LEADER-Dorfwerkstatt sucht Dörfer

Der Schlauchturm in Wennebostel wird mit LEADER-Mitteln saniert. Das Projekt soll noch in diesem Jahr begonnen werden, hat die Gemeinde dem Ortsbürgermeister fest zugesagt. Foto: A. Wiese

Wennebostels Ortsbürgermeister ist zumindest nicht ganz abgeneigt

Wedemark (awi). Das Erfolgsmodell Dorfwerkstatt geht in die nächste Runde: Bereits in der vergangenen Förderperiode haben vier Dörfer erfolgreich und nachhaltig eine Dorfwerkstatt durchgeführt. Damit wurden wichtige Impulse in den Dörfern gesetzt und ein Fahrplan für die Zukunft erarbeitet. Nun können sich bis Ende Oktober erneut drei Dörfer der LEADER-Region Meer & Moor um den Dorfentwicklungsprozess bewerben. Interessierte Dörfer aus Neustadt, Wunstorf und der Wedemark haben 2020 die Chance, im Rahmen einer Dorfwerkstatt ihren Ort auf den Prüfstand zu stellen und Zukunftsideen zu entwickeln.
Wennebostel ist ein Dorf, das mit seiner Schlauchturmsanierung von LEADER-Mitteln profitiert und schon dadurch durchaus motiviert sein könnte. Ortsbürgermeister Achim von Einem ist da aber noch zwiegespalten.
„Einerseits ist die Sanierung des Schlauchtturmes, für die ja auch im Dorf 3.000 Euro gespendet wurden, die neben den 20.000 Euro von LEADER und den 10.000 Euro von der Gemeinde für die Sanierung verwendet werden sollen, ein starker Anreiz, bei der Dorfwerkstatt mitzumachen. Immer wieder fragen mich Bürger, wann es losgeht, wie es aussehen wird und ob zum Beispiel eine Bank am Schlauchturm aufgestellt wird. Andererseits reflektiert das Projekt sehr stark auf das Engagement von Vereinen. Da könnten wir nach der Auflösung des Schützenvereins in Wennebostel nur noch auf die Feuerwehr, die Kyffhäuser, vielleicht den Chor und unsere Initiative Unterm Baum zurückgreifen. Der Ortsrat muss das prüfen“, so von Einem. Allerdings haben die Kommunalpolitiker dazu nicht mehr allzuviel Zeit, denn bis Ende Oktober müssen die Bewerbungen für die Dorfwerkstatt vorliegen. Das Regionalmanagement der LEADER-Region koordiniert den Prozess und moderiert die Sitzungen. Bewerben können sich alle Dörfer, die bisher noch keine Dorfwerkstatt durchgeführt haben.
Bis Ende Oktober können interessierte Akteure beim Regionalmanagement ihre Unterlagen einreichen. Ausgewählt wird nach Handlungsbedarf, ersten Ideen sowie vorhandenem Engagement in der Dorfge- meinschaft. Nach Vorgesprächen im Dezember diesen Jahres, können die Dörfer Anfang 2020 loslegen. Die Dorfwerkstatt ist für Dorfgemeinschaften geeignet, die gemeinsam etwas bewegen und strategische Weichen für die Zukunft ihres Dorfes stellen wollen. Wichtigste Voraussetzung ist natürlich das Interesse und die Bereitschaft vor Ort, sich auf einen gemeinsamen Diskussions- und Entwicklungsprozess einzulassen. Zu Anfang wird das Dorf unter die Lupe genommen: Worauf sind wir stolz? Wo müssen wir uns besser rüsten? Gemeinsam wird ein „Fahrplan“ aufgestellt: Wie kann die Lebensqualität im Dorf auf Dauer erhalten werden? Welche Herausforderungen können auf welche Weise bewältigt werden? Wer wird dazu ins Boot geholt? Es geht um Ziele, Ideen und Projekte, die im Dorf gemeinsam entwickelt und später gemeinsam umgesetzt werden können. Ziel ist es, einen Prozess in Gang zu setzen, der selbstständig funktioniert und fortwirkt. Mitwirkende sind die Akteure vor Ort. Das Regionalmanagement hilft jedoch bei der „Initialzündung“.
Wer Interesse an der Dorfwerkstatt hat, wendet sich an die jeweiligen Ortsbürgermeister oder direkt an das Regionalmanagement der LEADER-Region, Maren Krämer, Telefon (05 11) 34 07-262, E-Mail maren.kraemer@sweco-gmbh.de. Informationen gibt es zudem auf der Homepage der Stadt Neustadt unter dem Stichwort LEADER-Region.