Jungfer Anni referiert über Redewendungen

Jungfer Anni holt sich bei ihrem Vortrag zum Mitmachen Heike Bahls zur Hilfe. Foto: V. Lubbe

Gästesitzung im Bissendorfer Bürgerhaus lehrt die alte Sprache

Bissendorf (vl). Redewendungen gab es schon immer und überall. Im Rahmen einer Gästesitzung klärte Jungfer Anni über viele eigentlich so eindeutige Redewendungen auf. Es sei interessant zu sehen wie sogar große Politiker wie Konrad Adenauer mit einem Wortschatz von 700 Wörtern auskam und trotzdem so ein brillianter Rhetoriker war. „Es gibt aber nicht nur alte, sondern auch neue Redewendungen“, erzählt Jungfer Anni. Diese zu lernen haben sich viele vorgenommen und Gäste über die Wedemark hinaus kamen ins Bürgerhaus Bissendorf. Ob aus Hannover, Neustadt, Saarstedt, Schaumburg oder Wietze, sie alle vereinte die Sprache. Dabei war vor allem Mitarbeit gefragt. Mit ihrem „Adjutanten“ Lutz, vermittelte Jungfer Anni anhand von Gegenständen die verschiedensten Redewendungen. Ausrufe wie „Halt doch mal die Klappe“ haben sich im Laufe der Zeit sichtlich verändert. Heutzutage werde der Spruch benutzt um die Lautstärke zu regulieren und jemanden zum verstimmen zu bringen. Damals allerdings sei dies nur eine höfliche Aufforderung in der Kirche gewesen, um eine Art Sitzklappe zu halten. Ein anderes Beispiel für den Wandel in Sinn und Bedeutung zeigte sich bei der Redewendung „Das kann doch kein Schwein lesen“. In der Geschichte gab es wohl einst eine Familie mit dem Namen Swyn. Diese Gelehrtenfamilie war zum Überliefern von Texten sehr gefragt. Konnte dies keiner übersetzen, konnte dies kein Swyn lesen. Und da das Wort Swyn überliefert als Schwein aufgefasst wurde, bezeichnet diese Redewendung jetzt das Tier. Viele andere Geheimnisse lüftete Jungfer Anni in ihrem spielerischen Vortrag. Nun wissen die Zuhörer mit Sicherheit: „Es ist nicht alles Gold was glänzt und es ist alles in Butter:“