JuKu stellt ihr neues Programm vor

Das Haus der Anja Fichte Stiftung in Bissendorf, das die Kinder- und Jugendkunstschule seit Herbst letzten Jahres unentgeltlich zur Verfügung hat und wo auch die meisten Kurse stattfinden werden. Fotos: A. Wiese
 
Jugendkunstschulleiter Bernd Tschirch und Dozentin Kerstin Jacob freuen sich auf das JuKu-Semester in den neuen großzügigen Räumen, wo sie mehr als doppelt so viel Quadratmeter wie früher im alten Bademeisterhaus in Mellendorf zur Verfügung haben. Foto: A. Wiese

Bernd Tschirch und sein Team fühlen sich in den neuen Räumen sehr wohl

Bissendorf (awi). Man kann nicht alles haben. Angesichts der wunderbaren neuen Räumlichkeiten der Kinder- und Jugendkunstschule im Haus der Anja Fichte Stiftung Am Mühlengraben in Bissendorf trägt JuKu-Leiter Bernd Tschirch daher die Tatsache mit Fassung, dass zur Vorstellung des neuen Programm der JuKu, das am 7. Februar startet, zum ersten Mal in der Geschichte der Schule das Programm noch nicht in gedruckter Form vorliegt. Der Grund: „Ein Stau in der Druckerei“, gibt Tschirch achselzuckend weiter. Aber bis Mitte nächster Woche sollen die von vielen Eltern, Kindern und Jugendlichen ungeduldig erwarteten Hefte für die beiden Altersgruppen zwei bis zwölf und zehn bis 16 Jahre da sein. Dann werden sie verschickt und allerspätestens ab 21. Januar wie gewohnt in den Geschäften der Wedemark ausliegen, schätzt Tschirch.
Das Pressegespräch zur Programmvorstellung – das erste in den neuen Räumen der Jugendkunstschule im Haus der Anja Fichte Stiftung Am Mühlengraben in Bissendorf, in das die JuKu im Oktober umgezogen ist und das ihr von der Stiftung unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird – leitete Bernd Tschirch mit einem Resümee für 2018 ein: 600 Teilnehmer konnte die Jugendkunstschule im abgelaufenen Semester begrüßen und fast alle Kinder von der Warteliste letztendlich noch in den gewünschten Kursen unterbringen.
Krippen- und Kita-Kunst
Sehr gut angenommen worden sei das Konzept für Krippenkinder, das das JuKu-Team vor zwei Jahren entwickelt habe. Die Kurse werden sowohl in Kitas als auch als Eltern-Kind-Kurse in der Jugendkunstschule angeboten. Die Kleinen sollen hier vor allem erste Materialerfahrungen sammeln. „Begonnen haben wir mit dem Konzept seinerzeit in der evangelischen Kita in Mellendorf und es dann weiter fortgeführt“, berichtet Kerstin Jacob. Kooperationsangebote habe es 2018 mit dem Familienzentrum Emilie, der Grundschule Mellendorf (Projektwoche), dem Gymnasium (Fotoworkshop), dem MGH (Bau von Flyerständern und Palettenmöbeln), dem Verein Miteinander Wedemark (Nähprojekt mit Geflüchteten), mit der Kita Resse im Bereich Krippenkunst und Kita-Kunst („Kunst dreht sich und bewegt sich“), der KiTamiTu („Ich bau mir die Welt, wie sie mir gefällt“) und dem Bundesverband für Menschen mit Gliedmaßenamputationen (Projekt Wundertüte) gegeben. Mit der Gemeinde hat die JuLKu den Kinderrechtstag umgesetzt und mit Kindern Anregungen für die Bauleitplanung im Mühlengrund in Wennebostel erarbeitet. In der Berthold-Otto-Schule gab es einen Schweißworkshop, im Rahmen der Ganztagsschule kooperierte die JuKu mit IGS, Realschule, Gymnasium und Grundschule Bissendorf. Fast alle diese Kooperationen würden auch im neuen Semester fortgesetzt, so Tschirch. Ebenso das Mittags- und das Mittwochsatelier. Das Mittagsatelier ist ein Angebot für alle Schüler der weiterführenden Schulen montags, mittwochs und donnerstags von 13.15 bis 14 Uhr in der Cafeteria der Wedemark-Sporthalle.
Mittwochsatelier
Am selben Ort findet auch das Mittwochsatelier statt, das seit letztem Jahr ausschließlich unter der Regie der Jugendkunstschule läuft und sehr gut angenommen wird. Es ist mittlerweile auf den Holzbereich in den Werkräumen des Schulzentrums ausgeweitet worden und es sind drei weitere Dozenten dazugekommen. Die Teilnehmer setzen sich aus deutschen und Schülern mit Migrationshintergrund zusammen, ein bunter Mix eben.
