Kuban will CDU in Europa vertreten

Der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Felix Adamczuk (rechts) bedankte sich bei Tilman Kuban mit einem Präsent. Foto: A. Wiese

„Ich glaube, dass Europa im Mai vor einer Schicksalswahl steht“

Wedemark (awi). Er sei engagiert, vernetzt und überzeugt, beschreibt sich der Europakandidat der CDU, der 31-jährige Tilman Kuban, Unternehmensberater und Rechtsanwalt aus Barsinghausen, bei seinem Auftritt vor dem CDU-Gemeindeverband im Gasthaus Bludau in Wennebostel selbst. Und er glaubt, dass Europa am 26. Mai vor einer Schicksalswahl steht.
In der Kommunalpolitik verhaftet, in der Jungen Union groß geworden, deren Bundesvorsitzender er seit drei Wochen ist, und ehrenamtlich im sportlichen Bereich sehr engagiert, will Kuban Burkhard Balz beerben, der seinen Sitz im EU-Parlament im August letzten Jahres nach neun Jahren gegen einen Vorstandsposten bei der Deutschen Bundesbank eingetauscht hat. „Es braucht einen Netzwerker, der in Straßburg und Brüssel was für unsere Region rausholt“, wirbt Kuban für sich und betont, dass er einige Jahre für Balz gearbeitet habe. Die Überzeugung von Europa müsse man gerade in dieser Zeit zusammenhalten, mahnt der Kandidat. Was man aufs Spiel setze, sehe man wenn man ins einst so stolze Königreich Großbritannien gucke: eine gespaltene Nation, die auseinander drifte. Die Angst vor Jobverlust und die Differenz zwischen Stadt- und Landbevölkerung sei für den Brexit verantwortlich, so Kuban. Stadt und Land müssten Hand in Hand gestaltet werden. Die EU habe es nie geschafft, ein wirkliches Feuer für dieses Europa zu entfachen. Statt über Gurkenkrümmung und Datenschutzgrundverordnung zu diskutieren, hätte man viel mehr Europa und die EU positiv nach außen darstellen müssen. „Europa bringt uns vor allem Frieden, Freiheit und Wohlstand“, so Kuban vor seinen Parteigenossen. Seine Generation habe den Krieg nie erlebt, er zehre wie viele nur noch von den Erfahrungen seiner Großeltern, die aus Schlesien vertrieben worden seien. Aber die Ukraine sei nicht weit weg. Bei einem Besuch dort nahe der Front habe er festgestellt: „Da wird einem ganz anders!“ Die EU habe den Deutschen und anderen Nationalitäten eine Menge Freiheit gebracht, beim Reisen, Studieren und sogar beim Telefonieren. Man habe ganz bewusst die innereuropäischen Grenzen abgeschafft, weil an diesen Konflikte entstehen. Offene Grenzen in Europa zu erhalten, müsse das unbedingte Ziel sein. Dafür müsse man sich aber mehr um die Partner um sich herum kümmern und mit einer klaren Afrika-Politik den Menschen eine Perspektive bieten. „Europa hat uns eine Menge Wohlstand gebracht“, so der CDU-Europakandidat, „nun geht es darum, dass wir auch in den nächsten Jahren Weltspitze sind. Wir müssen bereit sein, Visionen zu entwi-ckeln!“ So gehöre Mobilfunk nicht nur an, sondern vielmehr in jede Milchkanne. Und wenn Maschinenbau auf künstliche Intelligenz treffe, müsse man bereit sein, mehr zu investieren und zu entwickeln. Politik könne die Innovation nicht aufhalten, sondern nur perfekte Rahmenbedingungen schaffen. Nicht vergessen dürfe der Bürger, dass Parteien in Europa Entscheidungen träfen und nicht „Brüssel“. „Wir müssen uns die individuelle Freiheit erhalten, mit dem eigenen Auto zur Arbeit zu fahren“, rief Kuban in den Saal: „Wir müssen zu unserer Industrie stehen und für sie kämpfen“. Und wenn die Rechtspopulisten meinten, dass sie mehr Themen ohne Europa regeln könnten, müsse man die Tassen in ihrem Schrank nachzählen, so Kuban. „Ich weiß, dass nicht alles gut läuft“, räumte er ein, „aber wir brauchen ein starkes Europa!“ Seine Parteikollegin Editha Westmann mahnte, sie sei überzeugte Europäerin, aber die Europäische Volkspartei müsse sich den Bauern gegenüber erklären und ihnen den Rücken stärken, sonst werde ein ganzer Berufsstand in die Knie gezwungen. Aus Berlin zu rufen „Das ist alles Europa und die Ministerin kann nicht anders“ sei zu einfach.
Aus der Versammlung heraus wurde Kuban dann noch mit der Forderung auf eine Antwort auf die „chinesische Gefahr“ konfrontiert, nach seinen Vorstellungen vom Wahlkampf in den nächsten Wochen gefragt und danach, wie man dafür sorgen könne, dass es den Menschen in Europa wieder besser gehe, damit so etwas wie der Brexit nicht noch einmal passieren könne.