LESERBRIEF

Je kälter die Außentemperaturen, desto mehr giftige Luft!

Zum Artikel„Top oder Flop – dezentrale Lüftung“ vom 22. August 2020 erreichte die Redaktion folgender Leserbrief: „Dem Artikel ist zu entnehmen, dass die derzeit eingebauten Lüftungsanlagen aufgrund der Bestimmungen zu Coronaeindämmung bei sehr niedrigen Temperaturen abgeschaltete werden müssen. Das ist bautechnisch bedingt und grundsätzlich als Tatsache hinzunehmen. Interessant zu wissen wäre nun, ab welchen Außentemperaturen die Anlagen abgeschaltet werden müssen, also ab wann der gewünschte Lüftungseffekt nicht mehr da ist. In diesem Zusammenhang sollte die Politik die Bürger dann auch darüber informieren, wer die Geräte abschaltet und bei welchen äußeren Bedingungen und wer sie wieder anschaltet. Wenn es darum gehen sollte, dass zum Beispiel die Hausmeister wegen „Frostgefahr“  zumBeispiel ab erwarteten Nachttemperaturen von 5° C die Anlagen per Hand einzeln abschalten sollen, gehe ich davon aus, dass diese Anlagen dann zwischen Oktober und April aus Sicherheitsgründen gar nicht laufen werden. Zumindest im kommenden Corona-Winter. Was bedeutet diese Eigenschaft aber für den normalen Betrieb ohne Coronabedingungen? Die Anlagen werden und wurden angeschafft, um ein dauerhaftes und seit Jahren geduldetes Luftqualitätsproblem zu lösen, dass unter Umständen sogar gesundheitsschädlich ist. Offiziell geht es nur um zu hohe CO 2-Werte - über mehr nicht gesprochen. In Kälteperioden wird also auch in Zukunft ohne Corona technisch bedingt nicht mit voller Kraft gelüftet, da die Anlagen dann in einen anteiligen Umluftbetrieb gehen werden. Wie hoch der Anteil der Umluft ist und ab welchen Außentemperaturen das einsetzt wird leider nicht berichtet. Klar ist aber: Wir werden zukünftig im Winter deutlich schlechtere Luft in den Räumen haben, denn neben dem CO 2 werden dann auch andere Luftschadstoffe nicht in beabsichtigten Umfang aus den Räumen befördert. Das ist keine gute Nachricht, zumal niemand sagt, was außer dem CO 2 sonst noch so in der Raumluft herumschwirrt. Spätestens jetzt wäre es an der Zeit, dass die Politik die Ergebnisse der bisher durchgeführten Schadstoffmessungen in der Raumluft des Schulzentrums veröffentlicht!
Die aktuellen Berichte und Studien zum Thema Aerosole bereiten mir zusätzlich viel Sorge um alle Kinder, Lehrkräfte und Angestellten der Schule(n).
Niels Thomsen, Hellendorf