Manege frei für die Stars von morgen

Wie können elf Dolche durch einen mannsgroßen Kasten gestoßen werden, ohne dass der Insassin etwas passiert? Die Unerklärlichkeit dieses Tricks brachte Publikum zum Staunen. Foto: S. Birkner

Zirkusprojekt begeisterte Mellendorfer Hortkinder

Mellendorf (sb). Das Zirkuszelt ist groß und bunt, die Zuschauer im Halbkreis sitzen dicht an dicht. Grelle Scheinwerfer richten den Fokus auf die Manege, von der nicht einmal der süßlich-intensive Geruch des Popcorns ablenken kann: So oder so ähnlich sehen wohl perfekte Rahmenbedingungen für einen Zirkusauftritt aus. Wer allerdings nicht in eine Schaustellerfamilie hineingeboren oder mit außergewöhnlichem Entertainment-Talent gesegnet wurde, kommt in der Regel nie in den Genuss, auf einer derartigen Bühne stehen zu dürfen.
In der Regel! Genau diese Möglichkeit wurde für 39 Jungen und Mädchen des Mellendorfer Horts nämlich tatsächlich Wirklichkeit. In der Manege stehend nutzten sie die einmalige Chance: Sie verblüfften das Publikum als Zauberer oder bespaßten es im Clownskostüm. Akrobatinnen und Bauchtänzerinnen sorgten für Momente der Eleganz, Trampolinspringer für die nötige Zirkus-Action. Nicht nur als Seiltänzer sorgten die Hortkinder für Spannung unter den Zuschauern, auch Feuerschlucker und Fakire machten mit bemerkenswerten Kunststücken auf sich aufmerksam. Fünf Tage lang war der Zirkus Fellini vorher in Mellendorf zu Gast gewesen, fünf Tage lang war geübt, geprobt und gewaret worden. Gewartet auf den großen Auftritt: Die Show vor rund 200 Zuschauern am vergangenen Freitag war für die Hortkinder der krönende Abschluss einer aufregenden Woche.
Nach einer Begrüßungsvorstellung am Montag suchten sich die Jungen und Mädchen direkt ihre Rollen aus. Dann ging es auch schon los: Jeden Tag wurde mit dem Team des Zirkus Fellini geprobt, die erkennbaren Fortschritte motivierten zusätzlich. "Der Eifer, den die Kinder über die Dauer des Projekts an den Tag legten, war bemerkenswert", betonte Erzieherin Katja Trampnau. Die sagte, dass die gemeinsamen Proben eine gemeinschaftsfördernde Funktion erkennen ließen, da die Kinder gruppenübergreifend wesentlich intensiver kommunizierten als normal. Die Sechs- bis Zehnjährigen konnten im Rahmen Ferienbetreuung an dem Projekt teilnehmen, das zum Teil über die Eintrittsgelder der Freitagsvorführung finanziert wurde.