Landwirte legen Blühstreifen an

Die Imker Lutz Abromeit (von links) und Carsten Kiegeland zeigten Landwirt Bernhard Orlowski, wieviel Honig die Bienen des jungen Ablegervolkes schon gesammelt haben. Fotos: A. Wiese

„Wenn es den Bienen gut geht, geht es auch den anderen Insekten gut“

Oegenbostel (awi). Als bei Landwirt Hermann Plesse im Frühjahr ein Streifen Roggen wegen Käferbefalls kaputt ging, entschloss er sich gemeinsam mit seinem Berufskollegen Bernhard Orlowski, den 30 Meter breiten und insgesamt einen Hektar großen Streifen mit einer Blühmischung für späte Trachten für eine Bienenweide einzusäen. Bei den Imkern vom Imkerverein Wedemark traf das natürlich auf große Begeisterung, sind sie doch intensiv auf Werbetour, um etwas für ihre Bienen zu tun, deren natürliches Nahrungsangebot immer mehr zurückgeht.
Jetzt steht der Streifen in der Oegenbosteler Gemarkung in voller Blüte und es summt und brummt dort überfall, denn natürlich haben die Imker auch mehrere Bienenvölker direkt am Feldrand platziert. Phazelia, Ölrettich, Buchweizen, Malve, Sonnenblumen und viele andere Blüten laden die Bienen ein, bei ihnen Nektar zu saugen – ein Angebot, das diese gerne annehmen. Die Imker Lutz Abromeit und Carsten Kiegeland sehen an den Waben, wie gut es ihren Bienen hier geht. Vier Völker haben sie aktuell am Blühstreifen stehen. Es sind jungen Völker, sogenannte Ableger mit rund 20.000 Bienen pro Volk, die von bestehenden Stämmen neu abgespalten wurden. „Bei diesen Völkern wird Honig und Pollen nicht geerntet“, erläutert der Vereinsvorsitzende Christoph Schmieta. Das Volk müsse sich erst einmal etablieren. „So ein Bienenvolk verfrisst 50 Kilogramm Pollen im Jahr“, gibt Schmieta zu bedenken. Im Blühstreifen in der Oegenbosteler Gemarkung finden die Bienen viel Eiweiß und dementsprechend gut gefüllt sind ihre Waben, wie Imker Lutz Abromeit zeigt, als er die Wabe vorsichtig herauszieht und den Umstehenden zeigt. Die Imker hoffen, dass das Vorbild von Hermann Plesse und Bernhard Orlowski Schule macht und im nächsten Jahr weitere Landwirte ihrem Beispiel folgen, es müssen ja gar nicht immer so große Flächen sein. Und nicht nur Landwirte sind angesprochen. Jeder Bienenfreund kann mit den speziell für Bienen zusammengestellten Mischungen auch in seinem Garten eine blühende Bienenweide anlegen. „Geht es den Bienen gut, geht es auch den anderen Insekten gut und letztendlich auch den Menschen – die Bienen sind ein natürlicher Indikator“, erklärt Christoph Schmieta und vertieft sich wieder gebannt in das Schwirren und Brummen auf der bunten Bienenweide.