Konzert zum 130. Chorgeburtstag

Die Sängererinnen des Bissendorfer Chors More Music trainieren mit ihrem Chorleiter Woonseok Lee schon fleißig für das Geburtstagskonzert im November bei Probenwochenende im Treffpunkt Musik. Foto: A. Wiese

Bissendorfer Chor More Music tritt am 10. November in der Kirche auf

Bissendorf (awi/r). Der Bissendorfer Chor More Music probt bereits seit Februar, doch zurzeit ganz besonders intensiv, denn am Sonntag, 10. November, treten die Sängerinnen mit ihrem Chorleiter Woonseok Lee um 17 Uhr in der Bissendorfer St.-Michaelis-Kirche auf. Sie geben ein Konzert anlässlich des 130. Gründungsdatum des Chores, aus dem sich der heutige Bissendorfer Chor More Musik entwickelt hat, erklärt die Vorsitzende Gitta Jansen. Das vieleseitige Repertoire der Sänger füllt etwa eineinhalb Stunden. Der Eintritt ist frei, aber über eine Spende würden sich die Sänger freuen. Anschließend gibt es für geladene Gäste, aber auch jeden Konzertbesucher, der Lust hat, einen kleinen Empfang im evangelischen Gemeindehaus. Zurzeit hat der Chor 20 Mitglieder. Aber er könnte sehr gut noch Verstärkung gebrauchen. Gesungen wird jeden Diesntag ab 19.45 Uhr im Treffpunkt Musik am Bissendorfer Bahnhof. Vorkenntnisse sind keine erforderlich.
Zur 130-jährigen Geschichte des Chores findet man Daten auf der Homepage der Sänger: Am Silvesterabend 1888 gründeten 16 Männer im Gasthaus „Zur Eiche“ den „Männergesangverein Bissendorf“. Dies war der zweite offizielle Verein im Dorf. Vorsitzender wurde Bäckermeister Ludwig Glöde, der eine gewaltige Tenorstimme besaß und diese auch gern mit seinen neun Kindern ertönen ließ. Der zweite Lehrer an der Bissendorfer Volksschule, Heinrich Schierholz, wurde Dirigent. An hohen Feiertagen wurde in der Kirche gesungen. 1892 gesellten sich einige Damen hinzu und es entstand der „Gemischte Chor“. Dieser hatte nur bis 1897 Bestand. Frauen hatten zu dieser Zeit zu viele Aufgaben in Haus und Hof und konnten sich so ein Hobby, wie das Singen, nicht leisten. Erst 1907 fanden wieder einige Damen den Weg zum Chor. Aber schon in den neunziger Jahren gestaltete man mit einem Konzert und anschließender Theateraufführung das „Sängerkränzchen“. Dieses war fast 100 Jahre das größte gesellschaftliche Ereignis im Dorf. Als Vereinslokal wurde von 1899-1939 das Gasthaus „Gödecke“ am Bahnhof, welches den größten Saal besaß, gewählt. 1920 erfolgte die Umbenennung in „Gemischter Chor Eintracht Bissendorf“.
In diesem Jahr schlossen sich mehrerer Chöre zum Sängerbund „Gemischte Chöre Mellendorf und Umgebung“ zusammen. 1922 wurde dieser in „Sängerbund der vormaligen Wedemark“ umbenannt. Vorsitzender und Dirigent wurde Otto Döpke aus Bissendorf. Zahlreiche Konzerte wurden abwechselnd in allen Orten der Wedemark gegeben.Neben dem Singen in der Kirche wurden Ständchen bei Grünen- und Silbernen Hochzeiten und runden Geburtstagen gebracht. Diese endeten mit einem gemütlichen Beisammensein. Ausflüge mit Pferd und Wagen in die nähere Umgebung machte viel Vergnügen. Diese Veranstaltungen bestimmten mit dem Sängerkränzchen das Vereinsleben zwischen den Kriegen.
Bereits Weihnachten 1945 sang der Chor wieder in der Kirche. Das beliebte Sängerkränzchen wurde ab März 1947 wieder gefeiert. 1947 wurde der Dirigent Otto Döpke, der den Chor seit 1907 musikalisch geleitet und empor gebracht hat, verabschiedet. Für die musikalische Leitung und Weiterentwicklung sorgten Otto Henstorf und ab 1961 Rainer Roscher, der als Lehrer in Bissendorf seit 1958 tätig war. Einige Jahre später 1997 erfolgte die Umbenennung in „Bissendorfer Chor“. 2005 entstand aus dem Bissendorfer Chor zusätzlich der Frauenchor „More Music“, der dem Bissendorfer Chor angegliedert wurde, und dessen erfolgreiche Auftritte das Chorleben nun mitgestalten. Diese beiden Chöre fusionierten vor drei Jahren und seitdem heißt der Chor Bissendorfer Chor More Music.