KSB sorgt sich um Kinder aus Kösliner Weg

Die adventliche Mitarbeiterbesprechung der engagierten Frauen im Kinderschutzbund wurde letzte Woche zur Krisensitzung: Was kann man tun, um den Kontakt zu den Kindern aus dem Kösliner Weg zu halten und ihnen weiterhin bei Hausaufgaben und anderen Dingen behilflich zu sein, fragen sich die Frauen um die Vorsitzende Elke Barsch (2. vl l.), seit ihnen die Wohnung am Kösliner Weg gekündigt wurde. Die Jugendhalle wird nicht angenommen. Foto: A. Wiese

Ersatzangebot in der Jugendhalle wird erwartungsgemäß nicht angenommen

Mellendorf (awi). Der Kinderschutzbund schlägt Alarm: Ein Projekt, das er über zehn Jahre mit Engagement betreut und gefördert hat, stirbt gerade. Hört sich dramatisch an, ist aber auch so, beteuerten die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Rahmen ihrer Besprechung im Amtshaus in Bissendorf letzte Woche.
Das Projekt Kösliner Weg gibt es nicht mehr, seit im Sommer die jahrelang genutzte Wohnung in dem Wohnblock vom Vermieter Erik van der Vorm gekündigt wurde. Sie ist jetzt regulär vermietet. Die Gemeinde stellte als Ausgleich Raumkapazitäten in der Jugendhalle zur Verfügung. Aber die werden nicht angenommen. Für die Mitarbeiterinnen ist diese Entwicklung nicht unerwartet: „Wir haben das gleich befürchtet“, sagt die Vorsitzende Elke Barsch. Die Kinder, an die sich die Angebote Hausaufgabenhilfe, aber auch Basteln und Spielen hauptsächlich richteten, seien zu klein, um den Weg über die Bahnschranken zur Jugendhalle alleine zu bewältigen. Viele hätten zudem einfach zwischendurch mal reingeguckt. Das sei jetzt nicht mehr möglich. Der Kinderschutzbund hat alles versucht, um sein Projekt „Kinderzimmer“ in der Jugendhalle bei der Zielgruppe bekannt zu machen. Zuletzt wurden vor kurzem noch einmal rund 80 Flyer direkt in die Briefkästen am Kösliner Weg gesteckt. Doch die Resonanz war gleich null. „Wenn wir an einem zentraleren Ort einen Raum bekämen, zum Beispiel im Haus am Sande, wäre das vielleicht anders. Das liegt mitten im Ort und direkt neben der Grundschule“, so Barsch. Doch der Umbau zum Familienzentrum wird noch einige Zeit dauern. Die Vorsitzende will sich jetzt mit einem Vorstoß an den Bürgermeister und den Rat wenden und nachfragen, ob der KSB vielleicht kurzfristig auch in der Übergangszeit schon einen Raum in dem Haus Am Sande nutzen könnte. Auch die Kinderfreunde sollen dies ja tun, solange das Haus am Teich umgebaut wird. „Wenn wir zu lange warten, ist der Kontakt zu den Kindern im Kösliner Weg völlig eingeschlafen. Und das wäre sehr schade. Denn die Kinder brauchen unsere Unterstützung“, sagen Elke Barsch und ihre Mitstreiterinnen.
Das Kinderzimmer in der Jugendhalle Mellendorf, Am Freizeitpark, ist montags von 14 bis 15.30 Uhr zur Hausaufgabenhilfe und von 15.30 bis 17.30 Uhr jeden ersten Montag zum Bastelnachmittag geöffnet. Dienstags wird dort von 14 bis 15.30 Uhr Hausaufgabenhilfe und mittwochs von 14 bis 16 Uhr Hausaufgabenhilfe und Spielen angeboten.