„Junge Familien kaufen alte Häuser"

CDU-Ratsfraktionschef Sven Sobanski will junge Familie motivieren, alte Häuser zu kaufen.

CDU will Erwerb von Bestandsimmobilien fördern

Wedemark (awi). Der Antrag steht am Montag auf der Tagesordnung des Rates und wird – wenn nach dem üblichen Prozedere verfahren wird – in den zuständigen Fachausschuss verwiesen. Nach Vorstellung der CDU Wedemark soll durch die Einführung des Förderprogramms „Jung kauft Alt – Junge Familien kaufen alte Häuser“ ein neuer Anreiz dafür geschaffen werden, um junge Familien in die Wedemark zu ziehen. „In der Wedemark stehen derzeit bereits über einhundert Immobilien zum Verkauf. Diese Zahl könnte sich nach der aktuellen Bevölkerungsprognose bis zum Jahr 2020 verdreifachen bis vervierfachen“, gibt der CDU-Fraktionsvorsitzende Sven Sobanski zu bedenken. Nach der kürzlich vorgelegten Bevölkerungsprognose der Region Hannover werden in der Wedemark im Jahr 2020 fünfhundert Einwohner weniger als heute leben. „Der Rückgang fällt bei uns zwar geringer aus als in anderen Umlandgemeinden. Vor Probleme stellt uns jedoch der Umstand, dass sich dieser Rückgang nicht gleichmäßig auf alle Altersgruppen verteilt“, ergänzt Sobanski. So sollen nach der Prognose im Jahr 2020 annähernd eintausend Menschen im Alter zwischen 30 und 44 Jahren weniger in der Wedemark leben. Dementsprechend weniger Kinder wird es auch in der Wedemark geben. Im Bereich der weiterführenden Schulen könnte dieses durchschnittlich pro Jahrgang zu einem Wegfall von drei Klassen führen.
„Bisher beschränkt sich die Förderung des Erwerbs von Immobilien auf den Erwerb von kommunalem Bauland“, erläutert CDU Ratsherr Hans-Joachim von Einem die derzeitige Situation. „Dieses könnte in der Zukunft zu Fehlanreizen führen. Deshalb wollen wir die Förderung auch auf den Erwerb von Bestandsimmobilien ausdehnen.“ Als positive Effekte verspricht sich die CDU-Fraktion neben der Stärkung des Angebots im Bereich Kinderbetreuung, Schule und Infrastruktur auch eine Verminderung des Flächenverbrauchs durch weniger Neubaugebiete, einen Erhalt der Immobilienwerte und eine Sicherung der Einnahmen der Gemeinde. Das Förderprogramm solle eine Win-Win-Situation schaffen. Als Vorbild dient der CDU-Fraktion dabei das von der Gemeinde Hiddenhausen entwickelte Programm „Jung kauft Alt“. Gefördert werden soll die einmalige Erstellung eines Altbau-Gutachtens sowie der Erwerb eines mindestens 25 Jahre alten Hauses mit einem Grundbetrag von 750 Euro pro Familie beziehungsweise Alleinstehenden mit einem Kind unter 18 Jahren. Für jedes weitere Kind soll sich der Förderbetrag um 250 Euro erhöhen. Die jährliche Förderhöchstsumme soll 1.500 Euro betragen. Sechs Jahre lang soll das Geld gezahlt werden.