„Kleine Hände – krummer Rücken“ eröffnet

Marius Lürig, Celine Meibes und Felix Fleischmann stellten am Montagabend in der Volksbank in Mellendorf den aktuellen Kinderrechte-Song erst als CD-Version und dann live vor. Die Gäste der Ausstellungseröffnung waren begeistert. Foto: A. Wiese

Wedemärker Musiker stellen selbst komponierten Kinderrechte-Song vor

Mellendorf (awi). Eine breite Palette von Emotionen wurde den Gäs-ten der Ausstellungseröffnung „Kleine Hände – krummer Rücken“ im Rahmen des Projektes Kinderrechte x 16 am Montagabend in der Volksbank in Mellendorf beschert: Von ehrlicher Betroffenheit beim Betrachten der von UNICEF arrangierten Ausstellung zum Thema „Ausbeuterische Kinderarbeit“ über Rührung, als Felix Fleischmann Andersens Märchen ,Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern‘ vorlas bis zu echter Begeisterung über den Live-Vortrag des von Wedemärker Musikern selbst komponierten Kinderrechte-Songs reichte die Bandbreite.
Das Wedemärker Projekt Kinderrechte x 16 hat bekanntlich die Erweiterung der Straße der Kinderrechte in Mellendorf durch Kinderrechtskunstwerke in den 16 Ortsteilen der Wedemark zum Ziel.
Wedemärker Kinder und Jugendliche aller ortsansässigen Schulen und Kirchengemeinden der Wedemark sollen eingebunden sein und unter künstlerischer Anleitung und pädagogischer Betreuung unter Federführung der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark Ideen für Kunstwerke entwicklen und praktisch umsetzen. Das Projekt ist auf die Dauer von drei Jahren bis Ende 2013 angelegt, der Zeitpunkt individuell auf die zeitlichen Ressourcen der Teilnehmer abgestimmt. Auf Initiative der Hannoverschen Volksbank fördert die Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken dieses anspruchsvolle Projekt mit 80.000 Euro. Voran marschiert zurzeit die Grundschule Mellendorf, deren Schüler Ole Geißbrecht, Paul Marberg, Noah Winter, Jessica Handschu, Laura Zoe Vehring, Lisa Zäsar, Atilla Midik und Nesrin Varan unter der künstlerischen Leitung von Andree Woosmann seit April diesen Jahres in ihrer Freizeit Kalksandsteine mit Kinderrechtsmotiven bearbeiten, aus denen irgendwann eine Art Stadt entstehen soll, die in Gailhof aufgestellt werden soll. Die Grundschüler hatten ihre Arbeiten mit in die Volksbank gebracht und ernteten gebührendes Lob von den Gästen der Ausstellungseröffnung. Filialleiter Frank Felgner eröffnete die Ausstellung „Kleine Hände – krummer Rücken“ mit den Worten: „Das Thema passt ideal zu unserem Thema Kinderrechte“ und kündigte als Highlight des Abends die Vorstellung des Wedemärker Kinderrechte-Songs an: zunächst als Demo-Version auf CD, dann live unplugged von drei Vertretern der Band, die den Song bei Heiner Lürig im Studio in Brelingen aufgenommen hat.
Doch zunächst zurück zur Ausstellung. Bürgermeister Tjark Bartels bedankte sich ebenfalls bei Volksbank, Stiftung und UNICEF für das „bemerkenswerte, ganz besondere Projekt“ und leitete über zur Ausstellung über Kinderarbeit, die es zwar in der gezeigten Form nicht in Deutschland, aber in anderen Ländern gebe und gegen die man nur als Verbraucher etwas unternehmen könne. Chris-tiane Freude von der UNICEF kündigte an, dass die sehr informative Ausstellung jetzt drei Wochen lang in der Volksbank-Filiale in der Wedemark zu sehen sein werde. Dabei gehe es nicht einfach um Kinderarbeit, sondern um ausbeuterische Kinderarbeit, bei der die Rechte der Kinder massiv verletzt würden. UNICEF setze sich vor allem für Bildung für Kinder und insbesondere Mädchen in den betroffenen Ländern ein und hole sie von der Straße. Auch Freude betonte den Stellenwert des Verbraucherverhalten: Nur fair trade-Produkte seien garantiert ohne Kinderarbeit entstanden. Christiane Freude erinnerte an Kindersoldaten, den Einsatz von Kindern in der Zündholzindustrie, im Bergbau und in der Prostitution. Für all diese Probleme gebe es keine einfachen Lösungen, aber es gebe welche. Ausbeuterische Kinderarbeit, wie sie in der Ausstellung beschrieben werde, füge Kindern an Körper und Seele schweren Schaden zu, gab Christiane Freude zu bedenken. Viele verlören jedes Selbstwertgefühl.
Selbstwertgefühl – darum geht es auch im Kinderrechtesong, den die Gäste der Ausstellung am Montagabend zum ersten Mal zu hören bekamen, hier der Text:
Du hast Recht
Im Spiegelbild deiner Kinderaugen / Sehe ich die Welt / Als eine riesengroße Seifenblase / Die vom Himmel fällt / Du gehst auf Entdeckungsreise / Naiv und unbeschwert / Doch die Welt sie ist kein Spielplatz / Auf dem man niemals fällt / Du hast Recht / Wenn du gesund sein willst / Wenn du umsorgt sein willst / Es ist wahr / Du hast recht / Wenn du frei sein willst / Wenn du allein sein willst
Es ist klar / Du hast recht / Hast du Sorgen in Not / Fehlt dir Wasser und Brot / Was ist los / Du hast das Recht / Endlich aufzustehen / Deine Meinung zu sagen / Stell all deine fragen / Wir wollen für Kinder eine Zukunft / Einen Weg mit Halt und Ziel / Obwohl das Leben erst beginnt / Ist es doch kein Kinderspiel / Bist du bereit uns zu begleiten / Durch die Stürme dieser Welt / Auch der kleinste Traum wird wachsen / Wenn er die Chance dazu erhält / Deine Eltern sind getrennt / Nacht für Nacht liegst du allein / Du verlangst doch gar nicht viel / Du willst doch nur glücklich sein / Es steht nur eins zur Wahl / Es ist die Liebe nicht die Qual / Wir müssen appellieren / Dass wir die Kinder / dass wir die Kinder nicht verlieren.
Musik und Text stammen von Felix Fleischmann und Marius Lürig, an der Demo-Version wirkten außerden diesen beiden Celine Meibes (Gesang), Mathis Eberhard (Bass), Paul Bernstorf (Akkustische Gitarre) und Heiner Lürig (Gitarre) mit.