Spielen bis zur Siegerehrung verbringen. Elzes stellvertretender Ortsbrandmeister Carsten Dettmers gab einen kurzen Rückblick zur Gründung der Jugendfeuerwehr Elze am 1. Mai 1959. „Die Jugendfeuerwehr wurde damals gegründet, um die Jugendlichen ‚von der Straße‘ zu bekommen, da es kurz zuvor einen Unfall mit einem PKW gab“, erzählte er die Überlieferung von früher. Die beiden Gründungsmitglieder, die Brüder Hans-Heinrich und Herbert Bütehorn konnten das aus eigener Erinnerung bestätigen. Otto Hemme Senior habe die Gründung der Jugendfeuerwehr aus dem genannten Grund angeregt. „Die Jungs müssen von der Straße“, habe er gesagt. Zehn Gründungsmitglieder waren es damals. Heute hat die Jugendfeuerwehr Elze 15 Mitglieder, da sie in den letzten zwei Jahren einen großen Schwung an die aktive Wehr abgegeben habe und jetzt erst einmal auf Nachwuchs aus der Kinderfeuerewhr warte. Sie hätten damals in der Jugendfeurewehr auch das Marschieren geübt, erzählt Hans-Heinrich Bütehorn, und zwar auf dem Schulhof. „Wir mussten in einer Reihe stehen und jeder musste einzeln daran vorbeimarschieren. Das war auch wichtig, damit es bei den Umzügen klappte.“ Bütehorn selbst wurde nach seiner aktiven Jugendfeuerwehrzeit zunächst stellvertretender Jugendwart, dann Jugendwart und in der aktiven Wehr Truppführer, Gruppenführer und Zugführer. Das größte Erlebnis, an das er sich aus seinen Jugendfeuerwehrjahren erinnert, war das Landesjugendfeuerwehrzeltlager in Holzminden.
Carsten Dettmers erwähnte, dass es in den letzten 60 Jahren acht Jugendfeuerwehrwarte gegeben habe. „Die ersten vier Otto Hemme, Hans-Heinrich Bütehorn, Herbert Müschen und Carsten Dettmersn in den ersten 40 Jahren, die letzten vier Tanja Winkelhake, André Jassens, Thomas Hellwig und Dominik Jansen in den letzten 20 Jahren“. Außer den bereits erwähnten Gründungsmitglieder Hans-Heinrich und Herbert Bütehorn gehörten der ersten Jugendfeuerwehrgruppe von 1959 Hans-Richard Balke, Heinz-Werner Reichenbach, Ludwig Brüggemann, Peter Ruhland, Willfried Schidsick, Wolfgang Vatheuer, Willfried Wenzel, Bernd Leseberg und Otto Wulf an. Der Chronik 100 Jahre Feuerwehr und die Geschichte des Dorfes Elze ist zu entnehmen, dass es am 24. April 1960 die erste Inspektion seitens der Kreisfeuerwehrverantwortlichen für die junge Jugendwehr gegeben habe. Deren Jungs hatten „monatelang fleißig und gewissenhaft geübt, um der hohen Kommission zu bweisen, dass ihr Tun pflichtbewusstes Übungsvorhabenund nicht etwa nur Spielerei ist“, schrieb das Burgdorfer Kreisblatt dazu. Und so bestanden die jungen Elzer ihre Prüfung erfolgreich und ernteten Lob und Anerkennung.
Schon damals hatte die Jugendfeuerwehr auch eine wichtige soziale Aufgabe. So wurden Ausflüge unternommen, unter anderem zum ersten Bundestreffen der Jugendfeuerwehren anlässlich des 41. Niedersächsischen Landesfeuerwehrtages im Juni 1962 in Holzminden. Nach dieser schönen Aktivität habe sich die Mitgliederzahl sprunghaft auf 28 Kinder und Jugendliche erhöht, heißt es in der Chronik. Daher wurde die Jugendwehr in drei Gruppen aufgegliedert. Neben Löschmeister Otto Hemme und Oberfeuerwehrmann Erwin Berg kam Oberfeuerwehrmann Waldemar Jörns als Ausbilder dazu. 1969 übernahme dann Hans-Heinrich Bütehorn das Amt des Jugendwartes, unterstützt von Bernd Leseberg und Walter Bruns.
Im Winterhalbjahr 1973/74 bildete sich eine Aktionsgemeinschaft aus den Wehren Elze, Berkhof und Meitze. Deren sportliche Aktivitäten beschränkten sich nicht nur auf Feuerwehrwettkämpfe, sondern die Jugendlichen spielten zum Beispiel auch Tischtennis, weiß die Chronik zu berichten. Für den neuen Jugendwart Herbert Müschen 1979, dem Klaus Weißmann und Carsten Dettmers zur Seite standen, gab es mit der Integration von Mädchen in die Gruppe eine neue Herausforderung. Das soziale Anliegen der Jugendfeuerwehrarbeit sollte damit noch mehr betont werden. Gemeinsame mehrtägige Zeltlager fanden hohe Akzeptanz. Die Dreieraktionsgemeinschaft der Jugendfeuerwehren war so attraktiv, das sich Hellendorf und Gailhof ebenfalls anschlossen. 1988 übernahm Carsten Dettmers die Leitung der Jugendfeuerwehr und besuchte mit seiner Gruppe den mittlerweile nach Mehringen umgezogenen früheren Jugendwart Herbert Müschen. So begann die langjährige Partnerschaft mit der dortigen Feuerwehr, deren Jugendwehr beim Orientierungsmarsch am Sonnabend natürlich nicht fehlen durfte. Aber auch mit der französischen Partnergemeinde Roye pflegte die Jugendwehr Elze lange einen regen Austausch, zunächst zusammen mit Berkhof.