Konfirmandenprojekt Seenotrettung

Konfirmanden der Kirchengemeinde St.Michaelis in Bissendorf arbeiteten im Rahmen eines Workshops bei der Jugendkunstschule gemeinsam mit Dozentin Eva Krohm am Projekt Seenotrettung. Foto: T. Buck (Foto: T.Buck)

Gemeinsame Aktion von Kinder- und Jugendkunstschule und St. Michaelis

Bissendorf. „Da draußen auf dem Meer sind Menschen, denen nicht geholfen wird.“ Die Bissendorfer Konfirmandin Lina steht mit fünf anderen Konfirmanden, der Kursleiterin Eva Krohm und Pastor Thorsten Buck um einen Tisch in der Kinder- und Jugendkunstschule und diskutiert. Die Jugendlichen haben sich für ein Konfirmandenprojekt zum Thema Seenotrettung entschieden. Seit Jahren hat die Europäische Union die Frage der Seenotrettung den privaten Initiativen überlassen – das UN-Flüchtlingswerk schätzt, dass allein 2021 1.977 Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken sind. Darüber haben sich die Jugendlichen in einem Workshop informiert. Nun wurde daraus an zwei Wochenenden eine kleine Kunstinstallation. Damit wollen die Jugendlichen auf dieses ungelöste Problem aufmerksam machen. Aufgestellt werden die verschiedenen Elemente vor der Bissendorfer Kirche. „An dieser Stelle ist es gut zu sehen“, sind sich Helene und Bjarne sicher. Und Michel überlegt: „Nächstenliebe ist doch ein typisch christliches Wort. Menschen in Not soll geholfen werden.“ Dass diese einfache Antwort vielleicht auch provoziert, ist den Jugendlichen klar. Erreichen wollen sie, dass die Menschen sich Gedanken machen – „man muss die Seenotrettung ja nicht unterstützen“, sagt Peer, „aber man kann die Menschen da nicht einfach vergessen.“ Wer darüber hinaus auch ganz praktisch etwas tun möchte, kann im Turmraum der Michaeliskirche den Spendentisch der Konfis vom letzten Jahr nutzen. Gesammelt wird für die Initiative „united4rescue“, die dank zahlreicher Spender den Einsatz von zwei Rettungsschiffen im Mittelmeerraum ermöglicht: Die Sea-Watch 4 und die Sea-Eye 4. Mehr als 800 Organisationen haben sich zu diesem Bündnis zusammengeschlossen, um ein Zeichen zu setzen, dass man Menschen nicht zur Abschreckung ertrinken lässt.
Konfirmanden der Kirchengemeinen St. Michaelis und Kapernaum können im Rahmen einer mehrmonatigen Projektphase aus ganz unterschiedlichen Angeboten auswählen, mit welchen Themen sie sich beschäftigen wollen. Auch im vergangenen Jahr fand ein Projekt zum Thema Seenotrettung im Mittelmeer statt – durch ihr Engagement konnten die Jugendlichen nicht nur Spenden sammeln, sondern auch den Jugendkunstschulpreis gewinnen. Da lag es nahe, das Projekt in diesem Jahr in einer anderen Form fortzusetzen.