„Königin der Löwen“ verabschiedet

Die scheidende Schulleiterin Swantje Klapper (Mitte) im Kreise ihrer Kollegen Wilhelm Heim (von links), Katrin Meinen, Franziska Jaap und Tore Böttcher. Foto: A. Wiese
 
Swantje Klapper erhielt ihre Entlassungsurkunde von Andreas Blasche-Hesse von der Niedersächsischen Schulbehörde. Foto: A. Wiese

Gymnasiums-Schulleiterin Swantje Klapper geht in den Ruhestand

Mellendorf (awi). Sie war die Königin der Löwen, so das Motto der stilvollen Feier, und ihr Abschied in den ohne Frage wohlverdienten Ruhestand einen Tag, bevor die Ferien begannen, ging allen Beteiligten sichtlich nahe. 16 Jahre lang leitete Swantje Klapper die Geschicke des Gymnasiums Mellendorf, mit, so konnte man den Abschiedsworten der Redner entnehmen, fester Hand, aber vor allem mit ganz viel Liebe und Leidenschaft für Schule und Schüler.
Über die Nachfolge ist noch nicht entschieden, es soll nur noch einen Bewerber geben, doch das war am Dienstag auch kein Thema. Hier ging es nur darum, zum Ausdruck zu bringen, wie viel Swantje Klapper für das Gymnasium Mellendorf getan hat und dass sich ganz offensichtlich noch niemand so richtig vorstellen kann, wie es ohne sie funktionieren soll. „Die Königin der Löwen“, dieses Motto bezieht sich auf den Löwen im Schulwappen, der wiederum mit dem Löwen im Wappen der Gemeinde Wedemark korrespondiert. Das erklärte die stellvertretende Schulleiterin Katrin Meinen den Gästen der Verabschiedung, die es noch nicht wussten, bevor sie das Wort an den leitenden Regierungsschuldirektor Andreas Blasche-Hesse von der Niedersächsischen Schulbehörde übergab.
Der kennt die mittlerweile 63 Jahre alte Swantje Klapper nämlich bereits aus der gemeinsamen Schulzeit am Gymnasium Langenhagen. Dort habe man im zwölften Jahrgang eine Studienfahrt nach Moskau und Leningrad unternommen. Spätestens hier wurde wohl die Leidenschaft Klappers für die Sprache Russisch geweckt, die sie ihr gesamtes Schulleben lang begleitete. Blasche-Hesse zeichnete ein Bild der scheidenden Schulleiterin nach, das allen, die mit ihr zu tun hatten, vertraut ist. Vor allem ihr Lachen, ihre Fröhlichkeit und Leichtigkeit seien bezeichnend für sie. Und doch könne sie aus dem tiefsten Lachen heraus auf Ernsthaftigkeit umschalten. Es war kein leichter Weg, den Swantje Klapper auf dem Weg zur Schulleiterin des Gymnasiums in Mellendorf zu bewältigen hatte. Nach dem Abitur in Langenhagen studierte sie Mathematik und Slawis-tik in Göttingen, erhielt ihre erste Teilzeitlehrerstelle 1982 in Celle, bekam 1982, 1984 und 1986 ihre drei Kinder und kämpfte sich durch Referendariat, zweites Staatsexamen und diverse Vertretungslehrerstellen.
Parallel engagierte sie sich stets für die von ihr so geliebte Sprache Russisch, war bei den Prüfungen der Russisch-Olympiade im Einsatz und bekam auf dem Weg durch ihr Schulleben immer wieder hervorragende Beurteilungen. Als ihr Ehemann Johannes Klapper 1991 in den Schuldienst nach Kairo berufen wurde, ging die ganze Familie für fünf Jahre nach Ägypten. Nach ihrer Rückkehr lehrte Klapper 1996 erneut am Gymnasium Walsrode, qualifizierte sich für das Unterrichtsfach Werte und Normen, weil das Inte-resse am Fach Russisch rückläufig war und bewarb sich 1999 für eine Koordinatorenstelle an der hannoverschen Goetheschule. Doch dazu sollte es nicht kommen. Denn sie wurde auch auf eine Koordinatorenstelle am Gymnasium Mellendorf aufmerksam gemacht.
Ihren Dienstposten hier trat sie im Februar 2000 an, im August wurde sie zur Oberstudienrätin befördert und als die Stelle der ständigen Vertretung des Schulleiters Hans-Joachim Fichtner ausgeschrieben wurde, sei man auf die auf den ersten Blick nach so kurzer Zeit erstaunliche Idee gekommen, Klapper könne dafür geeignet sein, berichtete Andreas Blasche-Hesse in seiner Abschiedsrede am Dienstag. Alle Begutachtungen verliefen positiv, Fichtner war von Klapper begeistert, im August 2001 wurde sie seine ständige Vertreterin und als er 2003 ins Kultusministerium berufen wurde, endete der rasante Entwicklungsprozess der im August 2004 zur Oberstudiendirektorin beförderten Ahldenerin mit der Ernennung zur Schulleiterin.
Die positive Entwicklung, die die Schule seitdem genommen habe, habe diese Personalentscheidung in vollem Umfang bestätigt, so Blasche-Hesse und überreichte Swantje Klapper mit einer herzlichen Umarmung ihre offizielle Entlassungsurkunde in den Ruhestand, nicht ohne zu beteuern: „Alle werden Ihr befreiendes Lachen vermissen!“ Das bestätigte auch Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski. Swantje Klapper hinterlasse tiefe Spuren, auf die sie stolz sein dürfe. Das Gymnasium sei von jeher eine besondere Schule gewesen.