Mammutsitzung auf Ministühlen

Der Ortsrat Bissendorf-Wietze tagte in der Montessori Grundschule: Katrin Müsken-Graucob (v. l.), Claudia Maibom, Bernd Schützendübel, Florian Beier, Lydia Bock, Daniel Leide, Max Hüsken und Konstanze Beckedorf sowie Hermine Rüfer.
 
Schulleiterin Stephanie Rifai erklärt Carsten Moysich aus Burgwedel an der Informationstafel die Ideen und Wünsche der Kinder zum geplanten Schulneubau. Fotos: B. Stache

Ortsrat Bissendorf-Wietze tagte in der Montessori-Grundschule

Bissendorf-Wietze (st). Am Dienstagnachmittag hatten viele Eltern, Gäste und Ortsratspolitiker den Informationstag an der Montessori-Grundschule „Schule auf Entdeckungsreise“ genutzt, um sich ein umfassendes Bild über den möglichen Neubau der Schule in Bissendorf-Wietze zu verschaffen (das ECHO berichtete). Unter ihnen auch ein Vater aus Burgwedel, dessen Sohn nach den Sommerferien eingeschult wird. „Unser Sohn Daniel kommt in diesem Jahr in die Schule. Meine Frau und ich haben Daniel hier bei der Montessori Grundschule angemeldet“, erklärte Carsten Moysich. Im Gespräch mit der Schulleiterin Stephanie Rifai ließ er sich über die vielfältigen Veranstaltungen für neue Schüler und Eltern informieren. „Im Februar finden Aufnahmegespräche mit den neuen Eltern und Schülern statt, im Mai folgt dann noch ein Kennenlerntag“, so Rifai, „und beim Sommerfest können sich alte und neue Eltern und Schüler kennenlernen. Die Viertklässler werden dabei verabschiedet.“ Vor den Sommerferien führt die Montessori Grundschule „Schule auf Entdeckungsreise“ auch noch einen Elternsprechtag durch. An einer großen Informationstafel erläuterte die Schulleiterin zugleich Ideen und Wünsche der Kinder zum geplanten Schulneubau. Bei der fast zweistündigen Ortsratssitzung am Mittwochabend auf kleinsten, kindgerechten Stühlen in dem für die Ortsratsmitglieder und etwa 40 Einwohnerinnen und Einwohner zu engen Hort-raum der Montessori-Grundschule, stand diese ganz besonders im Focus. Trotz manch aufgebrachter Zwischenrufe seitens einiger Zuhörer, war es Ortsbürgermeister Daniel Leide mit ruhiger Hand gelungen, das von vielen Fragen und Anträgen durchzogene Mammutprogramm der Ortsratssitzung zum geordneten Abschluss zu bringen. In der vorgeschalteten Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner entschuldigte sich Christian Henn, Ortsbrandmeister aus Wennebostel, dass er den neuen Ortsrat nicht zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehr eingeladen hatte. „Es ist noch nicht ganz in den Köpfen. Wir werden es in 2013 besser machen“, versprach Henn. Von einigen Bürgern wurde der teilweise schlechte Straßen- und Beleuchtungszustand vorgetragen, aber auch der schlechte Zustand des Seitenstreifens der Straße Am Wietzestrand sowie die Gefährdung durch herabfallende Äste Am Schaftsteg. Es folgten Mitteilungen des Ortsbürgermeisters, darunter der Hinweis auf den Neujahrsempfang am 18. Januar diesen Jahres. Für die Verwaltung der Wedemark hatte anschließend Max Hüsken den Ortsrat um Beiträge für den neuen „Wegweiser Wedemark“ gebeten. Breiten Raum nahm der Tagesordnungspunkt 6 ein, bei dem es um den Haushaltsplan für das Jahr 2012 ging. Die Ortsratsmitglieder stimmten einheitlich einem Betrag von 100 Euro zur Unterstützung der Jugendfeuerwehr Wennebostel zu, ebenso einem Schaukasten für 400 Euro, der vor der Kirche aufgestellt werden soll. Mit 6:1 Stimmen wurde für Planungskosten zu Lärmschutzmaßnahmen votiert. Für die gemeinschaftliche Nutzung von Räumlichkeiten in einer neu gestalteten Montessori Grundschule stimmten vier Ortsratsmitglieder, bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Der Antrag von Hermine Rüfer (Grüne) auf einheitliche Hinweisschilder im Ort wurde einstimmig angenommen, ebenso der Antrag der CDU auf einen öffentlichen Spielplatz auf dem Gelände der Montessori-Grundschule. Die folgenden Anfragen behandelten das Thema Neubau der Grundschule und Bürgerbefragung zum Dorfgemeinschaftshaus. Ein von Bernd Schützendübel (BfW) vorgebrachter Antrag auf Bürgerbefragung führte zu zahlreichen Diskussionen. Auch die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf nahm Stellung zu dem Antrag, der nach ihrer Einschätzung die Kompetenz des Ortsrates überschreite und führte rechtliche Bedenken gegen einige Formulierungen an. Max Hüsken wies auf die Kosten einer Bürgerbefragung hin. Der Antrag der BfW wurde mit 3 Gegenstimmen und einer Enthaltung abgelehnt. Ein von den Grünen kürzer gehaltener Antrag zur Bürgerbefragung fand mit vier Ja- und drei Gegenstimmen die Zustimmung des Ortsrates. Es folgte eine Reihe weiterer Anfragen an die Verwaltung, unter anderem zur einheitlichen Schreibweise des Ortsnamens Bissendorf-Wietze.