Landwirte kritisieren Volksbegehren scharf

„Bauern stehen hinter mehr Artenvielfalt"

Wedemark. „Die Bauern in der Wedemark stehen hinter dem Ziel mehr Artenvielfalt zu schaffen“, betont Arne Klages aus Sprockhof. „Nur wenn wir mit der Umwelt sorgsam umgehen, besteht die Möglichkeit unsere Betriebe auch an folgende Generationen weiterzugeben. Und das ist uns eine Herzensangelegenheit!“ so der Landwirt weiter.
„Arten- und Naturschutz geht nur gemeinsam mit den Landwirten“, meint auch Christine Heins aus Negenborn. Ihr elterlicher Betrieb pflegt bislang eine gute Zusammenarbeit mit dem hiesigen NABU. Durch das Volksbegehren Artenvielfalt werden Gesetzesänderungen angestrebt, die massiv in die Eigentumsrechte der Landwirte eingreifen. Heins ist enttäuscht von ihrem bisherigen Partner im Naturschutz und sieht das Vertrauen deutlich gestört.
Die Alternative zum Volksbegehren Artenvielfalt existiert als der sogenannte „Niedersächsische Weg“. Auf Initiative von Ministerpräsident Stephan Weil haben sich das Umweltministerium, das Landwirtschaftsministerium, BUND, NABU, Landwirtschaftskammer und Landvolk an einen Tisch gesetzt und einen Maßnahmenkatalog für den Natur- Arten- und Gewässerschutz erarbeitet. Für Klages das Paradebeispiel für Dialogbereitschaft aller Beteiligten. Dabei setzt der Niedersächsische Weg entgegen dem Volksbegehren nicht zu 100 Prozent auf Ordnungsrecht, sondern verfolgt einen deutlich größeren kooperativen Ansatz. Auch hier sind starke Veränderungen für die Landwirte enthalten, jedoch werde die Akzeptanz durch das Mitspracherecht aller deutlich größer sein.
Die Kritik fällt heftig aus: Wenige Tage nach dem Unterzeichnen der Partnerschaft für den Niedersächsischen Weg schert der NABU aus und startet das Volksbegehren. „Der NABU zerlegt damit seine Glaubwürdigkeit bei uns Landwirten. Ein respektvoller und fairer Umgang auf Augenhöhe sieht für uns anders aus. Die vielen guten Kooperationen von Wedemärker Landwirten mit dem NABU stehen auf dem Spiel.“ so die Agraringenieure weiter.
Bereits beim im Dezember von der Initiative Land schafft Verbindung organisierten Mahnfeuer in Mellendorf zeigten die Bauern große Dialogbereitschaft. "Für mich war die Veranstaltung unter dem Motto "Redet mit uns und nicht nur über uns" ein richtiges Zeichen. Der Klima- und Umweltschutz muss gesamtgesellschaftlich bis hin zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern diskutiert werden. Umwelt- und Naturschutz vor Ort funktioniert nur mit der lokalen Landwirtschaft gemeinsam. Und die Gespräche beim Mahnfeuer haben mich sehr positiv überrascht" sagt Wedemarks
Umweltschutzbeauftragter René Rakebrandt. "Das Volksbegehren "Artenvielfalt" muss mit seiner Tiefe und Tragweite den Menschen erklärt werden. Dafür sollten sich die Initiatoren und die davon Betroffenen an einen Tisch setzen." Jetzt müsse dafür nur noch der richtige Rahmen geschaffen werden, so seine Meinung.