Langehennig ist Deutscher Meister

Züchter Karsten Langehennig hat bei der Bundeszwerghuhnschau in Leipzig einen Deutschen-Meistertitel mit seinen federfüßigen Zwerghühnern, Farbschlag rot-gesattelt, errungen. Foto: A. Wiese

Seine federfüßigen Zwerghühner überzeugten bei Bundesschau in Leipzig

Wiechendorf (awi). Die Wedemark-Schau der Rassegeflügelzuchtvereinigung Wedemark ist vielen Wedemärkern ein Begriff. Dass einige der Geflügelzüchter aus der Nachbarschaft aber auch bundesweit ausstellen, ist weniger bekannt. Jetzt hat der Meitzer Karsten Langehennig auf der Bundesschau der Zwerghühner in Leipzig, wo insgesamt 45.000 Tiere präsentiert wurden, mit seinen federfüßigen Zwerghühnern, Farbschlag rot-gesattelt, den Deutschen Meistertitel errungen.
Ein Erfolg, auf den er zu Recht stolz ist. Acht Tiere aus diesem Jahr hat er ausgestellt, sechs davon wurden bewertet. Hahn und Hennen überzeugten die Richter auf der ganzen Linie. Zwei Züchter gibt es noch in ganz Deutschland, die sich auf diesen speziellen Farbschlag der Rasse eingeschossen haben. Insgesamt gibt es 26 Farbschläge. Rot gesattelt ist so selten, weil es in der Zucht schwer zu erzielen ist. „200 Eier setze ich zeitgleich in die Brutmaschine, 100 Küken ziehe ich etwa auf“, berichtet der Hobbyzüchter. Die Tiere, von denen er gleich sieht, dass sie für Ausstellungen und Zucht nicht in Frage kommen, verschenkt er an Liebhaber. Auf die Rasse der federfüßigen Zwerghühner ist er durch den verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der RGZV Wedemark, Jürgen Brunngräber, gekommen. Zunächst hatter sich einen anderen Farbschlag ausgesucht, jetzt ist er schon viele Jahre auf die rot-gesattelten spezialisiert.
Und ebenfalls mehrere Jahren präsentiert er seine Tiere im Feld deutscher Spitzenzüchter bei nationalen Schauen. Die Zwerghühner hätten den Vorteil, dass sie besser zu transportieren seien, sei ein Argument für die kleine Rasse, berichtet Langehennig. Auf der Bundesschau habe er mehr Chancen als bei der lokalen Wedemarkschau, weil es auf den nationalen Schauen Sonderrichter gebe, die sich besonders gut mit den jeweiligen Rassen auskennen und wisse, worauf sie achten müssen, so Langehennig.
Mit den jetzt prämierten Jungtieren vom Mai diesen Jahres wird er weiterzüchten. Um Inzucht zu vermeiden, wird er einen goldhalsigen Hahn einkreuzen, verrät er seine Pläne und merkt an: „Entscheidend für die rot-gesattelten ist, dass sie immer ein Flügeldreieck haben müssen!“ Er arbeitet mit fünf verschiedenen Stämmen, die Eier lässt er ausschließlich von der Brutmaschine ausbrüten. Maximal 30 von den 100 Küken, die er aufzieht, seien zu gebrauchen. Natürlich werden auch die guten Alttiere weiterhin für die Zucht verwendet.
„Ich schreibe mir alles genau auf, auch auf die Eier schreibe ich Zahlen, um sie zuordnen zu können“, berichtet der Züchter. Die Brutmaschine bestückt er so, dass die Küken immer montags schlüpfen, denn dann kann er sie gleich gegen „Marek“ impfen lassen, dass muss innerhalb von 24 Stunden passieren. Am neunten Tag werden sie dann noch einmal über das Trinkwasser gegen Coxilien geimpft und haben dagegen dann lebenslangen Schutz. Die New-Castle-Impfung hingegen muss alle 90 Tage wiederholt werden und ist Pflicht für alle Hobbyhalter von Hühnern. „Da ist es kein Wunder, dass die Geflügelzucht auch dann ein Hobby bleibt, bei dem man immer zulegt, selbst wenn man so wie jetzt mal ein Preisgeld bekommt“, zuckt Langehennig mit den Schultern.
Seit 30 Jahren ist er Hobby-Hühnerzüchter. Sein Opa hat ihm die Leidenschaft vererbt. Der hatte allerdings ganz normale Hühner, die dann auch mal in der Pfanne landeten. Das lohnt sich bei Karsten Langehennigs Zwergen nicht. Er schlachte kein Tier, verschenke sie lieber, berichtet er. Außerdem Zwerghühnern züchtet er noch Soay-Schafe, eine vom Aussterben bedrohte Rasse. Doch die stellt er nicht aus. 2008 hat er übrigens schon einmal einen Deutschen Meistertitel errungen, damals für birkenfarbige Zwerghühner, erinnert er sich. Außer in Leipzig haben seine Tiere auch Preise bei der nationalen Junggeflügelschau in Hannover errungen, wo 16.000 Tiere am Start waren.Während in Leipzig von der RGZV Wedemark lediglich noch Friedhelm Dahel aus Osterwald mit seinen Zwerg-Sulmtalern vertreten war, haben in Hannover auch andere Mitglieder der RGZV Erfolge erringen können.
So kam Johannes Bergmann aus Auhagen mit einem Blauen Band für seine Altholländischen roten Kapuziner nach Hause. Und Julia Backhaus aus Brelingen erhielt das begehrte Blaue Band für ihre Zwerg Cochins. Neben Langehennig stellten außerdem Friedhelm Dahle aus Osterwald (Zwerg Sulmtalter), Eckhard Widdel aus Klein Plumhof (Zweg Sulmtaler), Georg Möser aus Langenhagen (Friesenhühner, Araucaner, Paduaner) und Ralf Backhaus aus Brelingen (Zwerg Welsumer) ihre Tiere in Hannover aus.