Lindwedel in die Wedemark eingemeindet

Sehen beide nur Vorteile in der neuen Verbindung: Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Helge Zychlinski (l.) begrüßte bei der Einweihung des neuen Ortsschildes den Bürgermeister von Lindwedel, Axel Wehberg, im Kreis der Wedemärker Ort

Region und Landkreis SFA waren sich schnell einig – das neue Ortsschild steht

Lindwedel (awi). Seit gestern, 1. April 2011, ist es offiziell: Lindwedel gehört zur Gemeinde Wedemark und zur Region Hannover. Weil sich Bürgermeister Tjark Bartels in Urlaub befand, unterschrieb sein Stellvertreter Helge Zychlinski gestern Morgen den Vertrag gemeinsam mit Lindwedels Bürgermeister Axel Wehberg. Die Bedingungen für die Eingemeindung waren in den vergangenen Wochen hinter verschlossenen Türen ausgehandelt worden. Eine Beteiligung der politischen Gremien war in diesem Fall nicht notwendig, weil es sich um „Geschäfte der laufenden Verwaltung“ handelte, wie Zychlinski gestern bei der Enthüllung des neuen Ortsschildes erklärte. Auch Bürgermeister Axel Wehberg zeigte sich außerordentlich zufrieden. „Die meisten Bürger hätten bei einer Bürgerbefragung ohnehin zugestimmt, dass Lindwedel in die Wedemark eingemeindet wird, haben wir doch viele Bezugspunkte“, ist Wehberg überzeugt. Natürlich werde die Eingemeindungssteuer, die die Gemeinde Wedemark von den Lindwedeler Bürgern erheben wird, dem einen oder anderen ein wenig weh tun, „aber wir haben auch eine ganze Menge für Lindwedel bei der Gemeinde Wedemark eingehandelt“, erklärte Wehberg. So werde die Gemeinde in den nächsten Jahren mehrere Millionen in den Ausbau von Krippen- und Hortplätzen und die Erweiterung der Grundschule investieren. Auch den Bau eines Ärztehauses als Investor, um diesen wunden Punkt in der Infrastruktur Lindwedels ebenfalls zu entschärfen, habe die Gemeinde Wedemark zugesagt, bestätigte Helge Zychlinski. Der stellvertretende Bürgermeister führte aus, dass es für die Wedemark auch entscheidend war, mit der Eingemeindung Lindwedels die magische 30.000 Einwohnergrenze zu knacken, was der Wedemark viele Möglichkeiten eröffne. Lindwedel hat nämlich 2777 Einwohner aktuell und damit überschreitet die Wedemark die 30.000 Einwohner, obwohl sie im Gegenzug zum Gewinn Lindwedels einen anderen Ortsteil abtreten muss. Das war die Bedingung der Region. Die Entscheidung, welcher Ort das sein sollte, hatte der Regionsabgeordnete Helge Zychlinski nach sorgfältiger Abwägung getroffen: „Wir geben Resse weg.“ Dieser Ortsteil liege am weitesten vom Zentrum der Wedemark entfernt und die Resser seien unbestritten von allen Ortsteilen am meisten autark und in der Lage, diese Umstellung zu verkraften, ist Zychlinski überzeugt. Noch ist nicht entschieden, welcher Stadt Resse zugeschlagen wird: Neustadt, Garbsen oder Langenhagen. Alle drei sind direkte Anrainer und würden Resse gerne aufnehmen. „Wir prüfen das noch und werden eine Ablöse fordern. Wahrscheinlich wird dann der Preis den Zuschlag bestimmen“, so Zychlinski gestern. Schließlich benötige die Wedemark jeden Euro für ihren Schulbau. Dass die Lindwedeler jetzt ganz offiziell das schöne neue Schulzentrum in Mellendorf nutzen dürfen, werde diejenigen, die der Eingemeindung skeptisch gegenüber stehen würden, sicherlich versöhnen, fügte Bürgermeister Wehberg hinzu. Immerhin müssten die Eltern der Schüler, die jetzt in Mellendorf zur Schule gingen, ihre Kinder bis Sprockhof fahren, um eine Busanbindung an Mellendorf erreichen zu können.