Kontrolle zeigt Transparenz

BNN Chefüberwacher Christian Strohmeyer bei Gabriele Reimer im "Kleinen Naturkostladen" in Mellendorf, Stargarder Straße 1a Foto: E. Rodenbostel

Volles Sortiment mit Bio Waren im kleinen Naturkostladen

Mellendorf (er). Die freiwillige Mitgliedschaft im Bundesverband Naturkost Naturwaren e.V. (BNN) sorgt nicht nur dafür, dass der Kunde getrost alles kaufen kann und sicher sein kann, dass es den Standards und Anforderungen der Bio Siegel und noch strengeren Richtlinien der Anbauverbände entspricht. Weiterhin verpflichten sich die Mitglieder alle zwei Jahre eine Kontrolle durchführen zu lassen und Beiträge in prozentualem Verhältnis zum Umsatz zu zahlen. Der langjährige Kontrolleur Christian Strohmeyer: „diese Form der Kontrolle ist im deutschen Lebensmittelhandel einzigartig. Sie garantiert dem Kunden ein Sortiment, das ausschließlich Bio-Waren beinhaltet.“ Da er selbst seit etwa 30 Jahren die Mitgliedsbetriebe kontrolliert und auf Messen die Neuheiten sofort entdeckt, kann er auch Tipps für die Geschäftsleitung geben und über eventuelle Neuheiten informieren. Ein Teil der Kontrolle besteht aus der Sortimentskontrolle, der andere Teil aus der Kontrolle der Bio-Zertifikate der Hersteller und den Bestellungen und Rechnungen der Geschäftsinhaber.
Gabriele Reimer, Inhaberin „Der kleine Naturkostladen“: „Wir führen seit 31 Jahren ein Vollsortiment und können unsere Kunden durch Kontakte zu den Herstellern umfassend informieren. Es gibt immer Veränderungen und Weiterentwicklung. Neu sind Bambuswattestäbchen, Taschentücher und Toilettenpapier aus Bambus sowie Konjakschwämme, die Wattepads überflüssig machen.“ Logistische oder administrative Schwierigkeiten können eventuell bei den begehrten Champagnertrüffeln aufkommen, da sie, wie manch andere Artikel aus England eingeführt werden. „Im Bereich der Verpackung wird schon mehr auf Papierverpackungen geachtet und auch „unverpackt“ ist ein Trend, der im kleinen Naturkostladen mit aufgenommen wird.“
Durch das erhöhte Bewusstsein der Verbraucher ist ein stetiger, oft zweistelliger Zuwachs des Umsatzes im Bio Bereich zu verzeichnen. Hinzu kommt, das Bewusstsein für die Herstellung und Produktion der Ware in Zusammenhang mit den Haltungsbedingungen der Tiere, Arbeitsbedingungen der Arbeiter, Löhnen und eventueller Kinderarbeit. Die reinen Bio-Läden können sich zu Recht als Vorreiter eines gesteigerten Bewusstseins bezeichnen.
Ein hundertprozentiges Biosortiment ist keine Selbstverständlichkeit. Von der EU-Öko-Verordnung werden zum Beispiel die Bereiche Fisch, Naturkosmetik oder Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel ausgenommen. Bei dem BNN werden diese Bereiche mit kontrolliert und Lücken geschlossen.