Klassisches Konzert in katholischer Kirche

Ruzanna (v. l.) und Karine Minasyan erhalten zum Dank für ihr gelungenes Neujahrskonzert einen Blumenstrauß von Kathrin Müsken-Graucob. Foto: B. Stache

Karine und Ruzanna Minasyan begeistern am Neujahrstag

Mellendorf (st). Ihr ganzes Können haben Karine und Ruzanna Minasyan beim Neujahrskonzert in der katholischen Kirche St. Maria Immaculata in Mellendorf unter Beweis gestellt. Die beiden aus Eriwan/Armenien stammenden Schwestern boten den zirka 60 Konzertgästen ein anspruchsvolles Programm: Die 21-jährige Sopranistin Karine Minasyan eröffnete das einstündige Konzert mit zwei Arien aus den Opern „Rinaldo“ und „Serse“ und begeisterte von Beginn an mit ihrer kraftvollen, ausdrucksstarken Stimme. Es folgte ein Klaviersolo von Johann Sebastian Bach, das die 22-jährige Pianistin Ruzanna Minasyan überzeugend vortrug. Neben Zerlinas Arie aus Mozarts „Don Giovanni“ und einem weiteren Werk von Bach kamen Stücke von Frédéric Chopin, Franz Schubert sowie Richard Strauss zum Vortrag. Die begabte Pianistin erhielt für ihr sehr fließend und rund gespieltes Impromptu D. 899 N. 3 von Franz Schubert besonders viel Applaus. „Das war mutig“, erklärte Kathrin Müsken-Graucob, Leiterin des Kirchenchors St. Maria Immaculata, zur Entscheidung von Karine und Ruzanna Minasyan auch Werke des armenischen Komponisten Komitas ins Programm aufzunehmen. Der Erfolg gab ihnen Recht. Die Chorleiterin hatte durch das Neujahrskonzert geführt und die Stücke angekündigt: „Wir verlassen jetzt die uns eher bekannten Komponisten. Ich finde es sehr schön, dass Sie uns auch etwas anderes bringen.“ Sopranistin Karine Minasyan glänzte bei „Oror“, einem Wiegenlied von Komitas, mit ihrer reinen Stimme und viel warmer Farbe – ihre armenische Heimat war bei diesem gefühlvollen Liedvortrag unverkennbar. Überzeugend auch Anusch´s Lied aus der Oper „Anusch“ des armenischen Komponisten Armen Tigranjan sowie das Klaviersolo „Elegy“ des ebenfalls aus Armenien stammenden Komponisten Arno Babajanyan. Nach der begeistert geforderten Zugabe spendeten die Zuhörer den jungen Künstlerinnen stehend Applaus. Kathrin Müsken-Graucob überreichte beiden zum Dank je einen Blumenstrauß. Ausdrücklich bedankte sie sich auch bei Gabriele Zorn. Die Organistin der Elzer Kirchengemeinde hatte den Kontakt zu Karine und Ruzanna Minasyan hergestellt: „Ich bin ganz begeistert“, lautete ihr Fazit nach dem Neujahrskonzert. Die beiden Schwestern mit Vorliebe für barocke Musik von Vivaldi sowie Bach und Chopin studieren derzeit an der Musikhochschule Hannover und möchten auch zukünftig gemeinsam musizieren. Für Ruzanna Minasyan ist der italienische Pianist Arturo Benedetti Michelangeli (1920 – 1995) größtes Vorbild. Ihre Schwester Karine orientiert sich an der 1966 in Rom geborenen weltbekannten Opernsängerin Cecilia Bartoli sowie dem 35-jährigen französischen Countertenor Philippe Jaroussky. „Wir freuen uns, dass wir heute hier in Mellendorf das Neujahrskonzert geben dürfen und hoffen, dass es allen gefällt und wir wieder einmal eingeladen werden“, hatten Karine und Ruzanna Minasyan unmittelbar vor Konzertbeginn erklärt. Darauf hoffen nach der gelungenen Veranstaltung sicher auch viele Teilnehmer.