Lions luden zum Neujahrsempfang

Lions-Präsident Martin Dickhaeuser (r.) und Vize-Präsident Ulf König (l.) stießen beim Neujahrsempfang im Forum des Campus W mit Musikschulleiter Dieter Stein mit einem Glas Sekt an. Fotos: A.Wiese
 
Das Jugendblasorchester setzt sich aus Schülern von IGS, Realschule und Musikschulezusammen.

Kooperation mit der Musikschule Wedemark erstmals in Form einer Matinee

Mellendorf (th). Traditionell fand das alljährliche Lions Club-Konzert mit der Musikschule immer im Dezember statt. Im letzten Jahr wurde mit dieser Tradition gebrochen, das ehemalige Adventskonzert wurde zu einem Neujahrskonzert, fand vormittags erstmalig im Forum des Campus W statt. Musikalisch blieb das Lions Club- Konzert dem Niveau und der Qualität der vorangegangenen treu. Das Programm war in drei große Blöcke gegliedert, den Auftritten dreier großer und bekannter Ensembles und Orchesters der Musikschule: Den Anfang machte das Ende 2011 gegründete Jugendblasorchester, eine Kooperation der Musikschule mit der IGS Wedemark und der Realschule, den Mittelteil bildete das kleinere Ensemble „Celtic Fever“, das sich vor allem auf traditionelle irische Volksmusik spezialisiert hat, aber auch durchaus Ausflüge in die Musik anderer Länder wie Jugoslawien oder Serbien unternimmt, während das überwiegend aus Saxofonen und anderen Blechbläsern bestehende „The Coconut Orchestra“ mit seinen fetzigen und gut gelaunten Jazz- und Pop-Stücken den krönenden Abschluss des Konzertes bildete. Zwischen diesen drei Programmpunkten präsentierten sich vor allem kleinere Zusammenschlüsse aus meist drei Musikern, aber auch zahlreiche Solisten dem Publikum. „300 Plätze haben wir reserviert und die haben wir auch alle gefüllt bekommen“, freute sich Nathalie Tinnemann, die nicht nur die neue Freiwilligendienstleistende an der Musikschule ist, sondern laut Dieter Stein auch „der heimliche Star der Veranstaltung“. Denn sie habe die Veranstaltung quasi im Alleingang organisiert und sei darüber hinaus auch noch der Bitte Steins nachgekommen und unterstützte ihn bei seiner Moderation. Doch auch die zahlreichen Solisten hatten ganze Arbeit geleistet, qualitativ wurde das Lions Club-Konzert auch in diesem Jahr seinem guten Ruf gerecht und sorgte für mehrere Stunden voller musikalischer Highlights. Gleich das erste und allseits bekannte Stück des Jugendblasorchesters, „Thriller“ von Michael Jackson, sorgte für Begeis-
terung. Auch Freunde klassischer Musik kamen auf ihre Kosten, virtuos trug Sebastian Sacht als „50 Prozent der Cello-Klasse“, wie Dieter Stein es formulierte, ein klassisches Salon-Stück vor. Mit „Wien ist Wien“ fand auch ein Vertreter einer eher ungewöhnlich klingenden Musikrichtung, der in Wien geprägten Schrammelmusik, den Weg auf die Bühne. Ebenfalls etwas aus der Reihe fielen die Stücke des gemischten Ensembles „Celtic Fever“ unter der Leitung von Maren Menz, das sich aus vier Akkordeons, zwei Gitarren und einer Geige zusammensetzt und hauptsächlich irische Volksmusik spielt. Neben traditionellen Jigs, Reels und Hornpipes von der grünen Insel standen aber auch drei Stücke aus dem osteuropäischen Raum auf dem Programm, die sich im Gegensatz zu den überwiegend heiteren und tänzerischen irischen Volksmusiken eher durch Schwermut und Melancholie auszeichnen.
Den perfekten Kontrast bildete dazu das von Jorge „Coco“ Guerra geleitete „The Coconut Orchestra“, das mit jazzigen Stücken wie „Car Wash“, aber auch Pop-Songs wie „Viva la Vida“ von Coldplay für richtig gute Laune im Forum sorgte. Solo-Stücke, wie das von Isabelle Heine am Flügel vorgetragene „Ballade pour Adeline“ rundeten das Programm ab. Aus musikalischer Sicht also ein voller Erfolg, aber auch aus organisatorischer Sicht hatte sich der Bruch mit der Tradition nicht als Fehler herausgestellt. Zwar verlor das Lions Club-Konzert den Charakter des stimmungsvollen Adventskonzerts in der gemütlichen Atmosphäre der Bissendorfer Kirche, doch gewann es im Gegenzug den Charakter eines groß angelegten, doch beinahe familiären Neujahrskonzertes im Forum des Schulzentrums, dass sich qualitativ nicht vor den früheren Konzerten zu verstecken braucht.