Kirchenkreis entwickelt Schutzkonzept für seine Kitas

Aufwachsen in einem respektvollen, zugewandten und sicheren Umfeld: Für die evangelischen Kitas im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen gibt es dazu ein Schutzkonzept. Foto: Andrea Hesse
Wedemark. „Wir wünschen uns, dass Kinder in unseren Einrichtungen den respektvollen, gewaltfreien und zugewandten Umgang mit anderen einüben und selbst erfahren können – Grundlage dafür ist es, dass wir ihnen einen sicheren Raum und Schutz vor jeglichen Übergriffen bieten.“ Diese Worte gibt Superintendent Holger Grünjes dem Schutzkonzept für die Kindertagesstätten in Trägerschaft des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen mit auf den Weg. In Form einer 20-seitigen Broschüre ist das Konzept jetzt veröffentlicht worden – nach einer fast dreijährigen Vorbereitungsphase inklusive Verzögerung durch die Corona-Pandemie.
„Das Themenfeld, das hinter unserem Schutzkonzept steht, ist riesig – wir hätten Tage allein mit der Strukturierung verbringen können“, sagt Kathrin Linde, Fachberatung für Kindertagesstätten im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen. 2019 begann die Familientherapeutin in Zusammenarbeit mit allen Kita-Leitungen und pädagogischen Fachkräften mit der Arbeit: „Es ging uns darum, im Rahmen der Beschäftigung mit dem Schutzkonzept alle Mitarbeitenden für das Thema zu sensibilisieren und sie in Workshops und Kleingruppenarbeit auf denselben Stand zu bringen.“ Bei null anfangen musste Linde nicht: Während eines Fachtages der Region Hannover und im Rahmen des Qualitäts-Management- Systems für Kindertageseinrichtungen war in den evangelischen Kitas bereits viel erarbeitet worden.
„Grundlage für die Erfüllung unseres Erziehungsauftrages ist, dass Kinder in einem sicheren Umfeld in unseren Institutionen aufwachsen können und damit vor jeglichen Übergriffen körperlicher, sexueller und emotionaler Gewalt geschützt sind“, erläutert das Schutzkonzept den Auftrag an alle Einrichtungen. In sechs Abschnitten befasst sich das Konzept mit den Themenfeldern Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung und dessen Feststellung, mit den Gefährdungsursachen und den unterschiedlichen Formen von Gewalt.
Weitere Kapitel sind den Voraussetzungen gewidmet, die Mitarbeitende in Kitas erfüllen müssen, außerdem dem Verbesserungswesen, dem Eltern-Feedback und einem Notfallplan.
„Uns ist besonders wichtig, dass das Ganze eingebettet ist in ein Gesamtkonzept“, betonen Kathrin Linde und Lars Arneke, pädagogische Leitung der Kitas in Trägerschaft des Kirchenkreises Burgwedel- Langenhagen. Das Schutzkonzept des Trägers wird daher flankiert durch individuelle sexualpädagogische Konzepte jeder Kita sowie das Projekt „Starke Kinder Kiste!“, das in jeder Einrichtung für jeweils fünf Wochen Station macht.
„Das Schutzkonzept ist kein starres Konstrukt, sondern muss vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung immer wieder überprüft und weiterentwickelt werden“, sagt Lars Arneke. Ihm ebenso wie Kathrin Linde ist es wichtig, dass das Konzept nicht nur in einem Ordner im Schrank steht, sondern von allen Mitarbeitenden gelebt wird – auch in Auseinandersetzung mit der jeweils eigenen Geschichte. „Wir sind stolz darauf, dass wir dieses Konzept jetzt haben und Eltern an die Hand geben können“, sagt Arneke.
Das Schutzkonzept ist auf https://www.kirche-burgwedel-langenhagen.de/kinder... zum Download zu finden.