LESERBRIEF

„So kann es nicht weitergehen"

Zum Artikel „Insektenschutz thematisiert“ vom 19. Juni erreichte die Redaktion folgender Leserbrief: „Mit großem Interesse habe ich den Artikel gelesen und möchte auf diesem Wege versuchen ihn zu ergänzen.
Auch bei der überwiegenden Anzahl unserer Mitbürger genießt der Berufstand der Landwirte aus den genannten Gründen hohe Anerkennung, nicht nur in der Fraktion von Herrn Hoppenstedt, soviel sei vorweg geschickt.
Sicher hat das Insektensterben viele Ursachen. Aber es muss in diesem Zusammenhang auch deutlich gemacht werden, dass mit Abstand die Ursache Nummer 1 die Zerstörung der Lebensräume und hier insbesondere die intensive Landwirtschaft durch den Anbau von Monokulturen (Mais, Getreide etc.) ist.
Das kann heute jeder halbwegs interessierte Bürger in zahlreichen wissenschaftlichen Studien und seriösen Quellen nachlesen.
Wer wie ich einmal durch unsere wunderschöne Wedemark mit dem Fahrrad entlang der Beeke, oder der vielen schönen befestigten Feldwege fährt, kann eines nicht übersehen: das Fehlen von Blumen an den Uferzonen- und Feldrändern. Hier wächst nur noch Gras, welches in der Regel auch gemäht wird. Auch fällt auf das über Jahre immer wieder Mais auf den gleichen Flächen angebaut wird.
Das Fehlen von natürlichen Wiesen und Brachflächen und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, hat, wie jeder feststellen kann, der sich objektiv mit dem Thema befasst, dramatische Auswirkungen auf das Insekten- und damit auch auf das Vogelsterben (Rebhuhn -89%, Kiebitz -88 %, Feldlerche (45% usw.).
Hiervor dürfen wir unsere Augen nicht mehr verschließen und der Ansatz über den „Niedersächsischen Weg“ ist sicher richtig.
Aber müssen die Landwirte, wie es Herr Hoppenstedt sagt, wirklich für die „Erfüllung der gesellschaftlichen Erwartung“ finanziell entschädigt werden, wenn sie wieder Blüh- Hecken und Randstreifen anlegen, die sie selber über viele Jahre durch den Trend auch noch die letzten 20 cm bis zum Weg zu nutzen, vernichtet haben?
Braucht es wirklich erst ein finanzielles Angebot um Änderungen zu erreichen, oder sollten unsere Landwirte nicht auch aus Eigenverantwortlichkeit und Überzeugung handeln.
Ja, das Umdenken wird nicht ohne Schmerzen gehen und der eine oder andere Betrieb, wird auf der Strecke bleiben, dass gehört auch zur Wahrheit die gesagt werden muss.
So wie bisher, kann es aber nicht weiter gehen, wenn wir für unsere Nachfolgegenerationen noch eine lebenswerte Umwelt erhalten wollen.“
Christoph Schmidt, Elze