Kein zweiter Trotzberg auf Bauamtsgelände

Holger Bleich und Rudi Ringe von der CDU-Ratsfraktion freuen sich, dass ihr Antrag zur Änderung des Bebauungsplans Stargarder Straße sofort von allen Ratsparteien akzeptiert worden ist. Foto: A. Wiese

CDU-Antrag verhindert, dass sich Planungspannen an Stargarder Straße wiederholen

Mellendorf (awi). Es ist völlig legal, dass Bauherren Bebauungspläne „ausreizen“, also überbaute Flächen und Geschosshöhen ausnutzen, um möglichst viel Wohnraum unterbringen zu können. Wenn Politik hier regulierend eingreifen will, muss sie das rechtzeitig über den Bebauungsplan tun. Diese Erfahrung haben Ortsrats- und Ratspolitiker in den letzten Jahren in Bissendorf und in Mellendorf am Trotzberg gemacht und daraus gelernt. In der Bauausschusssitzung letzte Woche brachte die CDU einen Änderungsantrag zum Bebauungsplan für das ehemalige Bauamtsgelände an der Stargarder Straße ein, der von allen Ausschussmitgliedern beschlossen wurde. Ausschussvorsitzender Holger Bleich und Ortsratsmitglied Rudi Ringe erläuterten am Donnerstag noch einmal wichtige Details: „Ursprünglich sollte das Bauamtsgelände in zwei Teile Nord und Süd aufgeteilt werden. Im südlichen Teil sollte seniorengerecht auf einer Ebene mit wenig Geschossverdichtung gebaut werden, links sollte das nicht so eng gefasst und mehrgeschossige Bauweise zulässig sein. Wir haben uns dagegen gewendet, weil die Straße eindeutig Einfamilienhauscharakter hat“, so Bleich, „und vorgeschlagen, dass direkt an der Stargarder Straße in der ersten Bauzeile nur Einfamilienhaus- und Doppelhausbebauung mit maximal zwei Wohneinheiten je Gebäude zulässig ist. Dafür wird der nördliche Bereich gedrittelt. In den beiden hinteren Dritteln bis an die Bahn darf auch höher, muss aber seniorengerecht und barrierefrei gebaut werden, so dass die Forderung nach seniorengerechtem Wohnungsbau erfüllt ist.“ Die CDU hat dabei zum einen auf die massiven Proteste am Trotzberg reagiert, die auch bereits von Anliegern der Stargarder Straße geäußert wurden. Der Antrag steht aber auch in Beziehung zu einem weiteren Antrag, den die CDU im Ortsrat gestellt hat: „Uns ist bekannt, dass für das Grundstück Stargarder Straße 22 (ehemalige Neu-apostolische Kirche) ein Bauantrag für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit zehn Wohneinheiten bei der Bauaufsicht vorliegt. Unseres Erachtens passt ein solch großes Gebäude nicht in den Wohnbereich der Stargarder Straße und der anliegenden Straßen. Da es aber keinen B-Plan gibt, dürfte eine Ablehnung nicht möglich sein, da bei der Genehmigung nach Einfügungsgebot die Mehrfamilienhäuser am Kösliner Weg herangezogen werden müssen.“ Die CDU beantragt daher für die bisher unbeplanten Gebiete von Mellendorf, insbesondere im Bereich zwischen Bahn und Bissendorfer Straße südlich der Wedemarkstraße kurzfristig Bauleitplanungen einzuleiten, um den vorhandenen Gebietscharakter zu erhalten.