Kindergarten in Waagschale werfen

Mitglieder der Bürgerinitiative Negenborn diskutierten am Donnerstag mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Kauroff (Mitte) über den Stand der von der Initiative gewünschten Maßnahmen, um die Querung der Landesstraße in Negenborn sicherer zu machen. Foto: A. Wiese

Sichere Straßenquerung in Negenborn hat für die Bürger höchste Priorität

Negenborn (awi). Der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff hat bei einer Versammlung auf Einladung der Bürgerinitiative Negenborn am Donnerstag im Weinhof Timores scharf kritisiert, dass der für das Ressort Verkehr zuständige Minister Bernd Althusmann Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski auf mehrere Briefe bisher nicht geantwortet hat.
Kauroff bedauerte, den Mitgliedern der Bürgerinitiative keine neuen Informationen mitbringen zu können. Minister Bernd Althusmann (CDU) habe in einem Gespräch mit ihm und seiner CDU-Landtagskollegin Editha Westmann lediglich erklärt, die letzten bei Verkehrsmessungen ermittelten Zahlen gäben für die Landesstraße in Negenborn keine Ampel her. Bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative stieß diese Äußerung auf wenig Verständnis. Fast alle kleinen Orte in der Wedemark hätten eine Ampel für die Querung der Landesstraßen, unter anderem Resse, Wennebostel, Abbensen und Berkhof und in Berkhof gebe es weder Grundschule noch Kindergarten, führte Ortsratsmitglied Birgit Eicke-Wedegärtner an. Ortsbürgermeister Peter Reuter gab zwar zu bedenken, dass die Ampeln in Abbensen und Berkhof seinerzeit von der Kommune finanziert worden seien und nur deshalb realisiert werden konnten, doch für die erregten Diskussionsteilnehmer am Donnerstag in Negenborn war das kein Argument, das zieht. Nun soll der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Kauroff in seine schriftliche Anfrage an das Ministerbüro unter anderem die Frage einbinden, ob das Land denn theoretisch einer Ampel in Negenborn an dieser Stelle (vor der Kapelle) zustimmen würde, wenn diese nicht vom Land finanziert werden müsste. „Wenn das letztendlich die einzige Lösung ist, das Geld für eine Ampel zusammenzubekommen, dann wüssten wir wenigs-tens, was wir unternehmen können“, so der Sprecher der Bürgerinitiative, Michael Janczikowski. Ortsbürgermeister Peter Reuter riet dem Landtagsabgeordneten dringend, den geplanten Kindergartenneubau, der zum 1. April nächsten Jahres bereits in Betrieb gehen soll, bei der Behörde in die Waagschale zu werfen. Die Ampel in Abbensen, aber auch die in Wennebostel und Resse seien unter anderem mit den Kindergärten begründet worden.
Kauroff wird in seinem Schreiben auch nachfragen, ob die Ermittlung neuer Zahlen für die Verkehrsbelastung der Landesstraße in Negenborn bereits in Auftrag gegeben worden sind und wann die Zählung erfolgen soll. Denn er wisse, dass das Ministerium sich nur auf Zahlen verlasse, die es selbst ermittelt habe. Von der Bürgerinitiative nahm er die Bitte mit, diese Zählung auf gar keinen Fall in den Ferien durchzuführen, weil die dann ermittelten Zahlen nicht belastbar seien. Die Bürger finden außerdem wichtig, dass bei der Zählung erfasst wird, um was für Fahrzeuge es sich handelt, da die Lkw-Belastung auf der Strecke besonders groß ist. Eine Antwort möchten Kauroff und die Initiative auch auf die Frage, welche Behörde nun definitiv für die Landesstraße in Negenborn zuständig ist. Sie hätten gehört, trotz Landesstraße schiebe das Land die Verantwortung in diesem Fall auf die Region, weil dies die Genehmigungsbehörde für den Bodenabbau sei, der für die starke Lastwagen-Belas-tung verantwortlich sei. Der Ortsrat Wedemark I wird sich in seiner nächsten Sitzung am 16. Oktober erneut mit der Thematik befassen, kündigte Peter Reuter an.