Klassentreffen nach 50 Jahren

Klassentreffen 50 Jahre nach dem Realschulabschluss im Foto festgehalten – mit Lehrerin Irmelin Avenarius (links) und Organisator Hans-Henning Burtz (hinten rechts). Foto: B. Stache

15 ehemalige Realschüler stöbern und lesen in ihren alten Klassenbüchern

Mellendorf (st). Mit großem „Hallo“ begrüßten sich am Sonnabendnachmittag 15 ehemalige Schüler der Realschule Wedemark und ihre frühere Lehrerin Irmelin Avenarius vor ihrem alten Schulgebäude. Ihrer 10. Abschluss-Klasse gehörten 1968 insgesamt 24 Schüler an, erinnerte Hans-Henning Burtz aus Plumhof. Er hatte das Jahrgangstreffen 50 Jahre nach Schulentlassung organisiert. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto auf der Schultreppe zog die Gruppe in ihren ehemaligen Klassenraum und sah sich dort zunächst den Film der Abschlussklassenfahrt von 1968 nach London an. Mit großer Begeisterung wurde ein noch älterer Film von einer Karnevalsfeier aus den sechziger Jahren gezeigt. Hans-Henning Burtz hatte alte Klassenbücher aus den Abschlussjahren 1968 und 1969 mitgebracht, in denen viel gestöbert und gelesen wurde. Zum Abend traf sich die „Klasse“ im Mellendorfer Hotel und Restaurant Zum Eichenkrug, um gemeinsam zu essen. Dazu gehörte auch bis in den späten Abend „das anschließende Quatschen“, wie es Organisator Hans-Henning Burtz treffend formulierte. Für das Jahrgangstreffen hatte er ein umfangreiches Redemanuskript vorbereitet, das die gemeinsame Schulzeit der Realschüler von einst widerspiegelte - beginnend mit dem Jahr 1960, als die Wedemark noch 15 000 Einwohner zählte mit zirka 225 Schülern pro Jahrgang, von denen sich etwa 20 Prozent (45 Schüler) für die Mittelschule qualifizierten. „In der Wirklichkeit waren es jedoch nur 16 Schüler. Der Rest der Schüler verblieb auf den Volksschulen, da ihre Orte nicht an der Bahnlinie lagen um die weiterführenden Schulen in Hannover, Langenhagen und Walsrode zu erreichen“, heißt es in den Aufzeichnungen von Hans-Henning Burtz. Am Ort ihrer Realschule aus dem Jahr 1960, an der Mellendorfer Straße Gilbon, steht heute die Berthold-Otto-Schule. Am 17. April 1963 begann der Unterricht für 43 Jungen und Mädchen, zu denen auch Hans-Henning Burtz gehörte. „Eine schmucklose, alte Holzbaracke mit nur einem Klassenraum für 43 Kinder. Einfache Verglasung der Fenster. Als Heizung gab es nur einen alten Ölofen. Selbst unsere alte Volksschule in Berkhof war ein Steinbau mit Zentralheizung“, rief Burtz allen noch einmal in Erinnerung. „Am 21. April 1965 war es dann endlich soweit! Die neue Realschule wurde bezogen“ – am heutigen Standort Am Langen Felde.