Langenhagener berichtet über den zweiten Weltkrieg

Fredy Krause, von li moderierte die Lesung von Rolf Zick, Jahrgang 1921. Stehend: Swantje Klapper, Heike Schlimme-Graab und Jens Szabo – Leiter der Schulen am Campus W Foto: E. Rodenbostel

Fredy Krause organisiert anschauliche Geschichte für drei Schulzweige

Mellendorf (er). Die Schulleiter der drei Schulen am Campus W Swantje Klapper vom Gymnasium Mellendorf, Heike Schlimme-Graab von der IGS und Jens Szabo Realschule Wedemark nahmen sehr interessiert an dem Vortrag des Langenhageners Rolf Zick, geboren 1921, teil. Er stellte eine kurze Zusammenfassung seines langen Lebens vor. Kurzweilig, interessant und eindrücklich. Nach dem Abitur ging er zur Wehrmacht, nach dem Krieg kam er abgemagert zu Hause an, inzwischen 27 und Abiturient. So stand es in seinem Zeugnis. Als Journalist habe er vielleicht als einziger noch lebender Zeitzeuge die Ministerpräsidenten von Hannover alle persönlich kennen gelernt. Schließlich war er 20 Jahre Vorsitzender der Landespressekonferenz. Hauptsächlich sei er Niedersachse, von Beruf und Neigung. Er erklärte, wie er vor dem Krieg aufgewachsen ist, mit welcher Freude er beim Reichsarbeitsdienst mitgeholfen habe. Sie legten Moore trocken und brachen Brachland um oder legten Wege an. Nach diesem halben Jahr brach der Krieg aus, er war 18 Jahre, die Besoldung erhöhte sich von 25 Pfennig auf 1 Reichsmark. Die Zusammenhänge vermittelte er anschaulich, absichtlich ohne Power Point Präsentation. Die Weite der Ausdehnung der Kriegsgebiete und die Größe Deutschlands stellte er ins Verhältnis und sprach ganz selbstverständlich vom „Größenwahn Hitlers“.
Die jahrelange sehr einfache Unterbringung beschrieb Rolf Zick eindrücklich. Das Schlafen auf einem Strohsack, kein fließendes Wasser, ein Loch als Toilette und ohne jegliche Privatsphäre. Begriffe wurden erklärt. Es ging um leichte und schwere Batterien, Reihen und Brigaden. Die Schwierigkeiten ohne Rechner und Computer die Geschwindigkeit, Richtung und Entfernung eines Flugzeugs zu berechnen. Es wurde über die Ausbringung der Bomben gesprochen und dass die Angriffe in mehreren Wellen kamen. Er selbst hat etwa 80 Bombenangriffe erlebt. Zu dem Großangriff am 27. September 1943 in Langenhagen las er den Tagebucheintrag des Luftwaffenhelfers Hans Meyer. Mit der anfänglichen Freude über den gelungenen Abschuss und dem anschließenden Volltreffer der Befehlsstelle mit entsprechenden Verlusten.
„Die Jugendlichen waren mit großem Einsatz bei der Wehrmacht, sie waren das Rückgrat der Heimat. Aber zu welchem Preis?“, fragte Rolf Zick. Er kam nach dem Krieg in Kriegsgefangenschaft nach Sibirien und beschrieb die dortigen Verhältnisse im Arbeitslager. Rolf Zick: „Wir arbeiteten, um wiedergutzumachen was im Namen Deutschlands angerichtet wurde.“ Es hieß morgens und abends eine Dose voll Suppe bekommen, dazwischen arbeiten und schlafen auf der Erde unter freiem Himmel. Das unter den Umständen nur die Kräftigen überleben konnten, wurde jedem der ca. 60 Schülerinnen und Schüler schnell klar. Als er nach 10 Jahren Krieg, in Uniform und Lumpen verbracht, nach Hause kam, waren seine besten Freunde und über die Hälfte seiner Klassenkameraden gefallen. In jeder Familie gab es Verluste.
Die abschließenden Fragen der Schüler zeigten das Interesse an der Veranstaltung und der große Applaus zollte dem eloquenten Redner Anerkennung. Seine Erlebnisse hat Rolf Zick in seinem Buch: „Ich war dabei und habe überlebt“ niedergeschrieben. Die Abschlussworte dieser Veranstaltung waren: „Helft mit, dass solch ein Irrsinn vermieden wird und seid dankbar!“