Klima- und Umweltschutz bleibt Kernthema

Unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln tagten die Wedemärker Grünen im Bürgerhaus und begrüßten viele neue Mitglieder.

Viele neue Grüne bei erster Sitzung nach Versammlungspause

Bissendorf. Trotz Corona: Klima- und Umweltschutz bleibt Kernthema
Wie ist eigentlich der Stand beim Gewerbegebiet „Neuer Hessenweg“ in Gailhof? Welche Themen gibt es in den Flüchtlingsbewegungen? Geht es voran mit dem LIFE+-Projekt Hannoversche Moorgeest? Und was gibt es Neues zur geplanten Erweiterung der Mastställe in Elze zu berichten? Der letzte Stand vom März war, dass die Bürgerinitiative „Contra Industriehuhn Wedemark“ dem Ziel ein Stück nähergekommen ist, die geplante Maststall-Erweiterung in Elze auf 164.000 Mastplätze zu verhindern.
Die Themenliste der Grünen bei ihrer ersten OV-Sitzung am 02. Juli nach der coronabedingten Versammlungspause war überraschend lang. Auch viele kleine Schlüsselthemen einzelner Mitglieder*innen wurden angesprochen, wie z.B. die Fahrraddemo für eine nachhaltige und gleichberechtigte Verkehrspolitik der Parents for future Wedemark, die Herausforderung einer umweltverträglichen Klärschlammverwertung innerhalb der Region, eine Plakataktion gegen die Zustände in Flüchtlingslagern oder die Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit für die Landwirtschaft.
Bei zwei aktuellen Themen sind auch die Wedemärker aufgefordert, sich engagiert einzubringen:
Zum einen ist am 3.6. das „Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt!“ mit dem Sammeln der Unterschriften gestartet. Das Artensterben ist dramatisch. „Auch hier in Niedersachsen sind die Hälfte von 11.000 Tier- und Pflanzenarten bedroht, 62 Prozent der Wildbienenarten gefährdet und Millionen Brutvögel verschwunden.“, sagt Initiator Dr. Holger Buschmann (NABU). Alle Bürger*innen in der Wedemark können beim Sammeln der insgesamt nötigen 610.000 Unterschriften für Niedersachsen unterstützen. Infos zum Volksbegehren gibt es unter: www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt
Auf der anderen Seite stellt das geplante Gewerbegebiet „Neuer Hessenweg“ in Gailhof eine weitere erhebliche Mehrbelastung und Beeinträchtigung für Natur, Umwelt und Anwohner*innen dar. Fehlende Energiestandards für Gebäude (Nullernergiehaus), steigende Emissionen sowie der zu erwartende Verkehrslärm lassen sich nicht durch Verminderungs- und Ausgleichsmaßnahmen ausreichend kompensieren. Selbst wenn es sich bei der geplanten Bebauungsfläche weitesgehend um eine intensiv genutzte Ackerfläche handelt: Es ist Boden, der versiegelt wird. Damit überhaupt 10 Zentimeter Boden entstehen, braucht es Zweitausend Jahre. In Gailhof geht es um eine Fläche von rund 20 ha. Noch bis zum 17. Juli haben Bürger*innen Zeit, sich mit Anregungen und Einwendungen zum Bauvorhaben einzubringen. Infos dazu gibt es auf der Gemeindeseite.
Abschließend sind sich alle einig, dass der fehlende Klima- und Umweltschutz weiterhin das zentrale Thema der Grünen ist. Auch wenn jetzt und über lange Zeit die Bewältigung der Corona-Pandemie im Vordergrund stehen wird. „Ein Zurück zu „Normal“ wird es nie geben, solange immer nur die Wirtschaft in jeder Krisensituation kurzfristig gestärkt wird als langfristig und nachhaltig Wirtschaft, Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und Ökologie zusammenzudenken.“, sagt Aline Kolletzki. Und Marco Kurz ergänzt: „Darum ist es umso wichtiger, jetzt einen politischen Aktionsrahmen zu finden und mehr Druck auf die derzeitige Politik auszuüben.“ Jeder ist dazu aufgerufen, sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu engagieren. Wer eine Aktionsidee für die #GrueneWedemark hat, darf sich gerne melden.