Lokales Bündnis für Familie Wedemark informiert Kinderbetreuung vor Ort steht im Focus des Interesses

Esther Bänsch (vorne) informiert die Mitglieder der Arbeitsgruppe Vereinbarkeit von Familie und Beruf über das Thema Kinderbetreuung in der Gemeinde Wedemark. Foto: B. Stache
Bissendorf (st). Umfassende Informationen zum Thema Kinderbetreuung in der Gemeinde Wedemark lieferte am Donnerstagabend die Leiterin des Teams Kinderbetreuung, Esther Bänsch, im Bissendorfer Bürgerhaus den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft (AG) Vereinbarkeit von Familie und Beruf vom Lokalen Bündnis für Familie Wedemark. Das Lokale Bündnis unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Tjark Bartels war am 11. Juli 2007 gegründet worden. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kirchen, Unternehmen, Polizei, Schulen, Vereinen, Eltern und Privatpersonen haben sich vorgenommen, die Situation von Familien in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses zu rücken und kontinuierlich daran zu arbeiten, die Lebensbedingungen von Familien zu verbessern und weiter zu entwickeln. Hans-Jürgen Nissen hatte zu Beginn des Abends als Mitglied der AG die Gäste begrüßt und an das große Interesse an dem Vortragsthema erinnert. Die Vortragende Esther Bänsch erläuterte zunächst die Hauptaufgaben des Familien- und Servicebüro Wedemark, das im Jahr 2007 eingerichtet worden war und für Eltern mit Fragen zur Kinderbetreuung als erste Anlaufstelle dient. „Zu den Hauptaufgaben gehören die Beratung zur Kinderbetreuung in der Gemeinde Wedemark. Anmeldungen zur Kindertagespflege und Kindertagesstätten werden dort gesammelt und die Warteliste geführt“, so Esther Bänsch, die in diesem Zusammenhang an alle Eltern appellierte, ihren Wunsch nach Hortplätzen frühzeitig bekannt zu geben, am besten gleich bei der Anmeldung des Kindes zur Grundschule. Zu den weiteren Aufgaben gehöre unter anderem die Platzvermittlung für Kindertagespflege, die Suche nach Tagespflegestellen sowie die Qualifizierung und Fortbildung von Tagespflegepersonen. Die Teamleiterin stellte anschließend die sechs Spielkreise und Kontaktgruppen vor, die derzeit von der Gemeinde Wedemark als freiwillige Leistung pauschal mit 5000 Euro pro Jahr gefördert werden. Die zwei Modelle der Kindertagespflege wurden ebenfalls erörtert: der „Förderkreis für Tageskinder und –eltern, Wedemark e.V.“ und seit 2007 die „Kommunale Kindertagespflege“. Esther Bänsch führte aus, dass mit diesen beiden Einrichtungen im Jahr 2011 „immerhin 3 Prozent der Gesamtbetreuungsleistung in der gesamten Wedemark“ abgedeckt worden seien. Es folgte eine Auflistung der drei Formen von Kindertagesstätten: Die bisher sieben kommunalen Einrichtungen werden ab 2012/2013 um den Hort Elze erweitert, es bestehen fünf kirchliche Kindertagesstätten sowie derzeit sieben in freier Trägerschaft, die 2012/2013 durch die Krippe Verein der Kinderfreunde ergänzt werden. Ausführlich und kenntnisreich erläuterte die Leiterin des Teams Kinderbetreuung den Kindertagesstätten-Bedarfsplan bis zum Jahr 2015 sowie die dazu erforderliche Datenerhebung. Die Entwicklung der Krippenplätze, des Betreuungsumfanges in Kindergärten und der Hortplätze waren weitere Themen. Zum Abschluss erinnerte Esther Bänsch an die erfolgreiche Ferienbetreuung der Gemeindejugendpflege, an deren Ferien(s)passaktionen im Jahr 2011 insgesamt 1170 Kinder und Jugendliche teilgenommen hatten und an das Sommercamp, das mit 120 Kindern, 30 pro Woche, voll ausgelastet war. Die Kinderbetreuung in der Wedemark wird durch den Wunsch-Großeltern-Service ergänzt. Regina Niehoff, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, stellte dazu einen neu gestalteten Flyer vor, mit dessen Hilfe kinderliebe und vitale „Wunsch-Großeltern“ gesucht werden und der sich im Sinne einer flexiblen und kindgerechten Kinderbetreuung als Angebot für Mütter und Väter versteht. „Das Interesse junger Familien an diesem Service ist durchaus vorhanden“, erklärte Regina Niehoff. In der anschließenden regen Diskussion ergaben sich unter anderem viele Ansatzpunkte für eine zweckmäßige Kooperation mit örtlichen Wirtschaftsbetrieben und Vorschläge zur Gewinnung von Senioren für das Projekt Kinderbetreuung in der Wedemark. Dr. Christian Rimpler, Mitglied der AG Vereinbarkeit von Familie und Beruf, war an der gesamten Thematik äußerst interessiert und hatte sich aktiv in die Gesprächsrunde eingebracht. Sein Fazit lautet: „Die Gesamtheit der Möglichkeiten einer Kinderbetreuung – Krippe, Kindergarten, Hort – in der Wedemark so vor Augen geführt zu bekommen, hat mich positiv überrascht. Ich hoffe, dass zukünftig auch bei anstehendem Bedarf für die Mitarbeiter meines Unternehmens Plätze in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.“