JuKu: Auf die Plätze, „Fertig“, los

Das aktuelle Team an der Spitze der Jugendkunstschule: Carsten Fertig (links) wird gerade als Nachfolger von Bernd Tschirch (rechts) eingearbeitet, der zum 1. August in den Ruhestand geht. Dagmar Eismann ist die neue Bürokraft und bietet Kurse für die ganz Kleinen an, zum Beispiel das Bienenbild. Foto: A. Wiese

Bernd Tschirch arbeitet seinen Nachfolger Carsten Fertig noch gründlich ein

Wedemark (awi). Am 31. Juli geht für die Jugendkunstschule Wedemark eine Ära zu Ende: Ihr langjähriger Leiter Bernd Tschirch geht dann mit 65 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Mehr als 30 Jahre lang hat er die Geschicke der Jugendkunstschule gelenkt, kein Wunder, dass er sein Haus gut bestellt an einen Nachfolger übergeben will, den er sich selber schon vor drei Jahren ausgesucht hat: Den Diplompädagogen Carsten Fertig aus Bissendorf. Bereits seit einiger Zeit arbeitet er ihn ein. Dass sich die Jugendkunstschule das finanziell erlauben darf, dafür ist Tschirch der Gemeinde Wedemark ausdrücklich sehr dankbar.
Denn nicht nur Carsten Fertig ist neu im Team der JuKu, auch Dagmar Eismann hat die Bürotätigkeit neu als Nachfolgerin von Kerstin Jacob übernommen. Als Dozentin ist sie mit der JuKu allerdings schon länger vertraut, gibt seit Jahren Kurse für die ganz Kleinen. Mit ihrem künftigen Chef Carsten Fertig habe die Chemie gleich gestimmt, freut sich Eismann. Zusammen mit Fertig und Eismann präsentierte Bernd Tschirch am Donnerstag zum letzten Mal das neue Programm der Jugendkunstschule für Frühling und Sommer für Kinder und Jugendliche von drei bis 16 Jahre. Es deckt das komplette Spektrum der bildenden Kunst von Malerei und Zeichnen über plastisches Gestalten, Fotografie bis zu Textilarbeiten ab. Natürlich sollen die Teilnehmer in den Kurse auch viel über die verschiedenen Techniken lernen und sie ausprobieren, vor aber kommt es auf Kreativität an. „Wir wollen komponieren, wir sind ein Museum“, formuliert es Bernd Tschirch. Daher stehen für ihn und sein Team die Kreativwerkstätten besonders im Fokus. Sie werden bereits für Kinder ab zwei Jahren angeboten, die Eltern sind dann natürlich dabei. Im plastischen Bereich gibt es eine Kreativwerstatt für Drei- bis Fünjährige mit ihren Eltern, Designmalerei, eine Filzwerkstatt und viele andere Kurse. Zwei Ferienprogramm sind geplant: „Dem Osterhasen auf der Spur“ über zwei Tage in der Jugendkunstschule im Haus der Anja-Fichte-Stiftung, Am Mühlengraben 19, in Bissendorf, und das Sommerprojekt zusammen mit Enercity im Fuhrberger Forst, das sich diesmal mit Ägypten befasst.
Darüberhinaus gibt es Töpferwerkstätten für Kinder von sechs bis 13 Jahren, Erfinder- und Forscherwerkstätten, wo Mal- und Zeichenmaschinen erfunden werden können, einen Schnitzkurs und einen mit Pfeil und Bogen, der sich schon seit 25 Jahren großer Beliebtheit erfreut.
Auch Steinbildhauerei wird angeboten, und zwar für Acht- bis 16-jährige auf der Streuobstwiese in Elze, auf Wunsch auch in Kombination mit den Eltern. Natürlich darf auch der Dauerbrenner Schrottschweißen nicht fehlen, an dem Kids ebenfalls eine Begleitperson mitbringen können, aber nicht müssen. Acrylmalerei und eine Designerwerkstat, in der die Teilnehmer in einer Goldschmiede Ringe selbst herstellen können sowie eine Textilwerkstastt für Zehn- bis 14-Jährige runden das Programm ab. Außerem gibt es eine Nähwerkstatt und Filzen, Maskenbau für den Karneval und viele Fotowerkstätten. Die sind nämlich das Spezialgebiet des designierten Tschirch-Nachfolgers Carsten Fertig. Besonders wichtig ist ihm eine offene Fotogruppe, die sich regelmäßig einmal in der Woche in Bissendorf treffen wird, wo in Kürze ein richtiges Fotolabor eingerichtet wird. Raum und Ausstattung sind bereits da und müssen nur noch zusammengebracht werden. Hier können auch Kinder und Jugendliche, die bereits Foto-Wochenendkurse belegt haben, ihre Erfahrungen einbringen. „Ich baue darauf, dass Jugendliche, die gute Erfahrungen gemacht haben, offen für alle Richtungen der Fotografie in Verbindung mit Kunst sind“, erklärt Carsten Fertig. Er hofft, dass die Teilnehmer eigene Ideen mitbringen. Geplant sind aber auch Besuche beim Profi-Fotografen, Ausstellungsbesuche und eigene Ausstellungen. „Ich möchte das Thema mit den Jugendlichen gern experimentell und spielerisch angehen“, verrät Fertig, der von analoger Fotografie bis zum Smartphone für alles zu begeistern ist. So sollen Selbstporträts ein Thema sein, allerdings ausdrücklich keine Handyselfies.
Fortgeführt werden soll auch das Mittwochsatelier in der Cafeteria der Wedemark-Sporthalle. „Eigentlich läuft die Förderung im März aus, aber ich bin gerade dabei einen neuen Antrag an die Region zu stellen“, teilt Bernd Tschhirch mit. Um auch für die Jungen im Mittwochsatelier ein spezifisches Angebot vorhalten zu können, ist eine Holzwerkstatt mit André Woostmann eingerichtet worden, an der bis zu zehn Jungen teilnehmen können.