Ein ganz besonderes Projekt im letzten Jahr war „Generation Kunst“, aus dem sich dieses Jahr das „Freitagsatelier“ entwickeln kann, stellt Kerstin Jacob ihr „Baby“ vor. Im vergangenen Jahr hätten neun Jugendliche in einem partizipatorischen Projekt Kunst im öffentlichen Raum fabriziert und dabei in Brelingen, vor der Volksbank oder dem famila-Markt in Mellendorf Passanten miteinbezogen – ganz bewusst ohne vorherige Ankündigungen oder Nachberichterstattungen, sozusagen „pressefrei“.
„Eine Art Künstlercafé“
Die Jugendlichen seien quasi auf- und wieder untergetaucht, schilderte Kerstin Jacob. Quasi als Extrakt aus diesem erfolgreichen Projekt, das mit einer Abschluss-veranstaltung in Wolfenbüttel zu Ende ging, möchte Jacob Jugendliche einladen – kostenfrei – einmal im Monat freitags in einer Art Künstlercafé in der JuKu in Bissendorf kreativ tätig zu sein – ob mit einem Gemeinschaftsprojekt oder individuell müsse sich ergeben. Mit ihrer „Stammgruppe“ vom letzten Jahr hat sie sich gestern zum ersten Mal getroffen, doch ab nächsten Freitag in der Zeit von 16 bis 19 Uhr dürfen gerne neue interessierte Jugendliche ab 13 Jahre dazustoßen, ganz zwanglos ohne Anmeldung wie eine Art offener Jugendtreff. Ziel sei es einfach, ein anderes, lockeres Ambiente zu schaffen und zu gucken, wo Bedarfe sind, erklärt die Dozentin.
Mehrere Kurse im neuen Programm richten sich an Kinder mit einer Begleitperson, zum Beispiel „Das kleine Kinderatelier“ (vier Mal) ab 7. März donnerstags von 16.15 bis 17.15 Uhr für Zwei- bis Vierjährige, Töpfern zu Ostern (fünf Mal) ab 8. März freitags von 15.15 bis 16.15 Uhr und von 16.45 bis 17.45 Uhr für Drei- bis Fünfjährige (zwei Termine), die herrliche Traumreise durch den Frühlingswald zu Ostern (vier Mal) ab 5. März von 16.15 bis 17.30 Uhr für Drei- bis Fünfjährige. Interessant ist auch die Nähwerkstatt im Schulzentrum, mit der das aktuelle JuKu-Programm am 7. Februar startet. Sie findet acht Mal jeweils donnerstags von 16.15 bis 18 Uhr statt. Schrottschweißen können Acht- bis Elfjährige am Freitag und Sonnabend, 25. und 26. Januar, von 15.15 bis 19.15 Uhr im Mehrgenerationenhaus (Berthold-Otto-Schule). Die Filzwerkstatt findet in den neuen Räumen in Bissendorf, Am Mühlengraben 19, statt: am Sonnabend, 19. Januar, von 10.15 bis 14.15 Uhr und am Sonnag, 20. Januar, zur gleichen Zeit. Eine Filzwerkstatt für Anfänger gibt es am Sonnabend, 9., und Sonntag, 10. März, von 10.15 bis 14.15 Uhr.
Neu: Schmuckwerkstatt
Gespannt sind Tschirch und Jacob auf die Resonanz auf das neue Angebot der Metall- und Schmuckwerkstastt für Neun- bis 14-Jährige am Freitag, 1. März von 15.45 bis 18.45 Uhr, und Sonnabend, 2. März, von 10.15 bis 14.15 Uhr.
Ebenfalls im Angebot: Goldschmieden für Jugendliche und „Die Farbe lügt“ – Experimentieren mit hydro- und thermochromen Farben sowie eine Töpfer- und Mosaikwerkstatt. Wie jedes Jahr wird es auch das Sommerprojekt der JuKu im Fuhrberger Forst geben. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto „Ave Cäsar – willkommen bei den Römern“. Wer jetzt neugierig geworden ist und nicht auf die gedruckte Programmversion warten möchte, der kann sich bereits im Internet unter www.kunstschule-wedemark.de informieren. Dort kann das komplette Programm heruntergeladen werden oder man kann sich durch die Auflistung der einzelnen Kurs-angebote klicken.
Keine Antwort konnte Bernd Tschirch auf die Fragen nach der Zukunft des Bademeisterhauses in Mellendorf geben. Es galt als stark sanierungsbedürftig, warum bereits seit längerer Zeit nach einer Alternative für die Kinder- und Jugendkunstschule gesucht worden war, die sich jedoch dann immer wieder zerschlagen hatte, bis das Angebot der Stiftung kam.