Julian Lips-Winter wird Ortsbrandmeister in Elze

Die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Elze haben Julian Lips-Winter (Mitte) zum neuen Ortsbrandmeister und als Nachfolger für Dieter Fenske (rechts) gewählt, dessen Amtszeit am 8. August endet. Stellvertretender Ortsbrandmeister bleibt noch eineinhalb Jahre Carsten Dettmers (links). Foto: A. Wiese

Dieter Fenske tritt im August nach 18 Jahren ab

Elze (awi). Ob er es wie seine beiden Vorgänger Dieter Fenske und Hans-Heinrich Bütehorn auf 18 Jahre Amtszeit bringen wird, darauf will sich Julian Lips-Winter heute noch nicht festlegen. Aber der 31-jährige Oberlöschmeister in der Elzer Wehr freut sich auf seine neue Aufgabe als Ortsbrandmeister. Dazu haben ihn nämlich die Aktiven kürzlich gewählt. Lips-Winter setzte sich dabei im ersten Wahlgang gegen einen Gegenkandidaten durch und wird voraussichtlich in der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause im September vom Bürgermeister offiziell vereidigt. Bis dahin hat der Berufsfeuerwehrmann dann auch den letzten für das Amt als Ortsbrandmeister noch fehlenden Lehrgang als Zugführer absolviert. Dass sich Julian Lips-Winter nicht nur privat, sondern auch beruflich für die Feuerwehr entschieden hat, zeigt, mit wieviel Herzblut er daran hängt. 1998 trat er in die Jugendfeuerwehr ein, 2006 in die aktive Wehr über. Berufsfeuerwehrmann wollte er schon als Kind werden, so Lips-Winter im Gespräch mit dem ECHO. Zunächst war er in Hamburg eingesetzt, seit 2015 in Hannover. Der 24-Stunden-Schichtdienst in der Berufsfeuerwehr ermöglicht es ihm, auch häufig tagsüber in seinem Heimatort verfügbar zu sein. Sein berufliches Fachwissen – in der Berufsfeuerwehr ist er Oberbrandmeister, in der Freiwilligen Feuerwehr Elze bekleidet er den Rang eines Oberlöschmeisters – kann für die neue Aufgabe als Ortsbrandmeister nur von Vorteil sein, ist auch die Meinung seines Stellvertreters Carsten Dettmers, der diese Position noch eineinhalb Jahre ausfüllen und dann bei der routinemäßigen Neuwahl nicht wieder antreten will. Das Kommando hält bereits jetzt die Augen offen, wer Lips-Winter dann zur Seite stehen wird. Das Elzer Kommando hat sich in den letzten Jahren deutlich verjüngt. Auch das ist ein Grund, warum Ortsbrandmeister Dieter Fenske nach 18 Jahren Amtszeit feststellt: „Jetzt ist es Zeit für einen Wechsel und einen neuen Motivator. Die Feuerwehr Elze braucht frische Ideen und ich komme ganz ehrlich auch bei diesen ganzen neuen IT-Herausforderungen an meine Grenzen." Dieter Fenske trat 1972 in die Jugendfeuerwehr ein, wurde 1976 in die aktive Wehr übernommen und hat insgesamt 34 Jahre lang Führungspositionen in der Feuerwehr Elze bekleidet, 18 Jahre lang war er Ortsbrandmeister. Bereits 1974/75 erwarb der die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr, wurde 1998 mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen für 25 Jahre und 2013 für 40 Jahre Feuerwehrdienst ausgezeichnet. 2002 und 2013 erhielt er die Niedersächsische Hochwassermedaille. Als sein Vorgänger vor 18 Jahren seinen Abschied ankündigte, hatte er sich zunächst als Nachfolger gesehen, war dann jedoch dem Ruf der Kameraden gefolgt. Seine Familie und sein Arbeitgeber hätten ihm für das Ehrenamt immer den Rücken freigehalten, betont Fenske, Fernmeldetechniker bei der Bundespost. Lediglich die letzten drei Jahre seien beruflich schwieriger gewesen. Doch dies sei nicht der Grund gewesen, nicht erneut anzutreten. „Ich werde Ende des Jahres 60, eine ganze Amtszeit hätte ich ohnehin nicht mehr machen können, denn das Gesetz für eine Altersverlängerung für Feuerwehrleute ist ja auf Landesebene immer noch nicht durch", so Fenske im Gespräch mit dem ECHO. Er sei aber wie gesagt auch überzeugt, dass es Zeit für frischen Wind in der Feuerwehr Elze sei. 70 Aktive, das seien 70 Charaktere, die geführt und motiviert werden wollten. Die vornehmliche Aufgabe eines Ortsbrandmeisters sei es nicht, Brände zu löschen, das erledige die gut ausgebildete Mannschaft. Ein Ortsbrandmeister müsse neue Konzepte in die Gruppe bringen, koordinieren und sich immer wieder neuen – auch technischen Herausforderungen – stellen, bestätigt auch der stellvertretende Ortsbrandmeister Carsten Dettmers, der in diesem Jahr ebenfalls das niedersächsische Ehrenzeichen für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft erhalten hat. Einen solchen jungen und unverbrauchten Motivator sehen Fenske und Dettmers im neuen Ortsbrandmeister Julian Lips-Winter, der wie zwei Drittel seiner Kollegen bei der Berufsfeuerwehr durch sein zusätzliches Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort beweist, wie sehr er sich mit der Feuerwehr identifiziert. Auch er habe wie Fenske Rückhalt von seiner Frau Felicitas Winter, betont Lips-Winter. Zuhause sei ausführlich besprochen worden, ob ein solches Ehrenamt mit den vielfältigen Aufgaben der Familie vereinbar sei, nachdem das Kommando kurz nach der Jahreshauptversammlung an ihn herangetreten sei und er den großen Rückhalt bei seinen Kameraden gespürt habe. Sich einem Gegenkandidaten zu stellen, sei ein demokratischer Vorgang, betonte Lips-Winter. Er freue sich, im ersten Wahlgang mehrheitlich zum Ortsbrandmeister gewählt worden zu sein. Wie immer bei einem Führungswechsel werde auch er einiges anders machen als sein Vorgänger, ein bisschen umstrukturieren und Aufgaben an die insgesamt 13 Gruppenführer delegieren, kündigte Lips-Winter an. Er wird erst der zehnte Ortsbrandmeister in der 121-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Elze sein, eine Tatsache, die für die Kontinuität in der Brandschutzarbeit des Dorfes spricht.