Landwirte wieder unterwegs

Rund 90 Schlepper starteten gestern um kurz vor 10 Uhr im Gewerbegebiet Bissendorf Auf dem Kessellande zur Kundgebung am Trammplatz in Hannover. Organisator vor Ort in der Wedemark ist Arne Klages aus Sprockhof (rechts), hier gerade im Gespräch mit Martin Schönhoff aus Hellendorf. Fotos: A. Wiese

90 Traktoren trafen sich in Bissendorf

Bissendorf (awi). Eins ist Arne Klages, Sprecher der Wedemärker Landwirte, ganz wichtig: „Es handelt sich bei unserer Fahrt ausdrücklich nicht um eine Gegendemonstration zu Friday for Future. Und wir demonstrieren auch nicht gegen das Klimapaket der Bundesregierung!“ So hatte es nämlich gestern morgen ein Radiosender verkündet. Den Landwirten geht es jedoch ebenso wie bei ihren Treckerdemonstrationen Ende letzten Jahres in erster Linie darum, gehört zu werden und mit Politik und Bürgern im Gespräch zu bleiben.
Dass die Parallelität zu Friday for Future gestern in und rund um Hannover besonders große Verkehrsprobleme heraufbeschwor, war zwar eine Tatsache, doch die Landwirte hatten den Termin für ihre erneute Trecker-Demo vor allem gewählt, weil gestern die Grüne Woche in Berlin startete. Sie wollen ein Zeichensetzen gegen das, was die Grünen und die Umweltverbände dort fordern. Zudem tagte gestern ein Ausschuss des Bundesrat. „Die Interessen der Agrarbetriebe kollidieren mit den geplanten Umweltschutzauflagen. Darüber wollen wir mitreden“, sagt Arne Klages. Dass in Bissendorf gestern weniger Trecker als beim letzten Mal am Start waren, erklärte er damit, dass viele Landwirte aus dem nördlichen Heidekreis, die letztes Mal mit von Bissendorf aus gestartet waren, diesmal zur zentralen Kundgebung nach Bremen gefahren sind. Die Polizei hatte diesmal im Vorfeld festgelegt, dass die Trecker aus der Wedemark nicht über die Landesstraße 190 und die Vahrenwalder Straße nach Hannover reinfahren sollten, sondern über Resse und Heitlingen auf die Bundesstraße 6. Die war dafür extra gesperrt worden, damit die Landwirte die zentrale Kundgebung auf dem Trammplatz vor dem neuen Rathaus um 12 Uhr auch pünktlich erreichen konnten.
„Die Motivation bei mir und meinen Kollegen, uns für den Erhalt der bäuerlichen Betriebe und der heimischen Landwirtschaft einzusetzen, ist nach wie vor groß“, erklärte Landwirt Martin Schönhoff aus Hellendorf im Gespräch mit dem ECHO. Er hat für seinen Hof ein Plakat besorgt mit der Aufschrift: „Heimische Landwirtschaft ist Klimaschutz!“ Um mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen, wird sich Schönhoff im Juni mit seinem Betrieb am Tag des offenen Hofes beteiligen. „Wir dürfen nicht nur reden, wir müssen was tun“, ist er überzeugt.