Kirchengemeinde braucht 2.500 Euro

Hoffen auf die Spendenbereitschaft ihrer Kirchengemeindemitglieder, um das Radioprojekt zur Übertragung der Gottesdienste verwirklichen zu können: Der Elzer Pastor Maik Schwarz (Mitte), Kirchenvorstandsvorsitzender Bernhard Orlowski (links) und Ideengeber Wulf-Steffen Pohle. Foto: A. Wiese

Gottesdienste sollen rund um Elze und Berkhof im Radio übertragen werden

Elze (awi). Wenn die Kirchengemeinde Elze in den nächsten zwei Wochen 2.500 Euro durch Spenden zusammenbekommt, kann sie noch vor Weihnachten drei Jahre lang ihre Gottesdienste im Radio live übertragen – in Corona-Zeiten für viele die einzige Möglichkeit, das Wort Gottes aus dem Mund des Pastors der eigenen Gemeinde zu hören, sagte Elzes Pastor Maik Schwarz am Mittwoch bei einem Pressegespräch für den Spendenaufruf der Kirchengemeinde.
Ideengeber Wulf-Steffen Pohle erläuterte, wie sich die Summe für die Gebühren zusammensetzt. Das notwendige Equipment für die Übertragung wird er selbst kostenlos bereitstellen. Die UKW-Frequenz 95,1 hat sich die Kirchengemeinde Elze-Bennemühlen für ihr Einzugsgebiet Elze, Bennemühlen, Berkhof, Sprockhof, Plumhof und Meitze bereits gesichert. Jetzt muss sie nur noch die Gebühren für drei Jahre aufbringen. 600 Euro verlangt die Landesmedienanstalt, 1.500 Euro plus eine einmalige Bearbeitungsgebühr die bundesnetzagentur. Dazu kommen diverse weitere einmalige Gebühren. Nach Eingang der Gelder benötigt die Bundesnetzagentur vier bis acht Wochen zum Einmessen, hat Wulf-Steffen Pohle in Erfahrung gebracht. Ihm ist die Idee zur Übertragung der Gottesdienste bei der Osteraktion des Kirchenvorstandes gekommen, als dessen Mitglieder kleine Ostergrüße in die Briefkästen der Senioren verteilten. Pohle hat Erfahrung mit Radioübertragungen aus seiner Zeit bei Radio Leinehertz und von daher auch noch das nötige Equipment für ein Lokalstudio zuhause. Er stellte die Idee in den Raum und stieß bei Pastor und Kirchenvorstand auf große Resonanz. „Mindestens 20 Prozent der sonst üblichen Gottesdienstbesucher würden gerne kommen, können aber zurzeit wegen Corona nicht“, weiß Kirchenvorsteher Bernhard Orlowski. Er hat ausgerechnet: „Wenn jedes Gemeindemitglie nur einen Euro geben würde, hätten wir das Geld schon zusammen!“ Orlowski steuerte spontan selbst 50 Euro für die „Radiokasse“ bei. Maximilian Jennert, Geschäftsführer der Firma Jennert, stellte der Kirchengemeinde eine größere Spende in Aussicht und bot an, sie bei der Installation der notwendigen Technik inklusive Antenne auf dem Dach des Pfarrhauses mit Manpower und Technik zu unterstützen. Auch Iris Winter vom Altenheim Hoffnung begrüßt das Radioprojekt aus Sicht ihrer Bewohner sehr und kündigte an, mit ihrer Familie über eine Spende zu sprechen. „Wenn viele Menschen uns nach ihren Möglichkeiten unterstützen, könnte es tatsächlich klappen“, gaben sich Pastor Maik Schwarz, Kirchenvorsteher Bernhard Orlowski und Wulf-Steffen Pohle vor der Presse am Mittwoch vorsichtig hoffnungsvoll. Spenden für das Projekt Kirchenfunk Elze können unter Angabe des Verwendungszwecks 1140380080 auf das Konto der Kirchengemeinde bei der Evangelischen Bank Hannover an die IBAN DE85 5206 0410 0000 0060 41, BIC: GENODEF1EK überwiesen werden. Kommt die benötigte Summe von 2.500 Euro innerhalb der näcshten zwei Wochen zusammen, könnte der Weihnachtsgottesdienst schon auf der Frequenz 95,1 übertragen werden, freuen sich die Initiatoren. „Die Leute hören sonntags Gottesdienste aus dem Dom in Worms und sonstwoher. Es wäre doch viel schöner, wenn sie die Predigt ihres Pastors, das Orgelspiel aus ihrer Kirche und die Abkündigungen ihrer Gemeinde hören könnten“, so Wulf-Steffen Pohle.
Natürlich habe er auch versucht, aus überregionalen kirchlichen Kassen Geld für den Kirchenfunk in Elze zu generieren, sei jedoch beim geistlichen Vizepräsidenten der Landessynode auf taube Ohren gestoßen. Die Gemeinde solle ihre Gottesdienste auf USB-Sticks oder CDs verteilen, hieß es da. „Das ist doch völlig unrealistisch. Viele unserer Zielgruppe haben weder die entsprechenden Geräte noch können sie mit einem USB-Stick umgehen und auch das kostet ja Geld“, so die Initiatoren des Projekts Kirchenfunk, die jetzt beweisen wollen, dass sie das in der Region bisher einmalige Projekt auch aus eigener Kraft wuppen können.