Kinderschutzinsel bei Chris in Elze

Michaela Schneider aus dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport als Ansprechpartnerin für die Kinderschutzallianz brachte am Donnerstag an der Tür des Friseursalons von Chris Kirsch in Elze das Logo an. Foto: K. Brandt
 

Friseur unterstützt das Projekt der Kinderschutzallianz aus Überzeugung

Elze (awi). Ab sofort haben Kinder und Jugendliche eine Anlaufstelle in Elze: Friseur Chris Kirsch und sein Salon „Chris Reine Kopfsache“ sind mit dem Logo der „Kinderschutzinsel“ an der Salontür als Partner der Kinderschutzallianz des Niedersächsischen Innenministeriums ausgewiesen. Michaela Schneider aus dem Landesministerium für inneres und Sport hat den Aufkleber am Donnerstagnachmittag angebracht und das Projekt vorgestellt.
Die Kinderschutzallianz ist ein einzigartiges Bündnis von über 70 Mitgliedern unterschiedlichster Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder im digitalen und nicht digitalen Leben vor sexualisierter Gewalt zu schützen, Missbrauch zu verhindern und dessen Darstellung in der digitalen Welt zu bekämpfen. Gegründet wurde die Kinderschutzallianz am 4. Februar letzten Jahres.
Zentrale Ziele sind die Prävention für Kinder und deren Umgebung, Förderung der Strafverfolgung, Opferhilfe, Kommunikation und die Internationalisierung. Die Geschäftsstelle der Kinderschutzallianz ist im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport angesiedelt. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage Bündnisses unter https://www.kinderschutzallianz.org # oder in den sozialen Medien: https://www.instagram.com/alliance.for.children beziehungsweise bei Twitter unter dem Suchbegriff @kinderschutzallianz sowie https://www.facebook.com/kinderschutzallianz.
Die „Kinderschutzinsel“ ist ein Projekt des Innenministeriums, das schnelle und unkomplizierte Hilfe in Gefahrensituationen bringen soll. Kinder und Jugendliche sollen in den Kinderschutzinseln Schutz, Hilfe und ein offenes Ohr finden. „Die Kinder, die sich auf dem Weg zur Schule, vom Sport oder zur Freundin befinden und Angst haben oder auch im Privatbereich Probleme haben und nicht wissen, was sie machen sollen, die sollen sich jederzeit an diese Kinderschutzinseln wenden können“, erklärt Michaela Schneider von der Kinderschutzallianz. Der Friseursalon von Chris Kirsch in der Plumhofer Straße 53 in Elze ist nun die erste Kinderschutzinsel in der Wedemark, erkennbar am runden Logo mit der gleichnamigen Aufschrift: Kinder-Schutz-Insel.
Allein im vergangenen Jahr sind in Niedersachsen in mehr als 17.500 Fällen Kinder und Jugendliche Opfer einer Straftat geworden. Chris Kirsch stellt mit seinem Salon in der Wedemark den ersten Schutzraum und gibt ängstlichen oder bedrohten Kindern einen Ort der Sicherheit. „Für mich ist das ganz selbstverständlich, zu helfen. Es geht ja auch nicht nur um Missbrauch oder Gewalt. Das kann auch mal der vergessene Schlüssel sein oder ein verlorenes Handy“, sagt Chris Kirsch. Er hofft, dass noch weitere Geschäfte oder Betriebe in der Wedemark mitmachen und Zufluchtsort für Kinder in Not werden. Allerdings kann nicht jedes Geschäft Kinderschutzinsel werden. Interessierte Unternehmen und Geschäfte können sich über ihren Dachverband bei der Kinderschutzallianz als Rettungs-Insel bewerben. Die prüft das Unternehmen mit Blick auf bestimmte Auflagen. So sollte das Geschäft ebenerdig zur Straße hin liegen, damit Kinder es schnell erreichen können. „Und die Büroräume sollten immer mit zwei Personen besetzt sein“, erklärt Michaela Schneider. Sie betont, dass die Kinderschutzallianz bei Bedarf auch Schulungen für interessierte Unternehmen anbietet. Das Projekt der Kinderschutzallianz soll helfen, Kinder aus Gefahrensituationen zu nehmen und ihnen schnell einen Schutzraum bieten. Die teilnehmenden Einzelnhändler, Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen bringen daher das Erkennungszeichen „#Kinderschutzinseln“ gut sichtbar an. „Kinder sind häufig Gewalt und vielen anderen Gefahren meist schutzlos ausgeliefert. Sie sind die Schwächsten und damit schutzbedürftigsten Mitglieder unserer Gesellschaft“, sind sich Michaela Schneider und Chris Kirsch einig und freuen sich, die erste Kinderschutz-Insel in der Wedemark anbieten zu können.