Lina und Aaron im See getauft

Pastor Thorsten Buck taufte im Gottesdienst am Pfingstsonntag bei schönstem Sonnenschein die kleine Lina Döbke aus Bissendorf im Natelsheidesee in Bissendorf-Wietze gemeinsam mit ihren Eltern und Paten. Foto: A. Wiese
 
Dass sein Talar bei der Taufzeremonie im See nass wurde, störte Pastor Thorsten Buck überhaupt nicht. Foto: A. Wiese

Gottesdienst am Natelsheidesee am Pfingstsonntag mit 230 Menschen

 Bissendorf-Wietze (awi). Wenn ein Freiluft-Gottesdienst an Pfings-ten mehr Menschen mobilisieren kann als ein Schützenfest, haben sich die Zeiten wieder geändert. Diese Feststellung ist das Ergebnis des mit mindestens 230 Menschen sogar für die Pastoren der veranstaltenden St.-Michalis-Kirchengemeinde überraschend gut besuchten Gottesdienstes am Pfingstsonntag am Natelsheidesee in Bissendorf-Wietze.
Im Rahmen des Gottesdienstes wurde nicht nur gebetet, gesungen und Windräder gebastelt, sondern mit Lina und Aaron auch zwei Kinder im See getauft. Ein Gemeindepicknick bildete den krönenden Abschluss dieses ganz besonderen Gottesdienstes, bei dem nicht nur der strahlende Sonnenschein ein Leuchten auf den Gesichtern der Teilnehmer hinterließ. Baby Lina Döbke lebt mit ihren Eltern Marlene und Niklas in Bissendorf. Als die junge Familie von der Möglichkeit hörte, Lina im Rahmen des Freiluftgottesdienstes am Pfingstsonntag direkt im See taufen zu lassen, war sie begeistert und während Pastor Thorsten Buck die Zeremonie mit Lina, ihren Eltern und Paten im knietiefen Wasser vollzog, tat seine Kollegin Wibke Lonkwitz wenige Meter weiter mit dem kleinen Aaron das Gleiche. Aaron Weigelt ist ein Kind des Campingplatzes. Seit 35 Jahren kommen die Eltern und Großeltern seiner Mutter als Camper zu Anja Krüger auf den Platz am Natelsheidesee und so war es für die junge Familie aus Göttingen keine Frage, dass Aaron hier getauft werden sollte. Die Zeremonie war ein ganz besonderes Erlebnis nicht nur für die direkt Betroffenenen, sondern für die ganze Gemeinde, die mit den Täuflingen und ihren Familien vom Gottesdienstplatz zum See hinunter und wieder zurück gewandert war. Dass diese Veranstaltung am See überhaupt möglich war, dafür bedankten sich Buck und Lonkwitz mit einem Blumenstrauß bei Campingplatzbetreiberin Anja Krüger und den beiden Musikerinnen Maja aus Hannover und Sara aus Bad Salzdethfurt, die den Gottesdienst mit Gesang und Keyboard begleiteten.
Gemeinsam unterwegs lautete das Motto dieses Pfingstgottesdienstes für die gesamte St.-Michaelis-Kirchengemeinde, die von Scherenbostel über Gailhof und Wennebostel bis nach Bissendorf und Bissendorf-Wietze reicht. „Gemeinsam unterwegs – guck mal, wieviele das wahr gemacht haben“, sagte Pastorin Wibke Lonkwitz staunend zu ihrem Kollegen Thors-ten Buck und stellte fest: „Anscheinend hat das Spaß gemacht, dass wir uns mal rausgewagt haben!“ Schließlich spiele ja auch die Pfingstgeschichte in der Bibel draußen, nachdem sich die ersten Christen aus ihren Häusern gewagt hätten, obwohl sie eigentlich nicht gewusst hätten, wie es weitergeht, so Buck und Lonkwitz. Das gewaltige Brausen des Heiligen Geistes, der Pfingsten über die Menschen kam, sei gleichbedeutend mit Energie, die etwas ins Bewegung setze. Als Symbol dafür hatten die Pastoren Bastelbögen, Drähte, Kugeln und Stöcker für kleine Windräder mitgebracht und verteilten Scheren. Und so bastelten die Gottesdienstbesucher auf einmal fleißig und mit Erfolg. Auf ihre Windräder konnten sie schreiben, wo sie sich Bewegung für die Welt wünschten, wo und welche Dinge sie gerne in Bewegung bringen würden.